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Große Willkommenszeremonie im Weißen Haus

Papst und Obama rufen zum Kampf gegen Klimawandel auf

  • Veröffentlicht: 23.09.2015
  • 17:48
  • dpa
dpa

Fanfaren tönen, die Feierlichkeiten sind beispiellos. Erstmals steht Papst Franziskus neben Präsident Barack Obama im Weißen Haus, Zehntausende verfolgen den Festakt und jubeln. Doch die Botschaft der beiden ist eine ernste.

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Papst Franziskus und US-Präsident Barack Obama haben die Welt bei einem mit großer Spannung begleiteten Treffen zum gemeinsamen Kampf gegen den Klimawandel aufgerufen. "Angesichts der Dringlichkeit bin ich der Überzeugung, dass der Klimawandel ein Problem ist, das nicht länger einer kommenden Generation überlassen werden darf", sagte der Pontifex in seiner Ansprache bei der großen Willkommenszeremonie im Weißen Haus am Mittwoch. Allein auf dem Südrasen versammelten sich 15 000 Menschen, um den Papst zu begrüßen.

Es sei ein "kritischer Moment", sagte der Papst, man müsse nun "mit Ernst und Verantwortung erkennen, was für eine Welt wir hinterlassen wollen." Obamas Klima-Initiative lobte er als "ermutigend". Obama dankte dem Oberhaupt der katholischen Kirche seinerseits für dessen Einsatz. Der Schutz des Planeten sei eine "heilige Pflicht", sagte Obama, und unterstützte den päpstlichen Appell, die vom Klimawandel am stärksten bedrohten Gemeinden zu schützen.

Papst: Flüchtlingen muss geholfen werden

Der Pontifex sprach auch das Thema Einwanderung an, das ihm besonders am Herzen liegt. "Als Sohn einer Einwandererfamilie freut es mich, Gast zu sein in diesem Land, das großenteils von solchen Familien aufgebaut wurde", sagte er.

Der Papst erinnere die Menschen daran, dass Flüchtlingen aus Kriegsgebieten geholfen werden müsse, sagte Obama, und dankte Franziskus auch für seine "unbezahlbare Unterstützung" beim diplomatischen Neuanfang mit Kuba. Zugleich erinnerte Obama daran, dass Christen rund um die Welt wegen ihres Glaubens verfolgt und eingesperrt und dass Kirchen zerstört würden.

Erste Reise des 78-Jährigen in die USA

Nach der Begrüßung winkten Obama und Franziskus der Menge gemeinsam mit First Lady Michelle Obama vom Balkon des Weißen Hauses zu und zogen sich dann zu einem persönlichen Gespräch ins Oval Office zurück. Das Treffen bildete den Auftakt des ersten vollen Besuchstags des 78-jährigen Argentiniers in Washington. Nach der Begegnung wollte er in einem offenen Wagen an der Parkpromenade National Mall entlang fahren, erwartet wurden mehr als 200 000 Zuschauer. Danach wollte der Papst mit den rund 400 katholischen Bischöfen der USA zusammenkommen.

Es ist die erste Reise des 78-Jährigen in die USA. Er hat dort ein sehr politisches und möglicherweise konfliktträchtiges Programm vor sich. Differenzen gibt es in Fragen des Klimaschutzes, aber auch in Fragen der Sexualmoral und den Folgen aus der kapitalistischen Wirtschaftsordnung. Seine Reise führt ihn auch zu den Vereinten Nationen nach New York und zum Weltfamilientag in Philadelphia, wo er eine Messe mit bis zu zwei Millionen Besuchern feiern will. Am Sonntag fliegt der Papst zurück nach Rom.

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