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Terrorwarnung in Frankfurt

Radrennen nach Bombenfund abgesagt

  • Veröffentlicht: 30.04.2015
  • 21:52
  • dpa
dpa

Das Radrennen in Frankfurt findet nicht statt. Das Risiko sei nach dem Bombenfund in Oberursel zu groß, teilte das LKA mit. Die Sportler und Veranstalter zeigten sich enttäuscht, äußerten aber Verständnis für die Entscheidung.

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Nach dem Bombenfund in Oberursel ist das für Freitag geplante Profi-Radrennen "Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt" abgesagt worden. Diese Entscheidung traf das hessische Landeskriminalamt (LKA) am Donnerstagabend. Das traditionsreiche Rennen durch die Taunusberge sollte um 12.00 Uhr gestartet werden und über 206,9 Kilometer führen.

Die Absage des Radrennens sei ein drastischer Schritt, aber nötig wegen Hinweisen auf eine eventuelle Gefährdung der Bevölkerung, erklärte das LKA. Zwar sei ein geplantes Anschlagziel weiterhin nicht bekannt. "Allerdings gab es deutliche Überschneidungen von Streckenverlauf des Radrennens und Bewegungsprofil der festgenommenen Personen", hieß es in der Mitteilung. Weil noch zu viele Fragen offen seien, gehe die Sicherheit vor.

Sportler sind enttäuscht

Sportler und Veranstalter zeigten sich enttäuscht, äußerten aber Verständnis für die Entscheidung. "Für den Sport, die Zuschauer und die vielen Ehrenamtlichen ist das natürlich ein schwerer Schlag. Aufgrund der Gefahrenlage ist es aber eine verständliche Entscheidung des LKA", sagte Rudolf Scharping, Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer, am Donnerstagabend der Deutschen Presse-Agentur. "So etwas, was in Boston passiert ist, will natürlich niemand erleben." Im April 2013 war der Boston-Marathon Ziel eines Anschlags gewesen.

"Wirklich traurig zu hören, dass @EschbornFFM abgesagt werden musste. Schwer zu verstehen, dass Menschen in dieser Welt ein Radrennen attackieren würden", schrieb Radprofi Marcel Kittel bei Twitter. Auch DOSB-Präsident Alfons Hörmann konnte die Entscheidung der Behörden nachvollziehen. "Mit der Absage handelt die Polizei umsichtig und verantwortungsvoll. Das ist im Interesse von Fahrern und Fans des traditionsreichen deutschen Frühjahrsklassikers", sagte Hörmann.

Fassungslosigkeit bei den Veranstaltern

"Hier herrscht große Fassungslosigkeit", sagte eine Sprecherin des Veranstalters nach der Entscheidung der Deutschen Presse-Agentur. Die Radprofis hatten beim traditionellen Zusammenkommen am Abend vor dem Rennen in Enschborn von der Absage erfahren.

Zum engsten Favoritenkreis zählte der deutsche Radprofi John Degenkolb, der in Frankfurt 2011 gewonnen hatte. Er wollte sich bei seinem Heimrennen weiteres Selbstvertrauen für die Tour de France im Sommer holen.

Das Radrennen in Frankfurt kann auf eine große Geschichte zurückblicken. Am Freitag sollte die 54. Auflage des Klassikers stattfinden. Jahrelang war die Veranstaltung unter dem Namen Rund um den Henninger Turm bekannt. Im Dezember 2009 wurde das Rennen in Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt umbenannt. Das Ziel befindet sich an der Alten Oper im Herzen Frankfurts.

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