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Sorgen um Negativzinsen

Verbraucher bleiben in Konsumlaune

  • Veröffentlicht: 20.12.2019
  • 14:15 Uhr
  • dpa
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Die Verbraucher in Deutschland sind in Kauflaune und dürften damit eine Stütze der Konjunktur bleiben. Doch die Angst vor Negativzinsen für Sparer drückt auf die Stimmung.

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Die Verbraucher in Deutschland bleiben in Konsumlaune, auch wenn sich die Stimmung etwas eintrübt. In seinem monatlich ermittelten Konsumklimaindex prognostiziert der Nürnberger Marktforscher GfK für Januar einen Rückgang um 0,1 Punkte auf 9,6 Zähler. Im Vormonat war der Wert um 0,1 Zähler gestiegen. Als Grund nannte das Unternehmen neben Verunsicherungen durch Handelskonflikte insbesondere die Diskussion um Negativzinsen auch für Privatanleger.

«Wenn für Geldanlagen bezahlt werden muss, betrifft das auch die Geldbörsen der Verbraucher. Sie haben die Befürchtung, dass nun flächendeckend Strafzinsen für Privatkunden eingeführt werden», sagte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl am Freitag in Nürnberg. Die Debatte um Negativzinsen habe die Sparneigung auf ein neues Allzeittief von minus 74 Punkten gedrückt. Auch auf die Einkommenserwartung habe die Zinsdebatte durchgeschlagen, sagte Bürkl. Mit 35,0 Punkten habe dieser Wert zuletzt vor über sechs Jahren so niedrig gelegen. Die Angst vor Strafzinsen verunsichere die Verbraucher bei der Einschätzung ihrer eigenen finanziellen Situation.

Rekordtief von null Prozent

Der Leitzins im Euroraum liegt seit langem auf dem Rekordtief von null Prozent. Parken Geschäftsbanken Geld bei der Europäischen Zentralbank, müssen sie dafür 0,5 Prozent Strafzinsen zahlen. Die Folgen: Die Zinsen für Sparbuch und Tagesgeld sind quasi abgeschafft. Zudem verlangen immer mehr Banken Negativzinsen bei größeren Guthaben, bei Neukunden teils schon ab dem ersten Euro.

Auch die Konjunkturaussichten schätzen die Konsumenten laut GfK pessimistischer ein als im Dezember. Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank sollte die Investitionen von Firmen anregen, sagte der Experte. «Das passiert aber wegen der generellen Verunsicherung durch die schwächere Weltwirtschaft nicht in dem erhofften Ausmaß.» Die Handelskonflikte zwischen den USA und China sowie zwischen den USA und der EU führten dazu, dass vor allem exportorientierte Firmen vorsichtiger bei Investitionen seien. In der Autoindustrie und bei deren Zulieferern komme der Umbruch hin zur Elektromobilität und in der Folge Angst um Arbeitsplätze hinzu.

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