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Spitzenreiter in Europa

Deutschland stärkt Wettbewerbsfähigkeit

  • Veröffentlicht: 11.01.2016
  • 11:30
  • dpa
dpa/Bernd Wüstneck

Die Bundesrepublik bleibt als Fertigungsstandort weltweit langfristig konkurrenzfähig. Laut der Deloitte-Studie liegt Deutschland auf Platz drei hinter USA und China.

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Als Fertigungsstandort bleibt Deutschland langfristig konkurrenzfähig, das zeigt der Deloitte Global Manufacturing Competitiveness Index 2016. Aktuell positioniert sich die Bundesrepublik weltweit auf Rang drei, den die hiesige Wirtschaft auch für die nächsten fünf Jahre behaupten wird. In Europa führen die deutschen Unternehmen das Ranking weiter mit Vorsprung an, was auch künftig so bleiben wird. Die für die Studie befragten Führungskräfte bescheinigen Deutschland ein hohes Maß an Konkurrenzfähigkeit in den Punkten Talent, Innovation, stabiles Rechts- und Normensystem sowie physische Infrastruktur - diese sind die Schlüsselfaktoren im internationalen Wettbewerb.

China auf Platz eins

Insgesamt bewertet der Index weltweit die Investitionen in Produktion, Forschung, Entwicklung, Vertrieb, Logistik, Marketing und Kundenservice. Derzeit hält China die Pole Position, dicht gefolgt von den USA, die in den kommenden Jahren die Volksrepublik überholen werden.

"Deutschland behauptet sich in der Spitzengruppe und ist mittelfristig gut aufgestellt. Um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben und zukunftssichere Arbeitsplätze im eigenen Land zu bieten, müssen die Unternehmen jedoch weiter investieren. Maßgeblich für den Erfolg von morgen sind dabei verstärkte Anstrengungen in puncto Digitalisierung und Industrie 4.0. Wer diese Themen vorantreibt, muss keine Konkurrenz fürchten", sagt Thomas Döbler, Partner und Leiter Manufacturing bei Deloitte.

Weltweite Verschiebungen

In den nächsten Jahren kommt es zu einigen Verschiebungen bei der weltweiten Wettbewerbsfähigkeit - angesichts der getrübten Entwicklung in den BRIC-Staaten rückt ihr weiterer Aufstieg in die Ferne. Besonders Brasilien hat zunehmend Probleme, sich international zu behaupten. Konnte das südamerikanische Land 2013 noch Platz acht sichern, fällt es im aktuellen Ranking auf Rang 29 zurück, in fünf Jahren klettert es auf 23. Russland rückt um fünf Plätze auf 32 zurück und wird sich künftig auf diesem Niveau stabilisieren. Ebenso büßt China langfristig seine Spitzenposition ein und fällt auf Rang zwei zurück. Einzig Indien schafft die Trendwende und wird seinen Erfolgskurs weiter fortsetzen. Um sieben Plätze auf Rang 11 im aktuellen Index abgerutscht, kann der Subkontinent seine Wettbewerbsfähigkeit wieder steigern und landet künftig auf Platz fünf.

Konkurrenzfähigkeit stärken

Die Studie zeigt: Qualifizierung und Know-how der Mitarbeiter sind die Haupttreiber für die internationale Wettbewerbsfähigkeit, gefolgt von Kosteneffizienz und Produktivität. Auf den folgenden Plätzen rangieren ein passendes Lieferantennetzwerk, adäquate Rechts- und Normensysteme, Bildungswesen, physische Infrastruktur sowie ein stabiles Wirtschafts-, Handels-, Steuer- und Finanzsystem. Nicht zu vernachlässigen sind Innovationskultur und -infrastruktur, Energiepolitik, Kaufkraft des Heimatmarktes sowie ein funktionierendes Gesundheitssystem.

Herausforderung Talentförderung

Das wichtigste Kriterium Ausbildung wird besonders für hochentwickelte Technologieunternehmen in den entwickelten Volkswirtschaften zur Hauptaufgabe. Zwar behalten die USA ihre führende Stellung bei Forschung, Technologie und Innovation. Begründet liegt das in einem Bildungssystem, das kreatives Denken, Begabtenförderung und erstklassige Universitäten fördert. Aber der Vorsprung der US-Wirtschaft bei der Wettbewerbsfähigkeit in Forschung und Entwicklung schmilzt schneller, seit Länder wie China ihre Attraktivität für Talente in den MINT-Fächern deutlich erhöht haben.

"Ein wesentlicher Aspekt der Zukunftsfähigkeit für die deutsche Wirtschaft sind die Fähigkeiten der Mitarbeiter. Die Unternehmen müssen konsequent in ihre Talente investieren, sie weiterbilden und fit für digitale und datengetriebene Geschäftsprozesse machen. Sie dürfen dabei das Know-how der Erfahrenen nicht vernachlässigen und müssen den Wissenstransfer von Alt zu Jung fördern. Sie benötigen dafür auch sinnvolle Modelle für die Einbindung älterer Mitarbeiter", so Thomas Döbler.

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