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Tennisprofis sollen Spiele manipuliert haben

  • Veröffentlicht: 18.01.2016
  • 09:25
  • dpa
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Es sollen Weltklasse-Tennisspieler beteiligt gewesen sein, die auch beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres in Melbourne starten.

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Nach Informationen der BBC sollen 16 Tennisprofis aus den Top 50 in den vergangenen zehn Jahren in Spielabsprachen verwickelt gewesen sein. Das berichteten die BBC und das US-Medium BuzzFeed am Montag kurz vor Beginn der Australian Open in Melbourne. Die Informationen basieren auf geheimen Dokumenten, allerdings werden darin keine Namen genannt.

Auch Partien in Wimbledon sollen von den Manipulationen betroffen, sogar Grand-Slam-Turnier-Sieger unter den Beschuldigten sein. Einige der beschuldigten Spieler sollen auch bei den diesjährigen Australian Open am Start sein.

ATP weist Vorwürfe zurück

ATP-Chef Chris Kermode dementierte, dass die Verantwortlichen der Herren-Organisation Informationen über vermeintliche Absprachen von Tennisspielen zurückhielten. "Wir weisen jeden Vorwurf, dass Beweise über Wettmanipulationen verdrängt wurden, absolut zurück", sagte Kermode am Eröffnungstag der Australian Open.

BBC und BuzzFeed hatten in ihren Berichten unter anderem kritisiert, dass die Verantwortlichen zu wenig gegen vermeintliche Wettmanipulationen getan hätten. Bislang wurden lediglich einige unbekannte Profis bestraft. Kermode sagte, man benötige Beweise, um gegen irgendwelche Spieler vorgehen zu können. Auf Gerüchten und Vermutungen basierend könne man keine Ermittlungen aufnehmen.

Schon in der Vergangenheit hatte es immer wieder Berichte über vermeintliche Spielabsprachen gegeben. So wurde der ehemalige Profi Nikolai Dawydenko beschuldigt, in einigen Begegnungen absichtlich aufgegeben zu haben. Bei Wettanbietern waren hohe Einsätze auf eine Niederlage des Russen eingegangen. Eines der verdächtigen Matches von Dawydenko war laut BBC und BuzzFeed die Partie gegen den Argentinier Martin Vassallo Arguello bei einem Turnier 2007 im polnischen Sopot. Die Ermittlungen dazu wurden damals ergebnislos eingestellt.

Djokovic befürchtet keine Tennis-Krise 

Der Weltranglisten-Erste Novak Djokovic befürchtet nicht, dass ein Schatten auf den Tennissport fällt. "Es gibt keine richtige Bestätigung oder einen Beweis dafür, dass ein aktiver Spieler verwickelt ist", sagte der Serbe am Montag in Melbourne. "So lange das so ist, sind es nur Spekulationen", sagte Djokovic. "Dabei sollten wir es dann auch belassen."

Djokovic bestätigte aber Berichte aus dem Jahr 2007, dass er damals über Leute in seinem Umfeld angesprochen worden sei, ein Spiel bei einem Turnier in St. Petersburg zu verlieren. "Es ist gar nicht direkt an mich herangebracht worden, sondern direkt zurückgewiesen worden", erinnerte sich Djokovic. "Für mich ist das ein Akt von Unsportlichkeit, ein Verbrechen im Sport", sagte der Schützling von Boris Becker. "Ich denke, für so etwas ist kein Platz im Sport, vor allem nicht im Tennis."

Die Weltranglisten-Erste Serena Williams zeigte sich überrascht über die Berichte. Sie wisse nichts von Manipulationen, sagte sie in Melbourne. "Ich kann nur für mich antworten: Wenn ich spiele, gebe ich mein Bestes. Und jede Spielerinnen, gegen die ich spiele, scheint ebenfalls ihr Bestes zu geben", meinte die Amerikanerin.

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