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Furcht vor einer Energiekrise

Eurokurs fällt auf 20-Jahrestief knapp über der Parität

  • Veröffentlicht: 11.07.2022
  • 17:52 Uhr
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© dpa

Der Kurs des Euro hat zum Wochenstart den tiefsten Stand seit 20 Jahren erreicht.

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Am Montagnachmittag kostete die Gemeinschaftswährung im Tief 1,0053 US-Dollar. Zuletzt hatte die Gemeinschaftswährung am Freitag bei 1,0072 Dollar das niedrigste Niveau seit Ende 2002 erreicht. Damit steht der Kurs nur noch knapp über der Euro-Dollar-Parität. Darunter versteht man ein Tauschverhältnis eins zu eins. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0098 (Freitag: 1,0163) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9903 (0,9840) Euro.

Ein wesentlicher Grund für die Euro-Schwäche ist die Furcht vor einer Energiekrise in Europa. Am Montag begann die wartungsbedingte Abschaltung der Gas-Pipeline Nord Stream 1. "Die Gefahr einer Energiekrise in Europa ist das Damoklesschwert, welches über den Euro-Wechselkursen schwebt und diese belastet", sagte Devisenexperte Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank. Vor dem Ende der in der Regel zehntägigen Pipeline-Wartungsarbeiten kann es seiner Einschätzung nach kaum Entlastung geben. Und jeder Tag, den die Wartungsarbeiten länger als geplant dauern, könnte den Euro weiter belasten, warnte Leuchtmann.

Außerdem setzte auch eine Dollar-Stärke den Euro unter Druck. Am Markt richtet sich der Blick auf neue Inflationsdaten aus den USA, die am Mittwoch erwartet werden. Es wird für Juni mit einem weiteren Anstieg der Teuerungsrate auf 8,8 Prozent gerechnet. Dies würde nach Einschätzung von Experten auf eine deutliche Zinserhöhung um 0,75 Prozentpunkte durch die US-Notenbank Fed in diesem Monat hindeuten. Die Aussicht auf weiter stark steigende Zinsen in den USA, während die Zinswende in der Eurozone erst im Juli erwartet wird, sorgt für Auftrieb beim Dollar und belastet den Euro.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,84540 (0,84585) britische Pfund, 138,77 (138,05) japanische Yen und 0,9908 (0,9913) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1738 Dollar gehandelt. Das waren rund vier Dollar weniger als am Freitag.

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