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Karfreitag - Erinnerung an die Leidensgeschichte Christi

Bischöfe fordern Glaubensfreiheit

  • Veröffentlicht: 14.04.2017
  • 15:16 Uhr
  • dpa
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© dpa

Erst vor wenigen Tagen wurden koptische Christen bei Anschlägen in Ägypten getötet. In vielen anderen - vor allem muslimischen - Ländern können Christen ihren Glauben nicht offen leben. Für Bischöfe in Deutschland ein Grund, Religionsfreiheit einzufordern.

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Angesichts von Christenverfolgungen und Terroranschlägen haben Bischöfe an Karfreitag zum Eintreten für Religionsfreiheit und Gewaltfreiheit aufgerufen. "Es kann keinen Frieden zwischen den Religionen geben, wenn wir nicht gemeinsam dafür eintreten, dass alle Menschen ihren Glauben leben dürfen und darin respektiert werden", sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, am Karfreitag in München laut Redemanuskript. Das gelte besonders für Länder, die vom Islam geprägt seien.

Marx erinnerte an den jüngsten Terroranschlag auf koptische Christen und begrüßte in diesem Zusammenhang die geplante Reise von Papst Franziskus nach Ägypten.

In vielen Kirchengemeinden Deutschlands erinnerten die Gläubigen am Karfreitag mit Gottesdiensten und Prozessionen an das Leiden und den Tod Jesu.

Christen nahmen am Freitag in Lübeck am Ökumenischen Kreuzweg teil

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer rief alle Christen weltweit auf, ihren verfolgten Schwestern und Brüdern geistlich und auch politisch beizustehen. Nach den Worten des Bamberger Erzbischofs Ludwig Schick ist der Karfreitag eine Generalabsage an jegliches Töten von Menschen. Das betreffe Krieg und Terror, aber auch Mord und Todesstrafe, Abtreibung und Sterbehilfe: "Töten für Gott ist Perversion Gottes."

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, rief dazu auf, mit neuem Vertrauen in die Zukunft zu schauen. "Sagt allen Menschen, dass am Ende nicht Hass und Tod siegen werden, sondern das Leben", erklärte Bedford-Strohm in seiner Osterbotschaft.

Mehrere hundert evangelische und katholische Christen nahmen am Freitag in Lübeck am Ökumenischen Kreuzweg teil. Gemeinsam mit Erzbischof Stefan Heße, Bischöfin Kirsten Fehrs und weiteren Geistlichen erinnerten sie auf dem historischen Weg an die Leidensgeschichte Christi.

Heße warnte vor negativer Stimmungsmache durch sogenannte alternative Fakten. Auch bei der Verurteilung Jesu habe nach biblischer Überlieferung statt der Wahrheit die aufgeheizte öffentliche Meinung den Ausschlag gegeben. Fehrs sagte, auch heute spürten Menschen angesichts von Gewalt und Terror die Last und den Schmerz des Kreuzes. Doch die Bibel lehre, dass in Jesu Tod auch die Kraft liege, den Lebensfeinden zu widerstehen. 

In Lohr am Main fand die traditionelle Karfreitagsprozession statt

Auch Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck warnte in einer Karfreitagspredigt auf der Zechenhalde Prosper Haniel in Bottrop vor Apokalyptikern und Demagogen. Sie verkündeten immer wieder, dass man Politikern nicht trauen könne, würden aber selber "lügen, dass sich die Balken biegen", sagte der katholische Bischof.

In Lohr am Main verfolgten mehrere tausend Besucher bei sonnigem Wetter die traditionelle Karfreitagsprozession. Mehr als eine Stunde lang zogen Musiker durch in der Innenstadt. Erst am Ende des Schweigemarschs wurde auf dem Kirchplatz gebetet und gesungen. Die Prozession war 1658 erstmals durch Lohr gezogen.

Nach einer repräsentativen Umfrage des Instituts INSA für die "Bild"-Zeitung (Samstag) glaubt jeder dritte Deutsche, dass Jesus am Kreuz gestorben und von den Toten auferstanden ist. Drei von zehn (29,1 Prozent) lehnen diese Aussage ab, der Rest macht keine Angaben. Bei den Christen stimmt gut jeder zweite Katholik und Protestant der Aussage zu, dass Jesus von den Toten auferstanden ist. An ein Weiterleben nach dem Tod ganz allgemein glauben der Umfrage zufolge drei von zehn Deutschen (30,5 Prozent). 

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