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Auch Todesstrafe für einen schiitischen Geistlichen

Saudi-Arabien: 47 Hinrichtungen wegen Terrorismus

  • Veröffentlicht: 02.01.2016
  • 09:35
  • dpa
dpa/Peer Grimm

Auf dem zentralen Hinrichtungsplatz in der saudischen Hauptstadt Riad wurden 47 Todesurteile vollstreckt. Amnesty kritisiert die Zunahme der Tötungen unter König Salman, die sich auch gegen die schiitische Minderheit richteten.

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 Saudi-Arabien hat 47 Menschen hingerichtet. Wie die offizielle saudische Nachrichtenagentur SPA meldete, wurden die Todesstrafen am Samstag wegen Terrorismus und Anstiftung zur Gewalt vollstreckt.

Nach einem Bericht des Nachrichtensenders Al-Arabija wurde auch der inhaftierte schiitischen Geistliche Scheich Nimr al-Nimr hingerichtet. Ihm war Ungehorsam gegenüber dem Herrscherhaus vorgeworfen worden. Inspiriert von den arabischen Aufständen hatten Angehörige der schiitischen Minderheit in der saudischen Ost-Provinz ab 2011 Demonstrationen gegen Diskriminierung organisiert.

Mehr Todesurteile unter neuem König

Saudi-Arabien hatte 2015 laut Menschenrechtlern so viel Todesurteile vollstreckt wie seit 20 Jahren nicht mehr. Von Januar bis November waren demnach mindestens 151 Menschen hingerichtet worden, wie die Menschenrechtsorganisation Amnesty International mitteilte. Im gesamten Jahr 2014 waren laut Amnesty 90 Menschen hingerichtet worden.

Der Anstieg der Zahl von Hinrichtungen geht einher mit der Machtübernahme von König Salman. Er war Ende Januar nach dem Tod seines Vorgängers Abdullah auf den Thron gestiegen. Amnesty kritisierte, Saudi-Arabien setze das Todesurteil auch als politisches Instrument gegen die schiitische Minderheit ein.

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