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Kondome sind nicht nur zur Empfängnisverhütung da. Sie sind vor allem deshalb so beliebt, weil sie auch vor schweren Krankheiten wie beispielsweise Syphilis oder HIV schützen. Ein Restrisiko bleibt jedoch. Zu heikel, dachten sich britische Musterschüler. Wie wäre es mit einem Kondom, das sofort bei Hautkontakt anzeigt, ob eine Erkrankung vorliegt?

#Abgefahren!

Die Oberfläche der Kondome soll aus Molekülen bestehen, die sich an bestimmte Bakterien oder Viren heften. Liegt eine Geschlechtskrankheit vor, beginnt das Gummi bei gedämmten Licht zu fluoreszieren. Eine geniale Idee – so könnte das Kondom der Zukunft aussehen. Die Farben stehen schon fest: Grün steht für Chlamydien, Gelb für Herpes, Blau für Syphillis und Lila für Humane Papillomaviren (HPV).

#Arzt? Adé!

Doch warum das Ganze? Viele Menschen haben Angst, mit einer Geschlechtskrankheit den Arzt aufzusuchen. Andere wissen gar nichts von ihrer Erkrankung – wie es beispielsweise oft bei den Chlamydien der Fall ist. Der 14-jährige Erfinder Daanyaa Ali äußert sich gegenüber dem Magazin „Independent”: „Wir wollen ermöglichen, dass die Leute in der Privatsphäre ihres eigenen Zuhauses reagieren können, ohne einen Bluttest beim Arzt machen zu müssen.”

#Preisgekrönt

Super Idee! Und die muss natürlich belohnt werden: Die Schüler haben den diesjährigen TeenTech-Preis abgesahnt – zurecht! Bei ihrer Präsentation im Buckingham Palace suchten die schlauen Teenager nach Investoren für ihr Projekt. Ob Kondome in Zukunft wirklich bunt leuchten, bleibt noch abzuwarten.

#Wo ist der Haken?

Natürlich lässt der Pferdefuß an der Erfindung nicht lange auf sich warten. Der Preis für solch abgefahrene Farbwechsel-Kondome ist hoch. Da fragt sich Otto-Normal-Verbraucher natürlich, warum er das bezahlen sollte, wenn die günstigen Varianten doch auch schützen – insbesondere, wenn er in einer festen Beziehung  ist. Und nebenbei: Beginnt das Kondom beim Vorspiel zu leuchten, ist an Sex wahrscheinlich eh nicht mehr zu denken.