Ratgeber

Gesundheit: Der falsche Job belastet Körper und Geist

Jeden Morgen spielt sich in vielen deutschen Schlafzimmern, Bädern und Küchen das gleiche Bild ab. Schon das Aufstehen fällt schwer, der erste Kaffee will nicht so recht schmecken und der Weg zur Arbeit wirkt wie ein unüberwindbarer Hindernislauf. Unzufriedenheit mit dem eigenen Beruf zerstört jedoch nicht nur das momentane Wohlbefinden, sondern wirkt sich langfristig betrachtet auf die seelische und körperliche Gesundheit aus. Sich von falschen Aufgaben und Umfeldern zu befreien, macht daher nicht nur glücklich, sondern auch gesund.

Frau_Druck
Unzufriedenheit im Job baut gesundheitsschädlichen Druck auf. © komposita (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Was Unzufriedenheit im Job mit der Gesundheit macht 

Der eigene Job nimmt einen Großteil des Alltages ein. Wer in Vollzeit arbeitet, verbringt rund acht Stunden täglich mit seinen beruflichen Aufgaben und kommt oft erst nach zehn oder gar elf Stunden wieder nach Hause. Am Ende seiner Berufstätigkeit wird jeder Mensch insgesamt acht Jahre Arbeitszeit angehäuft haben. Zeit, die sich nicht wieder zurückholen lässt. Macht der Job glücklich, ist das kein Problem. Ist die Entscheidung jedoch auf die falsche Tätigkeit gefallen, geht es Frauen und Männern häufig auch gesundheitlich schlecht.

So kann der falsche Job sowohl psychische Beschwerden als auch körperliche Symptome hervorrufen. Psychische Erkrankungen wie Depressionen, Burn Out, Bore Out oder auch Angststörungen finden ihren Ursprung nicht selten in Büros, Werkstätten oder Praxen. So selten diese Krankheitsbilder in Summe auftreten, so häufig kommt es zu körperlichen Beschwerden. Leiden Frauen und Männer unter

sollten sie auch ihren Beruf genauer unter die Lupe nehmen. Oft fällt dann nämlich auf, dass die eigenen Potenziale nicht auf eine glückbringende Weise ausgeschöpft werden. Dies führt selbst in einem eigentlich guten Arbeitsklima zur gleichen Resignation, Hilflosigkeit und Unzufriedenheit wie eine starke Stressbelastung. Auch die Süddeutsche nimmt Bezug auf eine Studie der AOK, laut der jeder dritte unzufriedene Arbeitnehmer über zwei Wochen pro Jahr krank ist.

Auch starke Stimmungsschwankungen, eine besondere Reizbarkeit und zunehmende Nervosität sind Anzeichen für Unzufriedenheit im Job. Sie belasten nicht nur die Einzelperson, sondern auch das soziale Umfeld. Freundschaften und Beziehungen leiden unter der Belastung und nicht selten kommt es zum Rückzug. Fehlt dann der soziale Rückhalt, wird alles nur noch schlimmer. Spätestens dann wird es Zeit, das Bisherige zu hinterfragen und neue Wege zu gehen.

Lebenssinn und Arbeit verbinden

Einen Beruf zu finden, der nicht nur finanzielle Sicherheit, sondern auch seelische Zufriedenheit schenkt, ist nicht leicht. Alleine müssen sich Frauen und Männer jedoch nicht fühlen, denn Unzufriedenheit im Job ist keine Seltenheit. So klagen rund sechs Prozent der Frauen und Männer laut einer Umfrage darüber, ziemlich unzufrieden mit dem eigenen Beruf zu sein. Ein Prozent der Männer und zwei Prozent der Frauen sind sogar völlig unzufrieden. In Gesamtheit sind rund acht Prozent der Männer und zwölf Prozent der Frauen von unterschiedlich stark ausgeprägter Unzufriedenheit im Job betroffen.

Mann_Kreativ
Berufliche Freiheit finden viele Frauen und Männer erst durch Selbständigkeit. (Quelle: Unsplash (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Ein wichtiges Schlagwort auf dem Weg zum Traumberuf ist das Wort „Berufung“. Es beschreibt nicht etwa eine reine Tätigkeit, sondern bezieht sich auf die Berufsfelder, die der eigenen Persönlichkeit mit all ihren Facetten und Wünschen gerecht werden. Wer glaubt, nicht nur den falschen Arbeitgeber gewählt zu haben, sondern auch mit der Branche und dem Berufsbild an sich eine Fehlentscheidung getroffen zu haben, sollte sich nach der eigenen Berufung fragen.

Diese finden Männer und Frauen nur durch intensive Beschäftigung mit sich selbst. Es lohnt sich, ein kleines Buch zu kaufen und hier wichtige Stichworte und Erfahrungen zu notieren, die mit dem eigenen Glück in Verbindung stehen. Antworten auf Fragen wie:

  • Was hat mich als Kind besonders glücklich gemacht?
  • Wofür stehe ich am Morgen wirklich gerne auf?
  • Welcher Job, welches Praktikum oder welche Freizeitbeschäftigung erfüllte mich bisher?
  • Wofür würde ich mich entscheiden, wenn alles möglich wäre?

sind gute Wegweiser auf dem Weg zur eigenen Berufung. Mymonk.de hat hierzu einen Artikel erstellt, der die Suche nach der Berufung binnen dreißig Minuten möglich machen soll.

Manchmal wird deutlich, dass es auf dem gewählten Weg nicht mehr weitergehen kann. Diese Erkenntnis mag schmerzhaft sein, ist jedoch eine gute Chance, die Weichen für das berufliche Leben neu zu stellen. Wessen Berufung deutlich vom bisherigen Berufsbild abweicht, der braucht möglicherweise eine ganz neue Ausbildung. Dass dieser Schritt mit Unsicherheit verbunden ist, liegt auf der Hand. Daher bietet die Studiengemeinschaft Darmstadt zu jedem Ausbildungsgang Probelektionen, die einen Einblick in das neue Feld ermöglichen und die Entscheidung erleichtern können. Fühlt sich der neue Weg dann auch nach den ersten Schritten noch gut an, darf es gerne weitergehen.

Vom Angestelltenverhältnis in die Selbständigkeit

Oft kommt es vor, dass sich nicht nur der Wunsch nach einem neuen Beruf entwickelt, sondern auch die bisherige Art der Arbeit in Frage gestellt werden muss. Wer sich im Angestelltenverhältnis unwohl fühlt, weil Freiheit fehlt oder die eigenen Entscheidungen nicht ausgelebt werden können, wird möglicherweise auch über eine Selbständigkeit nachdenken. Dieser Schritt ist jedoch genau wie die Entscheidung für eine neue Ausbildung mit großen Veränderungen, Chancen und Risiken verbunden.

Frau_Work_Laptop
Berufliche Freiheit finden viele Frauen und Männer erst durch Selbständigkeit. (Quelle: Unsplash (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Daher lohnt es sich, den vollständigen Schritt in die Selbständigkeit erst dann zu wagen, wenn sich erste Erfolge eingestellt haben. Das ist möglich, indem die Selbständigkeit zusätzlich zum Angestelltenverhältnis aufgenommen und langsam aufgebaut wird. Hier ist es jedoch wichtig, zu nächst den Arbeitgeber um Erlaubnis zu bitten. Er nämlich kann seine Zustimmung verweigern, wenn sein Angestellter durch die Aufnahme der Selbständigkeit zum Konkurrenten werden würde.

Ist dann ein Punkt erreicht, an dem die selbständige Berufstätigkeit den Lebensunterhalt aufrechterhalten kann, ist der richtige Zeitpunkt für die Kündigung gekommen. Der Vorteil dieser langsamen Vorgehensweise: Finanzielle Probleme, großer Stress und Existenzängste werden verhindert. Auch wenn das Bedienen zweier Jobs in der Anfangszeit kräftezehrend sein kann, ist die doch eine gute Vorbereitung auf das berufliche Leben auf eigenen Beinen. Eine schrittweise Reduzierung der Stunden im Angestelltenverhältnis kann helfen, wenn sich die Selbständigkeit schnell entwickelt.

Hier geht's zum Google Plus Profil von "Tippstricks Ratgeber" Google+

Fan werden