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Seit langem mal wieder unter 9.000 Punkten

Dax schwächelt

  • Veröffentlicht: 08.02.2016
  • 18:41
  • dpa
© sat1.de

Vor einem Jahr schien der Jubel an der Börse grenzenlos. Der Dax war auf über 11.000 Punkte geklettert - so hoch wie nie. Ausgerechnet am Rosenmontag ist die Feierlaune endgültig verflogen. Ein Grund: China. Die Lage im Riesenreich schlägt auch anderswo auf Deutschland durch.

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 Nach der Party ist vor dem Kater. Die lange verwöhnten Aktionäre haben am Montag mit ansehen müssen, wie Deutschlands wichtigstes Börsenbarometer Dax seinen rabenschwarzen Jahresstart 2016 fortgesetzt hat und weiter in den Keller gerutscht ist. Wie sich die Zeiten ändern: Am 13. Februar 2015 hatte der Index zum ersten Mal überhaupt die 11.000er Schallmauer durchbrochen, im März ging es dann sogar über 12.000. Jetzt stürzte er unter die 9.000-Punkte-Schwelle.

Experten sehen in solchen Marken vor allem Symbolik und Psychologie. Doch die Ursachen des Kurseinbruchs an der Börse liegen tiefer. Die Wirtschaft fürchtet einen weltweiten Abschwung im Sog der Turbulenzen in China und des Ölpreistiefs. Die Stimmung ist mies, Analysten halten 8.300 Dax-Punkte für möglich. Wenig Trost für Anleger, dass sich der Index auch im Schlussstand (8.979,36) nicht berappeln konnte.

China schwächelt

Der Wirtschaftsgigant China hat sein Turbo-Wachstum eingebüßt - das Reich der Mitte setzt Europa aber auch unabhängig von seinen eigenen Problemen unter Zugzwang. Zu beobachten in einer Branche, die für den Aufbau großer Volkswirtschaften unerlässlich ist: den Stahlkochern. Es gibt Warnungen vor noch mehr Überkapazitäten, der Stahl-Weltmarkt könne überschwemmt werden, auch Thyssenkrupp oder Salzgitter treffen. Nun legen sieben europäische Länder nach. "Die EU kann nicht passiv bleiben", so der Hilferuf an die Kommission, Anti-Dumping-Verfahren gegen Peking zu beschleunigen. Kann der Vorstoß fruchten? Strafzölle auf Produkte aus China hat es in Europa immerhin schon öfter gegeben.

Bei Deutschlands Parade-Produkt, dem Auto, sind die internationalen Kräfteverhältnisse noch anders. Zuschüsse zum Kauf von E-Fahrzeugen erhitzen weiter die Gemüter, selbst wenn viele inzwischen auf die befürwortende Linie von Wirtschaftsminister Gabriel eingeschwenkt sind. Doch Finanzminister Schäuble stemmt sich gegen die 5.000-Euro-Prämie. "Dem Bundesfinanzminister fehlt an dieser Stelle eindeutig der wirtschafts- und arbeitsmarktpolitische Blick", glaubt Niedersachsens Wirtschaftsminister und VW-Aufseher Olaf Lies. Dabei wird die Debatte auch hier längst mit Blick auf China geführt: Im Reich der Mitte bekommt der E-Auto-Käufer staatliche Anschubhilfe.

Autos und Banken - damit verbinden Verbraucher meist die Finanzierung eines Wagens. Anders im Fall der deutschen Niederlassung der kanadischen Maple Bank: Sie soll 2008/2009 mit der Abwicklung der am Ende geplatzten VW-Übernahme durch Porsche beauftragt worden sein. Die Finanzaufsicht macht die deutsche Zweigstelle nun dicht. Grund: drohende Überschuldung wegen einer Steuerrückstellung nach "Cum-Ex"-Aktiendeals von 2006 bis 2010. Es geht es um umstrittene Steuerdeals bei Dividenden-Terminen von Aktiengesellschaften. Staatsanwälte haben ein Auge auf die Bank geworfen. Im Visier steht nicht nur Maple: Erst kürzlich bestätigte der in Steuerstrafsachen umtriebige Finanzminister Walter-Borjans in NRW neue Ermittlungen.

Bahn muss sich umstellen

Die Fernbus-Konkurrenz hat die Deutsche Bahn in die Bredouille gebracht. Doch der Konzern reagiert. "Ich muss ja nicht viel Geld verdienen, aber ich möchte nicht unendlich Geld verlieren", sagte Vorstand Berthold Huber der dpa jüngst zu den Ausbauplänen für den eigenen Ableger BerlinLinienBus. Die Qualitätsoffensive soll auch im Kerngeschäft greifen - Stichwort: mehr Flexibilität für die Kunden. So können "Frühbucher" unter den Bahnfahrern ab diesem Donnerstag (11. Februar) Fahrscheine sechs Monate im Voraus kaufen, bisher ging das höchstens drei Monate vorher. Vor allem Familien hätten diesen Wunsch geäußert, damit sich der Urlaub früher planen lässt.

Die Rechte an der "Star Wars"-Saga gelten als Gelddruckmaschine. Schon vor Weihnachten hatte die 7. Folge an den US-Kinokassen einen Allzeit-Startrekord erzielt. Wer die dazu passenden Spielfiguren in Lizenz herstellen darf, ist gut dran. Dem Konzern Hasbro spülte nicht zuletzt der Film-Hype zum Jahreswechsel einen Milliardenumsatz in die Kasse. Folgt bald die Hochzeit von DarthVader und Barbie? Gerüchte über eine Fusion mit dem Rivalen Mattel, der künftig auch "kurvige" Modelle der Puppe anbietet, machen die Runde. Käme es dazu, wären auch Mattels Marken Hot Wheels, Fisher Price und Matchbox mit Hasbros Klassikern Transformers, Monopoly oder Furby in einer Familie.

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