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Taliban erklären, keine Helfer anzugreifen

Waffenruhe im afghanischen Erdbebengebiet

  • Veröffentlicht: 29.10.2015
  • 20:52 Uhr
  • dpa
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© dpa/EPA/Muhammad Sharif

Das schwere Erdbeben im Hindukusch sorgt selbst bei den Taliban für ungewohnte Schritte: Sie kündigen an, keine Helfer anzugreifen, selbst wenn diese für die Regierung arbeiten.

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Nach dem schweren Erdbeben im Hindukusch mit mehr als 400 Toten haben die Taliban eine einseitige Waffenruhe für das Katastrophengebiet in Afghanistan erklärt. "Wir haben unsere Mudschaheddin angewiesen, niemanden anzugreifen, der versucht, den Opfern des Bebens zu helfen", sagte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid am Donnerstag. Das beinhalte ausdrücklich auch Mitarbeiter der Regierung.

Mudschahid machte keine Angaben dazu, wie lange die einseitige Waffenruhe andauern und für welche Provinzen sie gelten solle. Besonders betroffen von dem Beben der Stärke 7,5 vom Montag sind der Nordosten und Osten des Landes. Der Chef der afghanischen Katastrophenschutzbehörde, Mohammad Aslam Sayyaf, sagte, er kenne die Ankündigung der Taliban nicht.

Glimpflichere Auswirkungen in Pakistan

Bei dem Beben waren nach offiziellen Angaben mindestens 115 Menschen in Afghanistan ums Leben gekommen. Im benachbarten Pakistan starben mehr als 300 Menschen.

Die Zahl der Opfer sei deutlich unter dem zunächst befürchteten Wert geblieben, sagte der Chef der pakistanischen Katastrophenschutzbehörde, Asghar Nawaz. "Nach unserer Einschätzung ist Pakistan mehr oder weniger verschont geblieben." Informationsminister Pervaiz Rasheed sagte, Pakistan werde keine internationale Hilfe benötigen.

"Die Rettungsarbeiten sind vorbei", sagte der Berater der Regierung der in Pakistan am schwersten betroffenen Provinz Khyber Pakhtunkhwa, Mushtaq Ghani. "Der Fokus liegt jetzt darauf, Hilfe in die betroffenen Täler zu bringen." Die Menschen müssten in die Lage versetzt werden, ihre Häuser vor dem Winter wieder aufzubauen.

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