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Ministerin Giffey legt erschreckende Zahlen vor

Frauen sind zuhause nicht sicher

  • Veröffentlicht: 20.11.2018
  • 14:15
  • dpa
Maurizio Gambarini/dpa

Es sind erschreckende Zahlen: 2017 soll im Schnitt alle zwei bis drei Tage eine Frau von ihrem aktuellen oder früheren Lebensgefährten getötet worden sein. Familienministerin Giffey stellt dazu eine neue Kampagne zu Gewalt in der Partnerschaft vor.

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Jeden Tag versucht im Schnitt ein Mann in Deutschland, seine Partnerin oder Ex-Partnerin zu töten. In 147 Fällen gelang das im vergangenen Jahr, wie aus Zahlen des Bundeskriminalamts hervorgeht, die Frauenministerin Franziska Giffey (SPD) am Dienstag in Berlin vorgestellte. Dazu kommen tausende Fälle von Vergewaltigungen, Körperverletzungen, Stalking und sexueller Nötigung. "Für viele Frauen ist das eigene Zuhause ein gefährlicher Ort", sagte die SPD-Politikerin.

Fast 140 000 Fälle von Gewalt in der Partnerschaft wurden 2017 angezeigt. Nur jedes fünfte Opfer aber suche überhaupt Hilfe, sagte Giffey. Tatsächlich seien Hunderttausende betroffen - zu mehr als 80 Prozent Frauen, aber auch mehrere Tausend Männer.

Die Auswertung des BKA zeigt zudem, dass rund zwei Drittel der Tatverdächtigen deutsche Staatsbürger sind. Ein Migrationshintergrund wird nicht erfasst. "Häusliche Gewalt geht durch alle Gruppen", betonte Giffey. Generell sei die Gefahr höher, wenn Alkohol, Geldsorgen und psychische Probleme im Spiel seien. Doch auch in gut situierten Familien gebe es Fälle.

 "Das eigene Zuhause ein gefährlicher Ort"

Giffey setzt sich für einen Ausbau der Hilfeangebote in Frauenhäusern ein. Derzeit könnten in den 350 Frauenhäusern und 600 Fachberatungsstellen pro Jahr 30 000 Frauen betreut werden. "Das reicht nicht", sagte Giffey. Im Jahr 2020 sollen 35 Millionen Euro in ein Aktionsprogramm gegen Gewalt an Frauen fließen und Länder wie Kommunen beim Ausbau von Hilfsstrukturen unterstützen.

Rund um die Uhr steht zudem ein Hilfetelefon zur Verfügung, dass in 17 Sprachen anonym berät. Die Anrufe würden auf Telefonrechnungen nicht angezeigt, betonte Hilfetelefon-Leiterin Petra Söchting.

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