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Nach Gewalt-Eskalation

Hamas: Einigung auf Waffenruhe mit Israel

  • Veröffentlicht: 30.05.2018
  • 16:08 Uhr
  • dpa
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© Ilia Yefimovich/dpa

Nach fast 24 Stunden massiver gegenseitiger Angriffe stehen die Zeichen zwischen Israel und militanten Palästinensern im Gazastreifen auf Entspannung. Die Hamas spricht von einer Waffenruhe - Israel nicht.

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Nach der schwersten Eskalation der Gewalt seit 2014 zwischen militanten Palästinensern und Israel gilt nach Angaben der radikalislamischen Hamas in Gaza wieder eine Waffenruhe. Man habe sich auf eine Rückkehr zu Vereinbarungen von 2014 geeinigt, teilte die Hamas in der Nacht zu Mittwoch auf Twitter mit. Nach dem Gaza-Krieg im Sommer 2014 hatte Ägypten eine entsprechende Waffenruhe vermittelt.

Mehrere israelische Minister betonten dagegen, es gebe keine vereinbarte Waffenruhe, man sei aber nicht an einer Eskalation interessiert. Sollte die Lage ruhig bleiben, will Israel die Vereinbarung nach Medienberichten akzeptieren, um Ägypten als moderierende Kraft zu stärken.

Ägypten in der Vermittlerrolle

Rund 100 Mörsergranaten und Raketen waren seit Dienstag aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert worden, wie die israelische Armee mitteilte. Im Gegenzug griff die Luftwaffe dutzende Ziele der radikalen Palästinenserorganisationen Islamischer Dschihad und Hamas an.

Das israelische Sicherheitskabinett wollte sich nach Medienberichten am Mittwochabend zu Beratungen treffen.

Bereits am Dienstagabend hatte ein Sprecher der militanten Gruppe Islamischer Dschihad die Einigung auf eine Waffenruhe unter Vermittlung Ägyptens verkündet. Man werde sich an die Kampfpause halten, solange Israel dies auch tue, hieß es.

Geschosse auf Israel wurden weitestgehend abgefangen

Nach Angaben der Armee konnte das Abwehrsystem Iron Dome (Eisenkuppel) rund 40 der Geschosse aus dem Gazastreifen abfangen - auch Mörsergranaten. Diese befinden sich nach Medienberichten nur 15 Sekunden in der Luft. Das Abwehrsystem wird nur eingesetzt, wenn ein Geschoss bewohnte Gebiete zu treffen droht.

Allerdings wurden auch in der Nacht zu Mittwoch weiter Raketen auf israelische Ziele abgefeuert. Eine Rakete traf nach Medienberichten ein Haus in einem Kibbuz im Süden Israels. Die Familie habe sich in ihrem Schutzraum befunden. Niemand sei verletzt worden. Eine weitere Rakete schlug demnach in der südisraelischen Stadt Netivot ein.

Forderungen israelischer Minister nach einer Eroberung des Gazastreifens wies Bauminister Joav Galant zurück. "Wenn man die Hamas stürzen willst, muss man sich selbst fragen, wer sie ersetzen wird", sagte der ehemalige General des Südkommandos der Armee nach Angaben der Nachrichtenseite "ynet". "Ich sehe keine Freiwilligen, die auf die Hamas folgen wollten." Er sehe in der Rolle weder Ägypten, noch andere palästinensische Kräfte, noch die Europäer - "und sicher nicht wir".

Mehr als 120 getötete Palästinenser seit Beginn der Eskalation

Am Dienstag waren zum ersten Mal seit Beginn der Proteste entlang der Gaza-Grenze am 30. März Geschosse auf Israel abgefeuert worden. Seit Ende März sind mehr als 120 Palästinenser bei Massenprotesten und Konfrontationen mit israelischen Soldaten am Grenzzaun zwischen Israel und dem Gazastreifen getötet worden. Tausende wurden verletzt.

Israel hat vor mehr als zehn Jahren eine Blockade über das Küstengebiet verhängt, die mittlerweile von Ägypten mitgetragen wird. Israel begründet die Blockade mit Sicherheitsinteressen. Die EU, die USA und Israel stufen die Hamas als Terrororganisation ein. Die rund zwei Millionen Einwohner leiden nach Angaben der Vereinten Nationen unter massiven Stromausfällen, verdrecktem Grundwasser und hoher Arbeitslosigkeit.

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