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Schweizer erwarten für 2015 ein organisches Plus von rund 5 Prozent

Nestle wächst stärker als erwartet

  • Veröffentlicht: 13.08.2015
  • 12:49
  • dpa
dpa

Nestle ist weltweit ein gefragtes Unternehmen. Die vielen Produkte verkaufen sich überall sehr gut. Das Unternehmen erwartet für 2015 ein Plus von rund fünf Prozent.

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Der Lebensmittelriese Nestle hat im ersten Halbjahr eine anziehende Nachfrage aus Europa gespürt. Auch in den USA gewann das Tiefkühlgeschäft an Schwung. Allerdings zehrt der starke Schweizer Franken nach wie vor sämtliche Zugewinne wieder auf. Ein vorübergehendes Verkaufsverbot von Maggi-Instantnudeln in Indien belastete zudem das Quartalsergebnis. An der Börse waren Nestle-Aktien dennoch gefragt. Die Aktie gehörte zu den größten Gewinnern im Stoxx Europe 50.

Optimistisch stimmte Analysten vor allem das besser als erwartet ausgefallene organische Wachstum. Ohne den Einfluss von Währungseffekten sowie Zu- und Verkäufe legte der Umsatz um 4,5 Prozent auf 42,8 Milliarden Schweizer Franken zu, wie der Hersteller von KitKat-Schokoriegeln und Perrier-Wasser am Donnerstag mitteilte. In Berichtswährung lag der Umsatz hingegen knapp unter dem Niveau des Vorjahres. Der auf die Anteilseigner entfallende Gewinn ging in der ersten Jahreshälfte um 2,5 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro zurück.

"Insgesamt überwiegen die guten die schlechten Nachrichten", resümierte Societe Generale-Analyst Warren Ackerman. Jeff Stent von BNP Paribas bezeichnete die Entwicklung in der Region Amerika als positive Überraschung. Nescafe Dolce Gusto, Kaffeeweißer und Heimtierprodukte erwiesen sich als Wachstumstreiber. Aber auch der Relaunch von Marken wie die kalorienreduzierten Tiefkühlmahlzeiten von "Lean Cuisine" und "Stouffers Fit Kitchen" kamen gut bei den Verbrauchern an. In Europa kurbelten neben Katzenfutter, löslicher Kaffee und Tiefkühlpizza das Geschäfte an. In Russland, der Ukraine und der Türkei konnte Nestle zudem Preiserhöhungen durchsetzen.

Nudelverbot in Indien aufgehoben

Entwarnung konnte der Konzern für Indien geben. Am Donnerstag hob die indische Justiz das Verkaufsverbot für Maggi-Instantnudeln auf. Gleichzeitig wurden aber neue Tests für die Produkte angeordnet. Die indische Lebensmittelaufsicht hatte Nestle Anfang Juni die Herstellung und den Verkauf der Nudeln untersagt, nachdem bei Tests in einigen Bundesstaaten erhöhte Bleiwerte gefunden worden waren. Nestle nahm daraufhin fast 400 Millionen Maggi-Nudelpackungen vom Markt. Die Kosten aus dem Fall bezifferte der Konzern auf 66 Millionen Franken.

Für das Gesamtjahr bestätigte Nestle seine Prognose. Weiterhin erwarten die Schweizer ein organisches Plus von rund 5 Prozent. Die Margen sollen sich verbessern ebenso der währungsbereinigte Gewinn.

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