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So verhältst du dich richtig

Achtung, Ölkäfer im Sommer: Wann du den Giftnotruf wählen solltest!

  • Aktualisiert: 16.08.2023
  • 13:51 Uhr
Achtung Ölkäfergefahr! So erkennst du Ölkäfer und schützt dich vor ihnen.
Achtung Ölkäfergefahr! So erkennst du Ölkäfer und schützt dich vor ihnen.© picture alliance / blickwinkel/McPHOTO/A. Schauhube

Sobald das Wetter schön ist, verbringen wir wieder viel mehr Zeit im Freien. Mit steigenden Temperaturen wimmelt es im Grünen auch wieder vermehrt von Insekten. Die meisten sind sehr nützlich für die Natur, allerdings gibt es auch Käfer, die uns unter Umständen gefährlich werden könnten. Das betrifft beispielsweise den sogenannten Ölkäfer. So erkennst du ihn.

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Ölkäfer: Vorsicht, giftig!

Grillen, spielen, faulenzen - endlich ist die Gartensaison eröffnet! Wenn du dich gerne ins Gras legst oder auf sandigem Boden in der Nähe von einem Gewässer niederlässt, solltest du vorher gründlich überprüfen, dass dort gerade kein Ölkäfer durch die Landschaft krabbelt. Den Ölkäfer, auch Maiwurm genannt, solltest du in keinem Fall berühren. Da das Gift der Käfer schon in einer geringen Konzentration hochtoxisch ist, warnt der Bund für Umwelt und Naturschutz vor den Insekten. Wie du einen Ölkäfer erkennst, warum er gefährlich ist und wie du dich bei einer Begegnung mit ihm verhalten solltest, verraten wir dir hier.

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Im Clip: Mit diesen Tricks kannst du Fruchtfliegen endlich loswerden!

Auch, wenn wir stets ums Tierwohl besorgt sind, wollen wir manchmal Haus, Wohnung oder Garten lieber ganz für uns haben. Deshalb haben wir einige Tricks gesammelt, die uns helfen, tierische Mitbewohner:innen sanft aber effektiv loszuwerden.

Wo halten sich Ölkäfer auf?

Es gibt rund 15 Arten von Ölkäfern, die sich besonders gerne an sandigen, offenen Stellen entlang großer Flüsse, Seen oder an Sandstränden aufhalten. Aber auch in Gärten oder auf den Wiesen in Parks fühlen sich Ölkäfer wohl, vor allem dann, wenn viele Bienennester in der Nähe sind, können dir Ölkäfer des öfteren begegnen. Besonders häufig sind Schwarzblaue Ölkäfer oder Violette Ölkäfer, die auch an den Stränden von Nord- und Ostsee zu sehen sind.

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Daran erkennst du einen Ölkäfer

Typisch für den Ölkäfer ist sein gedrungener Körperbau, der an einen Wurm erinnert - weshalb Ölkäfer auch Maiwürmer genannt werden. Die Käfer sind einfarbig, glänzen metallisch-blauschwarz und werden bis zu fünf Zentimeter groß. Da Ölkäfer nicht fliegen können, sind sie aufgrund ihres Körperbaus eher schwerfällig unterwegs. Besonders auffällig sind ihre Deckflügel, die im Verhältnis zum restlichen Körper besonders klein sind. Sie bedecken nur einen kleinen Teil des Hinterleibs.

So vermehrt sich ein Ölkäfer

Das Besondere an Ölkäfern ist, dass die Weibchen im Hinterleib mehrere Tausend Eier tragen - eine Überproduktion, die bei der Fortpflanzung von Ölkäfern aber notwendig ist. Der Grund: Nur wenige Larven schaffen es überhaupt, sich zu einem erwachsenen Käfer zu entwickeln. Naturwissenschaftler schätzen, dass nur aus jeder tausendsten Larve ein Ölkäfer wird.

Bevor die Larven schlüpfen, verbleiben die Eier zunächst fast ein Jahr im Boden. Als Larven halten sie sich dann an Blüten oder Halmen fest und warten darauf, ein Insekt zu umklammern. Allerdings können sich die Larven nur dann weiterentwickeln, wenn sie als Wirtstier eine Wildbiene erwischen. Nur so können sie ins Wildbienennest gelangen - um dort die Eier sowie den Pollenproviant aufzufressen. Gelingt es der Larve nur, ein anderes Insekt als eine Wildbiene zu umklammern, ist es für sie als Wirtstier unpassend, sie stirbt. Ölkäfer brauchen zwei Jahre zur Entwicklung, nur einen einzigen Monat davon leben sie als Käfer.

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Das macht einen Ölkäfer gefährlich

Um sich vor Ameisen, Laufkäfern oder anderen Fressfeinden zu schützen, enthalten Ölkäfer ein giftiges, öliges Sekret, das sie bei Gefahr einsetzen. Das gelbliche Sekret, das den giftigen Hauptwirkstoff Cantharidin enthält, scheiden die Käfer tröpfchenweise aus Poren an den Kniegelenken aus. Die Menge Gift in einem Käfer kann ausreichen, um einen Erwachsenen zu töten. Zum Vergleich: Das Gift von fünf Kreuzottern hat den gleichen Effekt.

Kommt das Gift mit menschlicher Haut in Kontakt, kann es Rötungen und Bläschen auslösen. Gelangt das Sekret ins Auge, kommt es zu Schwellungen und ist für die betroffene Person sehr schmerzhaft.

Richtiges Verhalten

Doch wie soll man sich verhalten, wenn man einen Ölkäfer im Freien entdeckt? Auf keinen Fall solltest du in Panik verfallen. Wichtig: Dem Ölkäfer nicht zu nahe kommen und ihn gar anfassen. Auf jeden Fall solltest du den Kontakt mit seinem giftigen Sekret vermeiden. Hältst du allerdings genügend Abstand, sind Ölkäfer harmlos.

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Bei Verschlucken Giftnotruf wählen!

Solltest du aus Versehen mit einem Ölkäfer in Berührung kommen, umgehend gründlich die Hände waschen und die entsprechende Stelle gut kühlen. Gefährlich kann es vor allem werden, wenn du das Tier verschluckt hast. Hier kann es zu Magen-Darm-Beschwerden, Nierenschädigungen bis hin zu Nierenversagen kommen. Auch eine Störung der Blutgerinnung sowie Kreislaufstörungen sind möglich, und im schlimmsten Fall kann es zu Herz-Kreislauf-Versagen kommen. Wichtig: Kein Erbrechen auslösen, sondern unverzüglich den örtlich zuständigen Giftnotruf anrufen.

Gut zu wissen: Einen weiterer wichtiger Grund, Ölkäfer in Ruhe zu lassen, ist, dass sie unter besonderem Artenschutz stehen. Das bedeutet, dass man Ölkäfer weder aus der Natur entnehmen, ihnen Schaden zufügen oder sie töten darf. Dies gilt auch für ihre Fortpflanzungs- und Ruhestätten.

Was tun gegen den giftigen Käfer?

Am besten lässt du den Käfer in Ruhe und beobachtest ihn nur aus sicherer Entfernung. Sind Kinder in der Nähe, solltest du sie auf die Gefahren hinweisen und darauf achten, dass sie Abstand halten. Wichtig: Auch für Hunde und alle anderen Säugetiere ist das Gift der Ölkäfer gefährlich.

Gut zu wissen:

In der Natur ist besonders der Schwarzblaue Ölkäfer dem Ökosystem von besonderem Nutzen, da er aufgrund seiner Giftigkeit eine wichtige Schutzfunktion auch für andere Käfer übernimmt. Sein Gift wird in geringen Dosen an Larven, Eier und Puppen dieser Arten übertragen und rettet sie so vor Fressfeinden.

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