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Mit dem Sohn auf dem Heimweg

Ankunft von Mesale Tolu am Flughafen Stuttgart erwartet

  • Veröffentlicht: 26.08.2018
  • 13:20
  • dpa
(c) AP

Nach Haft und Zwangsaufenthalt darf die Journalistin Mesale Tolu die Türkei verlassen - in Stuttgart warten nun Familie und Unterstützer gespannt auf ihre Landung.

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Nach Aufhebung ihrer Ausreisesperre in der Türkei wird die Journalistin und Übersetzerin Mesale Tolu am Sonntag in Deutschland zurück erwartet. Sie soll zusammen mit ihrem kleinen Sohn auf dem Stuttgarter Flughafen landen. Am Nachmittag will sie dort eine Stellungnahme abgeben und dann weiter nach Hause fahren. Tolu ist in Ulm geboren und ging dort zur Schule, ihre Familie wohnt in der Nachbarstadt Neu-Ulm.

Der Ehemann bleibt zurück

Tolu, die für die linke Nachrichtenagentur Etha arbeitete, ist in der Türkei wegen Terrorvorwürfen angeklagt. Sie saß mehr als sieben Monate in Untersuchungshaft. Ihr Prozess in der Türkei wird ungeachtet der Ausreise fortgeführt. Auch ihr Ehemann Suat Corlu ist angeklagt. Seine Ausreisesperre ist nicht aufgehoben, er muss in der Türkei bleiben.

Der Fall Tolu hatte, zusammen mit dem des "Welt"-Reporters Deniz Yücel und des Menschenrechtlers Peter Steudtner, die Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland schwer belastet.

"Sie wird wieder in die Türkei reisen"

Seine Tochter wolle weiter in die Türkei reisen, hatte ihr Vater Ali Riza Tolu der Deutschen Presse-Agentur gesagt. Obwohl der Prozess gegen Mesale Tolu auch in ihrer Abwesenheit weiterläuft - der nächste Verhandlungstermin ist für den 16. Oktober angesetzt -, sei er nicht besorgt, dass sie erneut festgenommen werden könne. "Sie wird definitiv wieder in die Türkei reisen. Vorausgesetzt, die Türkei lässt sie einreisen."

Der Unterstützerkreis für Tolu hatte nach Bekanntwerden, dass die Ausreisesperre aufgehoben wird, betont: "Von einem rechtsstaatlichen Verfahren kann weder für Mesale noch für alle anderen zu unrecht ‎inhaftierten Menschen die Rede sein." Nach offiziellen Angaben sitzen noch mindestens sieben deutsche Staatsbürger "aus politischen Gründen" in türkischen Gefängnissen.

Staatsempfang für den Bundespräsidenten

Am 28. September wird der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in Berlin von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit militärischen Ehren empfangen. Er bleibt bis zum 29. September und wird auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) treffen. 

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