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Suche nach Vermissten fortgesetzt

Georgien: Tiflis unter Wasser

  • Veröffentlicht: 15.06.2015
  • 12:24
  • dpa
dpa

Bei schweren Überschwemmungen in Georgien kamen mindestens zwölf Menschen ums Leben. In Tiflis herrscht Wildtier-Alarm.

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Ein heftiges Unwetter hat in der georgischen Hauptstadt Tiflis mindestens zwölf Todesopfer gefordert und Dutzende Raubtiere aus dem zerstörten Zoo auf die Straßen getrieben. Sicherheitskräfte mit Spezialgewehren machten Jagd auf streunende Bären, Tiger, Löwen und Wölfe und erlegten mehrere Tiere, wie örtliche Medien berichteten. Regen löste Erdrutsche und Überschwemmungen in mehreren Stadtteilen aus. Mehrere Menschen werden noch vermisst.

Das schwere Unwetter hat nach Einschätzung der Regierung Schäden in Höhe von rund 50 Millionen Lari (etwa 20 Mio Euro) angerichtet. "In der Geschichte von Tiflis gab es noch nie eine so schwere Überschwemmung wie in der Nacht zum 14. Juni", sagte Ministerpräsident Irakli Garibaschwili dem TV-Sender Imedi. Die EU bot sofort Hilfe an.

Mehrere Staaten wollen helfen

Besonders der Zoo von Tiflis wurde stark zerstört. Zahlreiche Tierparks aus anderen Ländern boten Hilfe beim Wiederaufbau an. Der Prager Zoo etwa wolle Spezialisten nach Georgien schicken, teilte der Direktor des Tiergartens Tiflis, Surab Gurielidse, mit.

Ein Moskauer Zoo-Sprecher sagte dem Radiosender Goworit Moskwa, Tiere aus Tiflis könnten vorübergehend in einem Gehege in der russischen Hauptstadt untergebracht werden. Auch könnte Moskau dem Zoo in Tiflis helfen, seine Bestände wieder aufzubessern.

Suche nach Vermissten fortgesetzt

Einsatzkräfte haben am Montag die Suche nach Vermissten fortgesetzt. Etwa 20 Menschen galten als vermisst. Angesichts von bisher rund einem Dutzend Toten setzte die Regierung einen Tag der Trauer an.

Unklar ist weiter, wie viele Tiere, darunter Löwen, Wölfe und Flusspferde, aus dem bei Überschwemmungen und Erdrutschen zerstörten Zoo ausgerissen waren. 

Einwohner sollen zu Hause bleiben

Ein Nilpferd erkundete die Gegend in der Nähe seines Zoos. Es stapfte durch den Schlamm in den Straßen von Tiflis, vorbei an Autos, die teils bis zum Heck in einer Lawine aus Schutt und Erde steckten. Mit vereinten Kräften trieben und schoben mehrere Männer das Tier wieder in Richtung Zoo, wie in einem Video des TV-Senders 1. Kanal der Südkaukasusrepublik zu sehen war. Ein anderes Nilpferd wurde mit einem gezielten Schuss betäubt.

Nach der Flucht vieler Raubtiere aus ihren Gehegen wollten die Behörden auf Nummer sicher gehen. Die rund 1,2 Millionen Einwohner von Tiflis sollten aus Sicherheitsgründen möglichst in ihren Wohnungen bleiben, teilte das Innenministerium mit.

Doch selbst die eigenen vier Wände boten nur bedingten Schutz. In der ersten Etage eines Wohnhauses spähte ein Bär vom Fenstersims aus in ein Apartment, wie auf einem Foto zu sehen war. Insgesamt suchten die Behörden zwischenzeitlich nach mehr als 30 Tieren, darunter auch ein Krokodil. Spezialkräfte erschossen auch einige gefährliche Tiere: Bei einem Kinderkrankenhaus erlegten sie einem Fernsehbericht zufolge sechs Wölfe.

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