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Skigebiet unerreichbar

Dorf von Lawine bedroht

  • Veröffentlicht: 17.01.2019
  • 17:52
  • dpa
dpa

Akute Lawinengefahr bedroht ein Dorf in Oberbayern. Die Menschen aus Raiten harren den zweiten Tag in Folge bei Freunden aus.

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Lawinengefahr macht den Menschen in den Schneegebieten Oberbayerns weiter zu schaffen. Die 266 Einwohner des Schlechinger Ortsteils Raiten können mindestens bis Freitag nicht in ihre Häuser zurück und müssen bei Familien und Freunden bleiben, wie das Landratsamt Traunstein am Donnerstag mitteilte. Eine Notunterkunft im Feuerwehrhaus im Nachbarort Unterwössen sei seit Mittwoch eingerichtet, bisher habe sie aber niemand genutzt.

Staublawine möglich

Oberhalb von Raiten von der Südseite der knapp 1600 Meter hohen Hochplatte hat sich in den Schneemassen eine gefährliche Lage entwickelt. "Wenn sich das löst, könnte eine Staublawine mit bis zu 400 Stundenkilometern entstehen", sagte eine Sprecherin des Landratsamtes. Die Gefahr sei nicht gebannt.

Landwirte aus Raiten holten auf eigene Gefahr 80 Rinder, fünf Ziegen, ein Schaf, ein Pferd sowie einen Hasen aus der Gefahrenzone, da sie die Tiere nicht unversorgt lassen wollten.

Akute Gefahr

Hubschrauberbesatzungen der Bundeswehr hatten aus der Luft beobachtet, dass sich der Schnee an dem Hang gesenkt hatte - akute Gefahr. Deshalb war der gesamte Ort am Mittwoch geräumt worden. Vor zehn Jahren war an der Stelle eine Lawine abgegangen, aber rund 150 Meter vor den Häusern zum Stehen gekommen.

Im Landkreis Traunstein gilt seit einer Woche der Katastrophenfall, ebenso in Teilen des Landkreises Berchtesgadener Land und im Landkreis Miesbach. Mehrere Straßen waren in den Gebieten weiter gesperrt. Teils herrschte Lawinengefahr.

Stillstand

Bei Bayrischzell im Landkreis Miesbach verschüttete eine Lawine die Zufahrt zum Skigebiet Sudelfeld. "Das Skigebiet ist nicht zugänglich", sagte eine Sprecherin des Bergbahnverbundes Alpen Plus, zu dem das Sudelfeld gehört. Erneut standen die Lifte still.

Die Lawinengefahr sinkt inzwischen. Es herrschte oberhalb der Waldgrenze erhebliche Gefahr mit der Warnstufe drei von fünf, unterhalb der Waldgrenze ging die Gefahr auf zwei zurück.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) teilte mit, dass große Mengen an Neuschnee von Freitag an nicht mehr in Sicht seien. Das Hoch "Brigida" bringe zum Wochenende ruhigeres, aber kaltes Wetter nach Deutschland. Die Temperaturen werden bei einem bis vier Grad am Freitag erwartet, am Samstag werde es im Süden sogar bis minus zwei Grad kalt. Dabei werde es am Samstag überwiegend sonnig.

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