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"Ein Spieler, der den Unterschied ausmachen kann"

Werner spricht sich für Özil-Comeback aus

  • Veröffentlicht: 14.08.2018
  • 20:37
  • dpa
dpa

"Er ist ein Spieler, der den Unterschied ausmachen kann und ist im Team hoch angesehen".

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Der Leipziger Stürmer Timo Werner hat sich für ein Comeback von Mesut Özil in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft stark gemacht. "Ich finde es schade, dass es so endete. Er hat viel für Deutschland geleistet, beim WM-Titelgewinn in Brasilien war er Stammspieler. Man wünscht sich, dass sich beide Parteien nochmals zusammensetzen und nicht auf diese Weise auseinandergehen", sagte Werner der "SportBild".

Özils Rücktritt nach dem historischen Vorrunden-Aus bei der WM in Russland inklusive Rassismus-Vorwürfen gegen den Deutschen Fußball-Bund sorgt seit Wochen für Schlagzeilen. "Ich glaube auch, dass viele in der Mannschaft glücklich wären, wenn Mesut Özil sagen würde, ich mach's noch mal. Er ist ein Spieler, der den Unterschied ausmachen kann und ist im Team hoch angesehen", erklärte Werner. Der 22-Jährige hatte in Russland seine erste WM gespielt.

Erdogan-Affäre: Klopp verteidigt Özil und Gündogan

Auch Jürgen Klopp hat sich in der Erdogan-Affäre weitgehend hinter Özil und Ilkay Gündogan gestellt. "Ich denke, wir sind uns alle einig, dass das Foto mit dem türkischen Präsidenten Erdogan eine äußerst unglückliche Aktion war. Aber was mich richtig stört, ist, dass wir tatsächlich mit zweierlei Maß messen", monierte der Coach des englischen Top-Clubs FC Liverpool in einem Interview der "Welt am Sonntag".

"Wir entscheiden, wer schlimm ist und wer nicht. Lothar Matthäus trifft sich mit Wladimir Putin, und wir respektieren das. Aber Mesut Özil und Ilkay Gündogan treffen sich mit Erdogan, und wir akzeptieren es nicht", erklärte der 51-Jährige seinen Standpunkt. An dem Tag, an dem das Foto entstanden sei, hätten sich auch englische Politiker und die Queen mit Erdogan getroffen. Klopp: "Auch davon gibt es Fotos. Mir ist aber nicht bekannt, dass es da Rücktrittsforderungen gab." Özil ist ihnen inzwischen nachgekommen und ist kein DFB-Spieler mehr.

Der türkische Staatschef sei "schlau", meinte Klopp. "Er gibt vielen Türken das Gefühl, die Türkei in die richtige Richtung zu führen. Auch sehr viele Türken in Deutschland denken so. Da dürfen wir doch nicht alles allein an Mesut und Ilkay festmachen", forderte Klopp.

Er stellt außerdem in Frage, ob das Spieler-Duo überhaupt die Chance gebabt habe, sich wie oftmals gefordert, von Erdogan zu distanzieren. "Tatsächlich haben wir ihnen keine Möglichkeit gelassen, das Richtige zu tun. Sie konnten sich nicht hinstellen und sagen: 'Sorry, der Erdogan hat uns aufs Glatteis geführt.'" Gerade auch mit Blick auf ihre Verwandten in der Türkei sei dies für beide unmöglich gewesen. "Die Familie ist für sie sehr wichtig. Hätten sie ihre Onkel und Tanten, die in der Türkei mit Erdogan leben, ignorieren sollen?"

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