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Im Biathlon

Dahlmeier krönt sich zur Olympiasiegerin

Goldmission erfüllt: Die 24-Jährige krönte sich am Samstag mit einer fantastischen und abgezockten Leistung erstmals zur Olympiasiegerin.

10.02.2018 14:16 Uhr / dpa
Laura Dahlmeier
© dpa

Nach ihrem phänomenalen Goldlauf sprang Laura Dahlmeier euphorisch auf das Siegerpodest und schrie immer wieder lauthals ihre pure Freude heraus. Die Biathlon-Königin hat im Sprint von Pyeongchang dem immensen Erwartungsdruck standgehalten und die Hoffnungen auf einen erneuten Goldrausch genährt. Die 24-Jährige krönte sich am Samstag mit einer fantastischen und abgezockten Leistung erstmals zur Olympiasiegerin und bescherte dem deutschen Team damit gleich am ersten Wettkampftag die erste Medaille.

Deutschlands Sportlerin des Jahres ließ sich nach der Blumenzeremonie für Jubelfotos auf Schultern tragen und grinste immer wieder überglücklich in die Kameras. So deutlich wie wohl nie zuvor war der Partenkirchnerin die Erleichterung anzumerken, denn auf ihr lastete ein enormer Druck.

Nach dem perfekten Auftakt könnte die Bayerin in Pyeongchang ähnlich erfolgreich sein wie im Vorjahr bei der WM, bei der sie mit ihrem historischen Fünffach-Triumph Sportgeschichte schrieb. "Laura überstrahlt eine tolle Teamleistung. Mit einer Medaille wird vieles leichter, auch die folgenden Wettkämpfe", sagte Bundestrainer Gerald Hönig. Zudem machten die Skijägerinnen damit endgültig ihr Debakel von Sotschi vergessen. 2014 waren sie erstmals ohne Medaille geblieben.

Dahlmeier, die bereits als Sechsjährige ins Poesiealbum einer Freundin als einen Berufswunsch Olympiasiegerin schrieb, verwies am Samstag nach 7,5 Kilometern fehlerfrei die Norwegerin Marte Olsbu (1 Fehler/+ 24,2 Sekunden) und Veronika Vitkova aus Tschechien (1/+ 25,8 Sekunden) auf die Plätze. Und verschaffte sich damit eine glänzende Ausgangslage für die Verfolgung am Montag. Als klare Favoritin kann sie dort gleich den zweiten Gold-Coup perfekt machen.

In einer Reihe mit Wilhelm und Neuner

Dahlmeier ist damit die erst zweite deutsche Sprint-Olympiasiegerin. Zuletzt hatte Kati Wilhelm 2002 in Salt Lake City Gold geholt. Einzel-Gold bei Olympischen Spielen schafften zuvor nur Magdalena Neuner (2010/Verfolgung und Massenstart), Andrea Henkel (2002/Einzel) und Antje Misersky (1992/Einzel).

Ein ganz starkes Rennen lieferten auch Vanessa Hinz als Fünfte (1 Fehler/+ 40,3 Sekunden) und Franziska Hildebrand als Zwölfte (1/+ 53,7 Sekunden) ab. Die hochgehandelte Ex-Langläuferin Denise Herrmann musste sich nach zwei Strafrunden bei ihrer Olympia-Premiere bei denn Skijägern mit Platz 21 (+ 1:19,6 Sekunden) zufrieden geben.

In der Kältekammer des Alpensia Biathlon-Centers hoch oben in den Bergen zeigte Dahlmeier bei eisigen Temperaturen von sieben Grad unter Null, warum viele sie für die kompletteste Skijägerin halten, die es je gab. Denn nach einem zuvor eher durchwachsenen Winter mit zwei Krankheitspausen und zwei Weltcup-Siegen ist Dahlmeier auf den Punkt genau topfit.

Neben der viertbesten Laufleistung unterstrich sie vor allem ihren Status der herausragenden Schützin. Denn bei den schwierigen Windbedingungen reagierte sie im Liegendanschlag genau richtig auf eine aufkommende Böe und blieb fehlerfrei. Zu diesem Zeitpunkt waren ihre ärgsten Kontrahentinnen wie die zweimalige Olympiasiegerin Anastasiya Kuzmina, Kaisa Mäkäräinen oder Darja Domratschewa schon mit Fehlern belastet. Und auch stehend schien der tückische Wind zum Problem werden zu können. Dahlmeier blieb aber cool, wartete ab und setzte abgezockt alle fünf Schüsse ins Schwarze.

Wie einmalig ihren Leistungen sind, zeigt, dass Dahlmeier in den letzten zwölf großen Biathlon-Rennen immer auf dem Podium stand: Vor dem Olympiasieg hatte sie elf WM-Medaillen in Serie geholt. Und ihr erstes Olympia-Gold wird wahrscheinlich nicht ihr letztes sein. "Ich habe gesagt, wenn sie gleich im ersten Rennen eine Medaille holt, dann können es richtig große Spiele für sie werden", sagte ARD-Expertin Kati Wilhelm.

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