Ratgeber

Kreditarten im Überblick: Passende Kredite für jeden Bedarf

Die Kreditlandschaft ist für so manchen Verbraucher unübersichtlich. Informationen, die mit Fachbegriffen gespickt sind, erschweren das Verständnis. Kaum jemand behält hier den Durchblick. Dieser Beitrag erklärt die wichtigsten Kreditarten und gibt Tipps, welcher Kredit für welchen Zweck geeignet ist.

Eigenheim-Villa
Der Kauf eines Eigenheims ist einer der häufigsten Gründe für das Aufnehmen eines Kredites. © fotolia.com / JSB31

Verbraucherzentrale rät: Kein Kredit ist der beste Kredit

Auf der Internetseite der Verbraucherzentrale ist zu lesen:

„Ob man einen Kredit aufnimmt, sollten sich Verbraucher stets gut überlegen. Im Regelfall sind die Sollzinsen für Kredite höher als die Guthabenzinsen für Spareinlagen. Kredite sollten daher nur dann in Betracht gezogen werden, wenn nicht genug eigene, liquide Mittel zur Verfügung stehen und wenn die geplanten Ausgaben eine Investition darstellen.“

Als Investition sind zum Beispiel Kosten für eine berufliche Weiterbildung oder zum Immobilienerwerb gemeint. Von reinen Konsumkredite, die für die Anschaffung von Gebrauchsgegenständen wie Möbel, Pkw oder Kleidung aufgenommen werden, sollten Verbraucher Abstand nehmen, so die Auffassung der Verbraucherzentrale.

Doch oft führt kein Weg an einem Kredit vorbei und es gibt gute Gründe, eine Finanzierung in Anspruch zu nehmen. Die Anlässe können völlig unterschiedlich sein und genau darauf reagiert die Finanzwelt mit maßgeschneiderten Produkten. Damit sich Verbraucher für den richtigen Kredit entscheiden können, müssen sie grundlegend informiert sein.

Ratenkredite

Ein Ratenkredit ist ein Kredit, bei dem Kunden Geld leihen und es in festgelegten Raten zurückbezahlen. Der Zeitpunkt zur Ratenzahlung ist zum Beispiel monatlich. Die Bank erhält mehr Geld zurück, als sie geliehen hat. Der Aufpreis sind die Zinsen, damit verdient die Bank ihr Geld. Eine detaillierte Erklärung des Begriffs „Zinsen“ ist hier zu finden. Ein Beispiel verdeutlicht den Ablauf:

Die Bank leiht einem Familienvater 1.000 € und vereinbart eine Rückzahlung über 11 Monate hinweg zu einer Rate von 100 € pro Monat. Der Mann bezahlt der Bank insgesamt 1.100 € zurück. Die 100 € Unterschied sind die eingenommenen Zinsen der Bank.

Die meisten vergebenen Kredite sind Ratenkredite. Dabei unterscheidet man zwischen Darlehen ohne Verwendungszweck und Darlehen mit Verwendungszweck.

Darlehen ohne Verwendungszweck Darlehen mit Verwendungszweck
Nehmen Bankkunden einen Kredit auf, ohne sich festzulegen, wofür sie das Geld verwenden, handelt es sich um ein Darlehen ohne Verwendungszweck. Ein Ratenkredit ist die gängige Form für einen solchen Kredit. Kunden zahlen einen Aufschlag für einen zweckfreien Kredit: Die Zinsen sind höher, als bei anderen Krediten. Bei diesem Kredit ist die Verwendung fix vereinbart. Solche Kredite weisen im Vergleich zu Darlehen ohne Verwendungszweck günstigere Zinsen auf.

Dafür sind Ratenkredite ohne Zweckbindung geeignet

Ein Ratenkredit ist eine gängige Darlehensform. Sie findet in vielen Kreditvarianten Anwendung. Ein Ratenkredit ohne Zweckbindung ist dafür geeignet:

  • Anschaffung von Konsumgütern (z. B. Möbel, Kleidung, Elektronik)
  • Urlaub
  • Finanzierung einer Hochzeit

Banken vergeben in der Regel Darlehenssummen zwischen 3.000 € und 50.000 € bei frei verwendbaren Krediten Darüber hinaus gehen die Kreditinstitute allerdings selten. Bei Maxda finden Verbraucher Angebote, die Summen ab 3.000 € bedienen. Das Unternehmen ist Spezialist für Kredite ohne Schufa-Eintrag. Die Anfrage ist simpel. Auf der Webseite von Maxda läuft sie so ab:

  1. Antrag ausfüllen
  2. Lohnzettel fotografieren
  3. Bild vom Lohnzettel hochladen

Die Bearbeitung erfolgt innerhalb kurzer Zeit, so dass Verbraucher schnell wissen, ob sie einen Kredit erhalten, oder nicht.

Eignung von Darlehen mit Zweckbindung

Wie erwähnt bieten Banken günstigere Konditionen für Kredite mit Zweckbindung an. Der Grund ist, dass sie bei zweckgebundenen Krediten eine Sicherheit haben, nämlich das finanzierte Investitionsgut. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Anschaffung eines Pkw
  • Hausbau/Hauskauf
  • Modernisierung oder Renovierung einer Immobilie

Nehmen Verbraucher z. B. einen Kredit für die Pkw-Finanzierung auf und können die Kreditraten nicht mehr bedienen, hat die Bank Zugriff auf das Auto. Sie kann es verkaufen und so den größten Teil des Kredits wieder zurückbekommen.

Viele verschiedene Bezeichnungen für Ratenkredite

Unterliegt ein Kredit einer Zweckbindung, so wird er oft danach benannt.

Zahlen Verbraucher den Kredit in regelmäßigen Raten zurück, so haben sie einen typischen Ratenkredit abgeschlossen. Der Beitrag „Kredite gibt es viele – aber welcher ist wofür geeignet“ liefert wertvolle Informationen zum Thema.

Dispokredit

Der Dispokredit ist ein Kredit, der direkt mit dem laufenden Girokonto gekoppelt ist. Der Dispokredit bietet die Möglichkeit, dass laufende Girokonto zu überziehen. Für die Überziehung fallen Zinsen an. Dispokredite zählen zu den teuersten Krediten. Banken begrenzen den Überziehungsrahmen und koppeln ihn mit dem regelmäßigen Einkommen des Kontoinhabers.

Ein Dispokredit empfiehlt sich nur für kurzfristige Überziehungen, nicht jedoch, um langfristige Anschaffungen zu tätigen. Ist der Dispo ausgereizt, empfiehlt sich die Aufnahme eines günstigeren Ratenkredits. Mit ihm lässt sich das Minus ausgleichen. Über eine Laufzeit von zum Beispiel 12 bis 96 Monaten gleichen Verbraucher den Kredit wieder aus.

Abrufkredit

Beim Abrufkredit handelt es sich um einen bereitgestellten Kredit, den Verbraucher bei Bedarf beanspruchen. Das kann in unterschiedlich hohen Summen geschehen. Ein Abrufkredit wird in beliebigen Raten zurückgezahlt. Die Zinsen sind meist höher, als bei Ratenkrediten. Besonders gut sind Abrufkredite als Erweiterung des persönlichen Dispokredites geeignet. Sie sind günstiger und bieten Flexibilität, so dass sie für ungeplante Ausgaben spontan genutzt werden können.

Rahmenkredit

Der Rahmenkredit orientiert sich am Dispokredit. Er funktioniert in Absprache mit dem Finanzinstitut, bei dem das Girokonto läuft. Zinsen werden nur auf den Teil des Kredits berechnet, der abgerufen wird. Beträge, die nicht in Anspruch genommen werden, bleiben außen vor, denn es gibt keine Bereitstellungszinsen. Ein Rahmenkredit ist eine Alternative zum Dispokredit, da er günstiger ist und dennoch flexibel. Er eignet sich für unvorhergesehene Ausgaben oder für kleinere planbare Ausgaben, die sich nicht günstiger finanzieren lassen.

Wer zweckgebundene Darlehen aufnimmt, spart Geld

Flexibilität bei einem Kredit kostet Geld. Verbraucher zahlen, wenn sie Geld nach Bedarf abrufen oder wenn für den geplanten Zweck kein spezieller Kredit verfügbar ist. Deshalb ist es ratsam, zuerst nach Krediten mit Zweckbindung zu suchen, die für die Anschaffung oder Investition infrage kommen. Um sich Konsum zu finanzieren, sollte die Überziehung des Girokontos vermieden werden, weil es zu teuer ist. Hier sind der Rahmenkredit und der Abrufkredit die besseren, weil preiswerten Alternativen. Tipps, um sicher und günstig einen Kredit aufzunehmen, gibt es hier.

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