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Etwa 100 verscharrte Leichen

Malaysia: Massengrab mit Rohingya entdeckt

  • Veröffentlicht: 24.05.2015
  • 18:11
  • dpa
dpa

Flüchtlingsdrama in Südostasien immer grausamer

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Ein Massengrab mit etwa 100 verscharrten Leichen hat in Südostasien einen Schock ausgelöst. Es handelt sich nach ersten Ermittlungen um muslimische Rohingya aus Myanmar, die in ihrer Heimat verfolgt werden und zu Tausenden geflohen sind.

Skrupellose Schlepper nutzen ihre Notlage gnadenlos aus, wie Überlebende berichtet haben. Sie halten die Leute als Geiseln fest, bis ihre armen Familien Hunderte Dollar für die Weiterreise locker machen.

Die Polizei entdeckte die verscharrten Leichen nach Angaben von Innenminister Ahmad Zahid Hamidi vergangene Woche an der Grenze zu Thailand. Er sei schockiert, sagte er am Sonntag. Ende April waren in Südthailand bereits mehr als zwei Dutzend Leichen, vermutlich von Rohingya, in verlassenen Dschungelcamps entdeckt worden.

Menschenrechtler schlagen Alarm

Die Flucht der Rohingya hat das größte Flüchtlingsdrama in Südostasien seit Jahrzehnten ausgelöst. Sie sind auf überfüllten Fischerbooten mit zu wenig Essen und Wasser und katastrophalen hygienischen Zuständen unterwegs. Mehr als 2500 kamen inzwischen teils völlig geschwächt an Küsten Malaysias und Indonesiens an.

Menschenrechtler befürchten, das noch mehrere Tausend auf dem Meer treiben. Aber Indonesiens Marine erklärt, sie habe bei Patrouillen in den vergangenen Tagen keine weiteren Boote entdeckt.

Umstritten ist, wie viele der Menschen tatsächlich Rohingya und wie viele Bangladescher sind. Unter den fast 1.800 Ankömmlingen in Indonesien waren nach Behördenangaben gut 700 Männer aus Bangladesch. Sie gelten als illegale Migranten und sollen in den nächsten vier Wochen in ihre Heimat abgeschoben werden. Schlepper hatten ihnen Arbeit in anderen Ländern versprochen.

In Indonesien werden die Migranten aus Bangladesch und aus Myanmar in der Provinz Aceh in unterschiedlichen Lagern untergebracht. Die Bengalen würden abgeschoben. Die Rohingya dürften "vorübergehend länger bleiben", erklärte Tri Budiarto vom Katastrophenschutz BNPB. Unter ihnen seien viele Frauen und Kinder. Papst Franziskus rief zu Pfingsten die Weltgemeinschaft zu humanitärer Hilfe für die Flüchtlinge in Südostasien und im Golf von Bengalen auf. Er würdigte die Länder, die den Menschen Unterkunft geben wollten.

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