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Zwei irreguläre Tore

Irreguläre Tore entscheiden Sonntagsspiele

  • Veröffentlicht: 18.10.2015
  • 20:33
dpa

Beide Sonntagsspiele der Fußball-Bundesliga wurden durch irreguläre Treffer entschieden. Hannover gewann durch ein Hand-, Stuttgart durch ein Abseitstor.

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Ein irregulärer Treffer hat die Fans des VfB Stuttgart zum ersten Mal seit langer Zeit wieder in Feierlaune versetzt. Trotz einer schwachen Leistung bejubelten die Anhänger der Schwaben am Sonntagabend minutenlang ihr erschöpftes Team für den Sprung auf einen Nicht-Abstiegsplatz der Fußball-Bundesliga. «Endlich mal eine schlechte Statistik und ein 1:0 für uns. Großes Lob an die Mannschaft!», sagte VfB-Coach Alexander Zorniger. Nach zuletzt vier Pleiten vor eigenem Publikum hatte Daniel Didavi (59. Minute) mit einem Abseitstor für das 1:0 (0:0) gegen den FC Ingolstadt und die Erlösung der eigenen Fans gesorgt.

Vor 45.700 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena hatte der Spielmacher einer flachen Hereingabe von Florian Klein mit seinen Stollen den entscheidenden Dreh gegeben. «Da stehe ich nicht gut. Auch, wenn es Abseits war - das darf nicht passieren», sagte Ingolstadts Moritz Hartmann überraschend ehrlich. Für den Neuling war es die erste Niederlage auf gegnerischem Platz. «Wir hätten heute sicher nicht verlieren müssen», kommentierte FCI-Trainer Ralph Hasenhüttl.

In einem schwachen Spiel hatte Martin Harnik nach nicht mal 180 Sekunden für einen der wenigen Aufreger gesorgt. Bei einem extrem unglücklichen Abwehrversuch im eigenen Strafraum traf der Stürmer anstatt des Balls die Beine von Ingolstadts Benjamin Hübner, der sofort zu Boden ging. Den von Schiedsrichter Guido Winkmann (Kerken) zurecht gegebenen Elfmeter setzte Leckie allerdings flach in die Mitte des Tores, so dass Tyton ohne große Mühe mit dem Fuß abwehren konnte. «Der verschossene Elfmeter war schon eine Keule für uns», sagte Hasenhüttl.

Ausgerechnet Tyton. Vor zwei Wochen war der Keeper nach dem 2:2 in Hoffenheim noch von einigen Fans ausgepfiffen worden, in der Vergangenheit hatte der Pole bereits zwei Elfmeter verursacht. Gegen den Aufsteiger präsentierte sich der Neuzugang dagegen in stark verbesserter Form und bewahrte sein Team nicht nur in der Anfangsphase vor dem drohenden Rückstand. «Das tut ihm sicher gut, das tut der ganzen Mannschaft gut», sagte der verletzte VfB-Kapitän Christian Gentner bei Sky. Und auch Zorniger lobte seinen Torwart: «Endlich mal die Null gehalten. Das tut dem Jungen gut.»

Auch Hannover gewinnt mit einem irregulären Treffer

Leon Andreasen sprach leise, fast schon schüchtern, als er die entscheidende Szene der Partie schilderte. «Ich mache eine Bewegung Richtung Ball, das ging alles ganz schnell. Der Torwart war vorher noch am Ball», erklärte er sein Tor mit dem Oberarm aus der 38. Minute. Mit dem irregulären Treffer hatte der Hannoveraner seiner Mannschaft einen 1:0-Auswärtssieg beim 1. FC Köln beschert. Letztlich räumte Andreasen ein. «Das kann man natürlich pfeifen. Das war eindeutig Hand.»

Die Kölner waren ähnlicher Meinung. Marcel Risse erklärte: «Aus meiner Sicht hat man ganz klar gesehen, dass der Ball an der Hand war.» FC-Manager Jörg Schmadtke wurde noch ein wenig deutlicher. «Es ist ärgerlich, dass wir heute einen Handball-Schiedsrichter hatten. Wenn 48 700 Leute das sehen, müssen das auch die vier Schiedsrichter sehen», sagte er. Kölns Torwart Timo Horn konnte es ebenfalls kaum fassen «Ich habe mit einem klaren Pfiff des Schiedsrichters gerechnet. Ein irreguläres Tor hat uns um einen Punkt gebracht. Da gibt es keine zwei Meinungen.»

Hannovers Kapitän Christian Schulz hatte Verständnis für den Ärger der Gastgeber. «Ich muss zugeben, da war sicherlich nicht alles astrein. Ich kann die Kölner verstehen», erklärte der Verteidiger.

Trotz der Fehlentscheidung von Schiedsrichter Bastian Dankert, einigen weiteren umstrittenen Szenen und einem phasenweise hitzigen Spiel, gab es am Ende auch Versöhnliches. Im Kabinentrakt des RheinEnergieStadions nahm Köln-Coach Peter Stöger, der ebenfalls von einer «Fehlentscheidung» beim einzigen Treffer sprach, Andreasen in den Arm. Der Übungsleiter hatte dem Dänen in Diensten von Hannover offensichtlich verziehen.

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