Ratgeber

Regelmäßiger Sport ist gesund für Seele und Körper

Ob Fußball-Bundesligaspieler oder Skispringer, Handball-Nationalspieler oder Leichtathleten: Spitzensportler werden heutzutage ganz selbstverständlich von Psychologen betreut, da man die Bedeutung der Psyche für den Erfolg (nicht nur im Sport) schon lange erkannt hat. Professionelle Psychologen bringen Leistungs- aber auch Breitensportlern bei, wie man im entscheidenden Moment alles geben und Gegner beeindrucken kann. Umgekehrt ist Sport nicht nur ein probates Mittel, um Kalorien zu verbrennen. Beim Training oder Wettkampf kann man Stress und Ärger regelrecht davonlaufen und psychischen Ballast entsorgen.   

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Der Mensch in der modernen Zivilisation hat es sich verhältnismäßig bequem gemacht. Im gut geheizten Büro kann man deutlich komfortabler arbeiten, als bei Wind und Wetter auf dem Feld. In der Arbeitswelt ist muskuläre Leistung immer stärker durch geistige Leistung ersetzt worden. Das führt oft zu einer mentalen Überlastung, gepaart mit körperlicher Untätigkeit, was in der Summe schnell zu Lethargie, Frust und Verzweiflung führen kann. Mangelnde Bewegung ist erwiesenermaßen eine der bedeutendsten Ursachen bei der Entstehung von Burn-out-Erkrankungen.

Bewegung dient der Vorbeugung und Bekämpfung vieler Erkrankungen

Ob Laufen oder Fitness-Studio, Radfahren oder Fußball: Regelmäßige Bewegung dient der Prävention von Erschöpfungs- und Burn-out- Symptomen und ist zugleich auch eines der wirksamsten Mittel gegen diese Zivilisationskrankheiten. Sport wirkt sich nachweislich positiv auf die Psyche, das Gemüt und den gesamten menschlichen Körper aus. Der Bewegungsapparat wird gestärkt, was Erkrankungen wie Rückenschmerzen oder Diabetes vorbeugt. Und auch der Stoffwechsel sowie das Herz-Kreislaufsystem werden durch regelmäßiges Training (wieder) in Form gebracht.

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Dass sich körperliches Training auch auf die Psyche des Menschen positiv auswirkt, haben in den letzten Jahren mehrere wissenschaftliche Studien nachgewiesen. Regelmäßiger Sport senkt Studien zufolge das Risiko für eine Erkrankung an Depressionen, Angststörungen und Abhängigkeitserkrankungen signifikant. Allerdings ist bis heute nicht abschließend geklärt, wo genau der Gründe für diese positiven Auswirkungen des Sports liegen.

Bei Mäusen konnte in mehreren Versuchsreihen nachgewiesen werden, dass körperliche Anstrengung die Produktion eines Proteins namens PGC-1α1 stimuliert. Dieses Protein in trainierten Muskeln fördert wiederum die verstärkte Bildung eines Enzyms namens KAT, das den Botenstoff Kynurenin neutralisiert, der mitverantwortlich für die Entstehung von Depressionen ist.

Training verbessert das Selbstbild und das Selbstwertgefühl

Beim Menschen ist sich die Wissenschaft hingegen noch uneins. Eine Theorie besagt, dass Sport und regelmäßiges Training das Selbstbild und das Selbstwertgefühl des Menschen verbessern, da man es unter anderem geschafft hat, den inneren Schweinehund zu besiegen. Andere Studien führen die positiven Auswirkungen des Sports vor allem auf die Ausschüttung körpereigener Stoffe wie Endorphine oder Endocannabinoide und Hormone wie Serotonin zurück, welche den Sportler in rauschähnliche Zustände versetzen.  

Schon in den 80er-Jahren fanden Wissenschaftler heraus, dass Bewegung bei der Behandlung von Depressionen hilft. Heute weiß man, dass Sport eine regelrechte Medizin sein kann, welche mitunter sogar die Wirkung von Antidepressiva ersetzen kann. Aktuelle Forschungen haben sogar gezeigt, dass Testpersonen, die ihren Depressionen und Burn-out- Symptomen mit vermehrter Bewegung getrotzt haben, eine geringere Rückfallquote hatten, als Probanden, die nur mit Tabletten behandelt worden sind.

Bei Burn-out-Patienten wurden in Studien nachweislich bereits nach zehn Trainingstagen psychische Verbesserungen festgestellt. Je langfristiger von den Probanden trainiert wurde, desto nachhaltiger waren die Ergebnisse. Die positiven Auswirkungen der Bewegung auf körperliche Fitness, auf den allgemeinen Gesundheitszustand und auf die Figur tragen dazu bei, dass der Mensch sich in seinem Körper wohler fühlt und psychisch stabiler wird.

Es klingt verlockend einfach, den eigenen psychischen und physischen Problemen einfach davonlaufen zu können. Ein großes Problem ist gerade zu Beginn der fehlende innere Antrieb zur regelmäßigen Bewegung – gar zu verlockend sind Couch, Chips und Fernseher. Hier hilft nach Expertenmeinung eine Politik der kleinen Schritte. Das bedeutet: Man sollte behutsam mit ein paar gymnastischen Übungen im Wohnzimmer oder am Arbeitsplatz beginnen, um Geist und Körper allmählich zu aktivieren.

Eine aufrechte Körperhaltung wirkt sich positiv aufs Gemüt aus

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Außerdem empfiehlt es sich, auf seine Körperhaltung zu achten, die erwiesenermaßen wichtige Impulse für das Wohlbefinden setzt. Wer eine aufrechte Haltung einnimmt, fühlt sich gleich automatisch sicherer und selbstbewusster, was sich sogar wissenschaftlich belegen lässt. Feine Nervenbahnen im Rückenmark senden mit Aufrichtung der Wirbelsäule positive Impulse an das emotionale Zentrum im Gehirn.    

Natürlich hat nicht jeder Sport dieselben Auswirkungen auf Körper und Psyche. Und auch die Intensität des Trainings spielt dabei eine Rolle. Sportwissenschaftler und Psychologen raten zu einem moderaten Ausdauertraining als beste Therapie. Ein zu intensives, anaerobes Training (mit Sauerstoffunterversorgung) belastet den Körper hingegen eher und zieht auch die Stoffwechselprozesse in Mitleidenschaft. 

Der verlässlichste Indikator für ein gutes, wohltuendes Training ist allerdings auch heute noch das eigene Bauchgefühl. Spaß ist das mit Abstand Wichtigste beim Sport. Vor allem, wenn man es als Burn-out-Prävention oder Behandlung nutzen möchte. Dann ist es auch egal, ob man einen Marathon läuft, Samba tanzt, in der Landschaft herumradelt oder Tennis spielt: Gegen Herzblut und Spaß haben Depressionen und Burn-out-Symptome keine Chance.

Wer sich für Psychologie interessiert, kann heute auf eine Vielzahl von Fachzeitschriften zurückgreifen, die nicht nur die vielseitigen Wechselwirkungen zwischen Sport und Psyche beleuchten. Es besteht in der heutigen Zeit auch die Möglichkeit, sich in einem Fernstudium mit der Erforschung der menschlichen Seele, Psyche und des Verhaltens auseinanderzusetzen. Das Fernstudium der Psychologie hat keinen Numerus Clausus und wird von zahlreichen Hochschulen in Deutschland angeboten.

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