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Kampf dem "Dschihad-Tourismus"

Saudi-Arabien erklärt Muslimbrüder zu Terroristen

  • Veröffentlicht: 07.03.2014
  • 22:45
  • vmd, DPA
DPA

Saudi-Arabien will die Rekrutierung von Islamisten für den Kampf gegen das syrische Regime nicht länger fördern. Das Innenministerium in Riad erklärte am Freitag, wer sich im Ausland einer Terrorgruppe angeschlossen habe und nicht binnen 15 Tagen in die Heimat zurückkehre, werde bestraft. König Abdullah hatte Anfang Februar ein Dekret erlassen, das Gefängnisstrafen zwischen 3 und 20 Jahren für jeden vorsieht, der auf eigene Faust im Ausland kämpft.
Wie das Ministerium weiter mitteilte, haben die Behörden des Königreiches jetzt nicht nur das Al-Kaida-Netzwerk und seine Ableger in Syrien als Terrororganisationen eingestuft, sondern auch die Muslimbruderschaft und die libanesische Hisbollah-Bewegung.

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Kampagne gegen den "Dschihad-Tourismus"

Die schiitische Hisbollah wird vom Iran finanziert. Die Muslimbruderschaft wurde 1928 in Ägypten gegründet und hat heute Ableger in vielen islamischen Staaten. Begleitend zu der aktuellen Kampagne gegen den sogenannten "Dschihad-Tourismus"wird in saudischen Medien in diesen Tagen ausführlich über das Schicksal des ehemaligen Kämpfers Suleiman al-Subai (25) berichtet, der in sozialen Netzwerken unter dem Namen "Al-Sympathique"bekannt ist. Der junge Sunnit aus der Ost-Provinz war vor seiner Reise nach Syrien durch Videos aufgefallen, in denen er schiitische Muslime beleidigt.

Nachdem sein Bruder, ein radikaler Islamist, 2013 in Syrien gefallen war, entschloss sich Al-Subai nach eigenen Angaben, ebenfalls in das Bürgerkriegsland zu reisen. Nach sechs Monaten an der Front kehrte er im Januar über die Türkei ernüchtert nach Saudi-Arabien zurück.

In einem TV-Interview erklärte er nun, es sei falsch, dass in Syrien junge Saudis gegen ihre eigenen Landleute kämpften - auf der Seite der Al-Nusra Front und als Angehörige der Gruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien (ISIS). Beide Gruppen haben Kontakte zum Terrornetzwerk Al-Kaida. Die Mehrheit der ausländischen Terroristen, die sich in den syrischen Rebellengebieten eingenistet haben, stammt aus Saudi-Arabien, Tunesien und Libyen.

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