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Fünf Wohnungen allein in Bayern durchsucht

Razzia gegen Rechtsextremisten: Untersuchungen in Bayern

  • Aktualisiert: 27.09.2023
  • 16:31 Uhr
  • Julius Seibert

Großeinsatz von Bayerns Polizei - in einer bundesweiten Razzia gegen die verbotene rechtsextreme Vereinigung "Artgemeinschaft" sind am Mittwochmorgen (27. September) fünf Wohnungen im Freistaat durchsucht worden. Das ist der aktuelle Stand der Ermittlungen. 

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Das Wichtigste in Kürze

  • Das Bundesinnenministerium verbietet die neonationalsozialistische Gruppierung "Artgemeinschaft".

  • Am Mittwochmorgen führt die Polizei in Bayern Razzien bei acht Mitgliedern der Organisation durch.

  • Mehr als 50 Polizisten waren in Mittelfranken, Unterfranken und Oberbayern im Einsatz.

Verbot von "Neonazi-Sekte"

"Die Artgemeinschaft - Germanische Glaubens-Gemeinschaft wesensgemäßer Lebensgestaltung" - das ist der vollständige Name der neonationalsozialistischen Gruppierung, die vom Bundesinnenministerium verboten worden ist. In einem Pressestatement beschreibt Innenministerin Nancy Faeser (SPD) die Organisation als "sektenartige, zutiefst rassistische und antisemitische Vereinigung", wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Neben einer "völkisch-religiösen" Ideologie begründet Faeser das Verbot auch durch die Rekrutierungsarbeit der "Neonnazi-Sekte". Insbesondere junge Menschen wären durch die Indoktrinierung menschenverachtender Ideologien zu neuen Feinden der Verfassung herangezogen worden. 

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Razzia auch in Bayern

Mehr als 50 Polizisten waren Teil der Razzia, die am Mittwochmorgen in Mittelfranken, Unterfranken und Oberbayern durchgeführt wurde. Ziel der Durchsuchung: Fünf Wohnungen von insgesamt acht Mitgliedern der rechtsextremistischen "Artgemeinschaft". Unter ihnen befand sich nach Informationen der dpa auch ein Kopf der Gruppe. 

Bundesweit durchsucht die Polizei 26 Wohnungen von 39 Mitgliedern sowie Räume des Vereins. Die sichergestellten Beweismittel und Datenträger werden jetzt im Detail ausgewertet. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) erhofft sich dadurch Einblicke in die Organisationsstruktur der national-ideologischen Vereinigung.

Hermann zeigt sich erschüttert

Auch Herrmann zeigte sich in einer Pressemitteilung des bayerischen Innenministeriums erschüttert über das rassistische und antisemitische Gedankengut der "Artgemeinschaft". Der CSU-Politiker stellt sich hinter das Verbot der Neonazi-Gruppe, die als  ein zentraler Anhaltspunkt der bundesweiten Neonaziszene gilt.

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Kein Einzelfall in Bayern

Schon vergangene Woche wurde die rechtsextreme Organisation "Hammerskins" als verfassungsfeindliche Organisation verboten. Die bayerische Polizei führte dabei drei Razzien durch und konnte Beweismittel in den Wohnungen mehrerer Führungskräfte feststellen. Somit konnte das Bundesinnenministerium innerhalb kurzer Zeit einen weiteren Erfolg im Kampf gegen den organisierten Rechtsextremismus feiern.

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