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"Null-Toleranz-Politik"

EU-Parlament: Blatter soll sofort gehen

  • Veröffentlicht: 11.06.2015
  • 20:35 Uhr
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Die Korruptionsskandale der FIFA schlagen weiter hohe Wellen. Auch das Europaparlament macht jetzt Druck für schnelle und grundlegende Reformen des Weltfußballverbandes.

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Der schwer in der Kritik stehende FIFA-Präsident Joseph Blatterhat die Forderung des EU-Parlaments nach seinem sofortigen Rücktritt strikt zurückgewiesen. Man sei "total überrascht" vom Vorstoß der Politiker, teilte der Fußball-Weltverband am Donnerstag mit. Der Schweizer Sport-Funktionär schließt seinen sofortigen Rücktritt weiter aus. Aufgrund der speziellen Umstände, in der sich die FIFA befinde, werde Blatter sein Mandat erst auf einem Wahlkongress niederlegen. Wann der neue FIFA-Chef gewählt wird, soll am 20. Juli festgelegt werden.

Der Druck wächst

Blatter sei weiter darauf fokussiert sicherzustellen, dass "unumgängliche Reformen durchgesetzt werden und ein neuer Präsident gewählt wird", hieß es in der Mitteilung. Das EU-Parlament hatte zuvor in seltener Einmütigkeit der sieben Fraktionen den sofortigen Blatter-Rücktritt gefordert.

Der noch amtierende FIFA-Präsident sollte nach Auffassung des EU-Parlaments umgehend von einem Übergangs-Präsidenten abgelöst werden. Bis zur Ernennung einer neuen Führung könnten noch bis zu neun Monate vergehen, hieß es in einer Entschließung. Von einem sofortigen Führungswechsel hänge die Glaubwürdigkeit der FIFA als Führungsorgan des Weltfußballs ab.

De Gregorio geschasst

Unterdessen wurde bekannt, dass Mediendirektor Walter De Gregorio die FIFA verlässt. De Gregorio gebe "ab sofort sein Amt als Direktor Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit ab", hieß es in einer FIFA-Mitteilung. Bis zum Ende des Jahres stehe er aber noch als Berater zur Verfügung. De Gregorio hatte im September 2011 den Posten übernommen. Sein Stellvertreter Nicolas Maingot tritt interimistisch die Nachfolge an.

De Gregorio hatte jüngst im Schweizer Fernsehen mit einem Witz für Aufsehen gesorgt: "Der Sepp Blatter – der Fifa-Präsident, sein Kommunikationschef und der Generalsekretär sitzen im Auto. Wer fährt? – Die Polizei!"

EU fordert Reformen

Eine "Nulltoleranz-Politik in Bezug auf Korruption im Sport" verlangt das EU-Parlament. Eine radikale Reform der Strukturen und Verfahren der FIFA sei dringend erforderlich. Außerdem werden eine "externe und unabhängige Finanzprüfung" und Begrenzung von Amtszeiten gefordert. Schließlich war Blatter bis zu seinem Rücktritt nach der Wiederwahl 17 Jahre im Amt. Auch die Sponsoren sollten zum Reformprozess beitragen: Sie sollten öffentliche Erklärungen gegen Korruption im Sport abgeben, "und ihren Worten durch anhaltenden Druck Taten folgen lassen".

"Es ist unfassbar, dass Blatter als ewiger Präsident angesichts der Schwere der Vorwürfe nicht sofort und uneingeschränkt die Verantwortung übernimmt. Er kann unmöglich noch bis zur Neuwahl Ende des Jahres amtieren. Die FIFA muss zügig einen Interimspräsidenten wählen, der glaubwürdig die notwendigen Reformen gestalten und umsetzen kann", sagte die Europa-Abgeordnete Angelika Niebler (CSU).

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