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Vor Londoner Parlament

Auto rast in Absperrung - Fußgänger verletzt

  • Veröffentlicht: 14.08.2018
  • 17:14
  • dpa
(c) PA Wire

Der Fahrer des Wagens wird von schwer bewaffneten Polizisten festgenommen. Das Gebiet wird weiträumig abgesperrt. Ob es sich um einen Terroranschlag handelt, bleibt zunächst unklar.

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Möglicherweise in terroristischer Absicht ist ein Mann am Dienstag mit einem Auto in Fußgänger und Radfahrer vor dem Parlament in London gerast. Eine Frau wurde schwer verletzt, zwei weitere Menschen erlitten leichtere Verletzungen. Der Fahrer, den die Polizei auf Ende 20 schätzt, wurde festgenommen.

"Im Moment behandeln wir das als terroristischen Vorfall, und die Anti-Terror-Einheit leitet jetzt die Ermittlungen", teilte Scotland Yard mit. Der Ort, die Art des Vorfalls und die Tatsache, dass dieser scheinbar absichtlich herbeigeführt worden sei, habe dafür den Ausschlag gegeben, sagte ein Polizeisprecher.

Zwei Aufnahmen

Auf einem Video im Internet ist zu sehen, wie ein silberfarbenes Auto eine Verkehrsinsel und die Gegenfahrbahn überquert, bevor es in die Absperrung vor dem Parlament rast. Eine weitere Aufnahme zeigt, wie Polizisten den Fahrer aus dem schwer beschädigten Auto zerren.

In dem Wagen befanden sich laut Scotland Yard keine weiteren Personen. Auch Waffen wurden nicht sichergestellt. Der Fahrer kommt britischen Medienberichten zufolge aus dem Raum Birmingham. Das Fahrzeug soll in Nottingham zugelassen sein.

Er schweigt

Der mutmaßliche Attentäter kooperiere nicht mit den Ermittlern, sagte ein Polizeisprecher. Seine Identität sei noch nicht formell geklärt, er sei den Sicherheitsbehörden nach vorläufigem Stand aber bisher nicht bekannt gewesen. Weitere Verdächtige gebe es nicht.

Die Rettungskräfte mussten zwei der drei Verletzten ins Krankenhaus bringen. Auf Fernsehbildern waren am Boden liegende Radfahrer zu sehen. Fahrräder lagen verteilt über den Gehsteig.

Lob für Einsatzkräfte

Premierministerin Theresa May dankte den Einsatzkräften für ihre "schnelle und beherzte" Reaktion. "Meine Gedanken sind bei den Verletzten", teilte sie per Twitter mit. Auch Londons Bürgermeister Sadiq Khan lobte den Einsatz.

US-Präsident Donald Trump forderte via Twitter einen harten Umgang mit Terroristen. "Schon wieder ein Terroranschlag in London. Diese Tiere sind verrückt und man muss ihnen mit Härte und Stärke entgegentreten." Was er damit genau meinte, ließ Trump offen.

Absicht?

Der Vorfall ereignete sich kurz nach 7.30 Uhr Ortszeit. Einer Augenzeugin zufolge fuhr das Auto sehr schnell in Richtung der Absperrungen. "Es sah so aus, als sei es absichtlich gewesen", sagte Ewalina Ochab der Nachrichtenagentur PA.

Die Umgebung wurde weiträumig abgesperrt. Vor Ort waren Dutzende bewaffnete Einsatzkräfte. Die U-Bahn-Haltestelle Westminster wurde vorübergehend geschlossen. Am Nachmittag wurde damit begonnen, die umfangreichen Absperrungen von Straßen wieder aufzuheben.

Déjà-vu

Das Parlament ist seit einem Anschlag im März 2017 von einer Sicherheitsbarriere aus Stahl und Beton umgeben. Damals war ein Angreifer mit einem Auto auf der Westminster Bridge in eine Menschenmenge gefahren, vier Passanten starben. Der Mann erstach zudem einen Polizisten, ehe er von der Polizei erschossen wurde.

In den vergangenen Monaten war London mehrmals das Ziel terroristischer Attacken. Zuletzt wurden im September 2017 insgesamt 30 Menschen verletzt, als mitten im Berufsverkehr in einer U-Bahn-Station eine selbstgebaute Bombe hochging. Der Haupttäter war ein Flüchtling aus dem Irak.

Attacke über Attacke

Im Juni 2017 starben in der britischen Hauptstadt acht Menschen, nachdem Terroristen mit einem Transporter erst drei Menschen auf der London Bridge umgefahren und anschließend fünf weitere am Borough Market erstochen hatten. Polizisten erschossen die drei Täter. Im selben Monat fuhr ein Mann aus Hass auf Muslime mit einem Lieferwagen in eine Menschenmenge nahe einer Moschee - und tötete einen Menschen.

Bei der in jüngster Zeit schwersten Terror-Attacke in Großbritannien riss im Mai 2017 ein Selbstmordattentäter nach einem Popkonzert von Teenie-Star Ariana Grande in Manchester 22 Menschen mit in den Tod.

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