Anzeige
Erstmals Attacken auf Sirte

USA greifen libysche IS-Hochburg an

  • Veröffentlicht: 01.08.2016
  • 19:24 Uhr
  • dpa
Article Image Media
© dpa

Das US-Militär dingt seit langem darauf, gegen die IS-Terrormiliz in Libyen massiv vorzugehen. Jetzt greifen die USA die IS-Hochburg Sirte erstmal aus der Luft an. Auf Bitten der libyschen Regierung.

Anzeige

Das US-Militär hat erstmals Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat in der libyschen IS-Hochburg Sirte angegriffen. Das teilte Pentagon-Sprecher Peter Cook am Montag in Washington ohne Angaben zu möglichen Opfern mit. US-Präsident Barack Obama habe die Luftschläge genehmigt. Der Ministerpräsident der Einheitsregierung in Tripolis, Fajis al-Sarradsch, sagte in einer Fernsehansprache, seine Regierung habe in Kooperation mit den Milizen am Boden um direkte Luftunterstützung der USA gebeten.

Regierungstreue Milizen hatten im Mai eine Offensive gegen die Dschihadisten gestartet, nachdem das IS-Einflussgebiet in Zentrallibyen auf mehr als 300 Kilometer Länge angewachsen war. Innerhalb weniger Wochen rückten Truppen von allen Seiten auf das Zentrum Sirtes vor, in dem die restlichen Extremisten nun eingekesselt sind. Bei den Kämpfen gab es auf beiden Seite große Verluste.
Diplomaten zufolge hatten die USA schon seit Monaten darauf gedrungen, den IS aus der Luft angreifen zu können. Doch eine formelle Bitte von der Einheitsregierung hatte bislang gefehlt. Die Regierung in Tripolis zögerte wohl auch deshalb, weil sie durch eine amerikanische Militärintervention interne Kritik auf sich ziehen und vom Westen abhängig wirken könnte.

Bereits erste Angriffe auf Camp

Dabei hatten die US schon vorher vereinzelt Luftangriffe auf den IS in anderen Landesteilen geflogen. So kamen bei einem Luftangriff auf ein mutmaßliches Terrorcamp der Dschihadisten im Februar Dutzende Menschen ums Leben.

In Sirte unterstützen libyschen Militärangaben zufolge US-amerikanische und britische Spezialkräfte die Kämpfer am Boden mit Koordinaten von IS-Stellungen.

Libyen ist seit dem vom Westen unterstützten Sturz des Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 nicht zur Ruhe gekommen. Eine neue Einheitsregierung hat die Anerkennung der UN und soll zwei bislang in Libyen um die Macht kämpfende Führungen ersetzen. Ihre Macht in Libyen ist bislang aber noch begrenzt.

Mehr Informationen
Trump geht wieder auf die Medien los, dieses Mal mit den Fäusten.
News

Trump liefert sich Faustkampf mit CNN

  • 04.11.2024
  • 19:46 Uhr