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Rekordsieger erreicht Halbfinale

Happy End für Federer in Wimbledon

  • Veröffentlicht: 06.07.2016
  • 18:31 Uhr
  • dpa
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Was für eine Spannung! Federer stand im Viertelfinale von Wimbledon mehrfach kurz vor dem Aus, konnte sich am Ende aber doch noch feiern lassen. Die Chance auf seinen achten Triumph bei dem Rasenturnier hat er sich erhalten.

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Nach dem Happy End in einer dramatischen Tennis-Partie riss Roger Federer die Arme in die Höhe und genoss ausgiebig den Applaus auf dem Centre Court von Wimbledon. Nach Abwehr dreier Matchbälle und einem verrückten Fünf-Satz-Match wendete der siebenmalige Champion ein Viertelfinal-Aus gerade eben ab und bewahrte sich die Chance auf den Rekordsieg beim berühmtesten Tennisturnier der Welt. Und sicherte sich nebenbei den Siegrekord vor Martina Navratilova.

Mit 6:7 (4:7), 4:6, 6:3, 7:6 (11:9), 6:3 gewann Federer seine erste echten Prüfung bei seiner 18. Wimbledon-Teilnahme gegen den Kroaten Marin Cilic. Damit zog der Schweizer am Mittwoch doch noch zum elften Mal in das Halbfinale des Rasenturniers in London ein und verhinderte es, sich nach dem sensationellen Drittrunden-Aus des serbisches Titelverteidigers Novak Djokovic ebenfalls zu verabschieden.

"Ich könnte nicht glücklicher sein", sagte Federer. "Ich war in so großen Problemen. Es war ein unglaubliches Match. Die letzten drei Sätze waren richtig gut. Das ist ermutigend für mich."

Federer war nicht als Topfavorit nach Wimbledon gekommen

Die reine Ziffernfolge spiegelt bei weitem nicht wieder, welche Spannung sich in den 3:17 Stunden auf dem berühmtesten Tennisplatz abspielte. 0:2 in Sätzen lag der 34-Jährige zurück, kämpfte sich wieder heran. Dank eines leichten Returnfehlers des US-Open-Siegers von 2014, einem Ass und eines Service-Winners hielt er sich bei den Matchbällen von Cilic im Spiel. Bei 4:5, bei 5:6 sowie im Tiebreak des vierten Satzes. Seine Ehefrau Mirka und Cilic' Trainer, der frühere Wimbledonsieger Goran Ivanisevic, fieberten auf der Tribüne so mit. "Es ging für mich darum, irgendwie im Match zu bleiben", sagte Federer.

Der 17-fache Grand-Slam-Sieger selbst verwandelte dann seinen ersten Matchball. Im Kampf um den Einzug ins Endspiel trifft er am Freitag auf den kanadischen Weltranglisten-Siebten Milos Raonic, der den Djokovic-Bezwinger Sam Querrey 6:4, 7:5, 5:7, 6:4 besiegte.

Federer war nicht als Topfavorit nach Wimbledon gekommen. Doch die frühe Niederlage des serbischen Topstars Djokovic eröffneten ihm neue Perspektiven. Ziel seiner Träume ist das dritte Endspiel in Wimbledon nacheinander und vor allem ein achter Triumph. So oft hat noch nie jemand das älteste Tennisturnier der Welt gewonnen.

Federer und Wimbledon - das ist eine andauernde Liebesbeziehung

Bei all der Dramatik im ersten Spiel am Mittwoch auf dem Centre Court geriet zur Nebensache, dass er einen weiteren Rekord in seiner einzigartigen Karriere aufstellte. Der Baseler feierte seinen 307. Sieg bei einem der vier wichtigsten Turniere, so viele hat kein anderer geschafft. Nach dem Achtelfinale hatte er sich die Bestmarke mit Martina Navratilova geteilt.

Federer und Wimbledon - das ist eine andauernde Liebesbeziehung. In diesem Jahr waren die Erwartungen nach seinen Verletzungsproblemen gering. Der zweifache Zwillingsvater hatte sich nach den Australian Open beim Baden seiner Töchter den Meniskus gerissen. Anschließend bremsten ihn eine Erkrankung und Rückenprobleme. Die French Open in Paris verpasste der Weltranglisten-Dritte, nach zuvor 65 Teilnahmen an Grand-Slam-Turnieren in Serie.

So kam er mit wenig Match-Praxis und ohne einen einzigen Turniersieg in dieser Saison in Wimbledon an. Überraschend leicht und ohne Satzverlust bahnte er sich dann seinen Weg bis ins Viertelfinale. Er präsentierte sich entspannt und gut gelaunt, war aber in den ersten Runden kaum gefordert - bis zum Auftritt gegen Cilic. 

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