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CEBIT 2014 in Hannover

SAP will Neukunden in Cloud locken

  • Veröffentlicht: 11.03.2014
  • 18:15
  • RTR
DPA

"Wir werden mit der Cloud unser Geschäft deutlich erweitern und können neue Kunden gewinnen, die wir bislang nicht erreichen konnten", sagte Bernd Leukert, im erweiterten Vorstand für Innovation verantwortlich auf der Cebit. Beim Cloud Computing laufen SAP-Programme, mit denen Konzerne ihre Buchhaltung erledigen oder die Produktion steuern, nicht wie bisher auf den Computer der Unternehmen selbst, sondern in ausgelagerten Rechenzentren.

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SAP versucht derzeit, sein Geschäftsmodell neu auszubalancieren: Während die Cloud-Aktivitäten ausgebaut werden, wollen die Walldorfer gleichzeitig auch das Brot-und-Butter-Geschäft mit dem Verkauf von Software-Lizenzen und Wartung vorantreiben. Die Krux dabei sind die unterschiedlichen Preismodelle: Während beim Software-Verkauf die Lizenzzahlungen sofort in der SAP-Kasse landen, zahlen die Kunden bei Cloud-Diensten eine jährliche Gebühr, die erst nach einigen Jahren die Höhe der Lizenzeinnahmen erreicht.

Analysten fürchten, dass SAP dabei mehr verliert als gewinnt. Leukert sieht das anders. "Für uns ist die Cloud vor allem eine Ergänzung unseres soliden profitablen Kerngeschäftes." Vorteil des Cloud-Geschäftsmodells sei, dass die Einnahmen stetig flössen.

Mit Cloud-Produkten mehr Umsatz einfahren

Bei Cloud-Produkten werden allerdings auch weniger Wartungsdienste gebraucht. SAP macht mit Cloud Computing zwar erst 4,5 Prozent seines Umsatzes, doch spürt der deutsche Vorzeigekonzern die Folgen der Marktverschiebung deutlich. Das traditionelle SAP-Geschäft mit dem Verkauf von Software-Lizenzen und Wartung werde langsamer wachsen, erklärte der Konzern im Januar.

In den vergangenen Jahren hatten die Erlöse hier mindestens um zehn Prozent zugelegt. Etwa ab 2020 wollen die Badener mit Cloud-Produkten mehr Umsatz einfahren als mit herkömmlicher Software. Gemessen am Umsatz mit Cloud-Diensten sind die Walldorfer die Nummer zwei nach dem US-Konkurrenten Salesforce, aber vor Oracle oder IBM.

Angst vor einer Abkühlung der SAP-Geschäfte in Schwellenländer nach jüngsten den Wirtschaftsturbulenzen hat Leukert nicht. "Das sehen wir nicht. Im Gegenteil, wir sehen nach wie vor sehr gute Wachstumsmöglichkeiten in Lateinamerika und anderen Regionen." In diesen Märkten hätten noch sehr viele Unternehmen Nachholbedarf für Geschäftsanwendungen, weshalb die Investitionsbereitschaft dort sehr hoch sei. "Vor allem lokal erfolgreiche Unternehmen, die ihre globale Präsenz ausbauen wollen, setzen auf SAP."

Voriges Jahr schlug sich die Talfahrt asiatischer Währung aber in der Bilanz nieder. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen wuchs 2013 nur um sechs Prozent auf 5,5 Milliarden Euro. Ohne die Währungseinflüsse schnellte das Betriebsergebnis hingegen um 13 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro nach oben. 

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