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Schwerer Unfall in Bayern

Schleuser-Unfall auf A94: Sieben Tote, darunter ein Kind

  • Veröffentlicht: 13.10.2023
  • 16:46 Uhr
  • Viola Haas

Schwerer Verkehrsunfall auf der A94 - ein überfülltes Schleuserfahrzeug kommt von der Straße ab und überschlägt sich. Sieben Menschen sterben - darunter ein Kind.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Auf der A94 kam es am Freitagmorgen (13.10.) zu einem Unfall mit einem Schleuserfahrzeug.

  • Sieben Menschen starben, darunter ein Kind.

  • Gegen den Fahrer wird unter anderem wegen Schleusung mit Todesfolge ermittelt.

  • Die politische Debatte um Einwanderung und Migration nimmt wieder Fahrt auf.

Transporter verunglückt auf A94

Völlig zerstört liegt ein Kleintransporter auf dem Dach, gebremst von einer Leitplanke. Trümmer liegen neben dem Wagen - und Tote.

Sieben Menschen haben bei einem verheerenden Unfall auf der Autobahn 94 in Südostbayern ihr Leben verloren, als ein mutmaßlicher Schleuser versuchte, vor der Polizei zu fliehen. Unter den Todesopfern ist ein erst sechs Jahre altes Kind.

22 Menschen saßen nach Polizeiangaben mit dem jungen Mann in dem Wagen, der höchstens für neun ausgelegt ist. Alle 16 Überlebenden wurden verletzt, einige von ihnen so schwer. Auch ein zehnjähriges Kind war unter den Verletzten.

Die Insassen stammten aus Syrien und der Türkei. Wo sie über die Grenze nach Deutschland kamen, war zunächst unklar, aber eine Streife der Bundespolizei wurde auf der Autobahn auf den Wagen aufmerksam und wollte ihn anhalten. Doch der Fahrer beschleunigte - laut Polizei auf 180 Kilometer in der Stunde. An der Autobahnabfahrt Ampfing/Waldkraiburg kam der Wagen von der Fahrbahn ab und überschlug sich mehrfach, Insassen wurden hinausgeschleudert.

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Ermittlungen gegen Schleuser

Der 24 Jahre alte Fahrer, ein staatenloser Mann mit Wohnsitz in Österreich, wurde selbst verletzt und noch im Krankenhaus festgenommen. Wie die "Bild"-Zeitung berichtete, wird nun wegen des Verdachts des siebenfachen Mordes gegen ihn ermittelt. Die Polizei bestätigte zunächst nur Ermittlungen unter anderem wegen eines Tötungsdeliktes und Schleusung mit Todesfolge.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser zeigte sich erschüttert von dem Unfall. "Wir müssen das grausame Geschäft der Schleuserbanden zerschlagen, die mit der Not von Menschen maximalen Profit machen und sie auf solch lebensbedrohliche Weise über Grenzen schmuggeln", sagte die SPD-Politikerin, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Die A94 gilt als typische Schleuserroute. Der Unfallort ist rund 50 Kilometer von der Grenze zu Österreich entfernt. Seit Monaten steigt nach Informationen von Bundespolizei und bayerischer Grenzpolizei die Zahl der registrierten unerlaubten Einreisen. Die bayerische Grenzpolizei stellte von Januar bis August 154 Schleuserfälle fest - das sind über 50 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Mehr Schleuser-Fälle in Bayern

Erst vor wenigen Tagen war ein mutmaßlicher Schleuser bei Burghausen mit vier Menschen im Auto vor der Bundespolizei geflohen und hatte dabei einen Unfall verursacht. Es gab zwei Schwerverletzte.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zeigte sich erschüttert: "Mit meinen Gedanken bin ich bei den vielen Opfern des Verkehrsunfalls und bei den Hinterbliebenen. Das menschenverachtende Verhalten des durch den Unfall verletzten Schleusers, der sich der Anhaltung durch die Bundespolizei entziehen wollte, nur um seine eigene Haut zu retten, macht fassungslos."

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Debatte um Einwanderung

Der Fall dürfte die seit Wochen schwelende Debatte um Einwanderung und die deutsche Migrationspolitik weiter befeuern. Herrmann (CSU) betonte am Freitag seine Forderung nach stärkeren Grenzkontrollen. "Jedenfalls zeigt auch dieser Vorfall, wie wichtig es ist, die unmittelbaren Grenzkontrollen weiter zu verstärken, um Schleuser bereits an der Grenze aufzuhalten", sagte er der Deutschen Presse-Agentur in München.

Die bayerische Linke sieht dagegen "Hetzjagden auf Geflüchtete". "Ich bin erschrocken, dass die rechte Stimmung in der Gesellschaft nun auch auf Polizistinnen und Polizisten im Dienst übergreift", sagte Landessprecherin Adelheid Rupp. "Verdächtige Fahrzeuge mit solchem Übereifer zu verfolgen, dass unschuldige Menschen sterben, ist unserer Polizei absolut unwürdig."

Eine Kritik, die Herrmann umgehend und scharf zurückwies: "Es gab keine Hetzjagd auf Geflüchtete", sagte er. "Das verfolgende Bundespolizeifahrzeug hatte nach jetzigem Ermittlungsstand einen ausreichenden Abstand zum Schleuserfahrzeug. Es gab schon viel zu viele Fälle, bei denen die Geschleusten aufgrund der prekären Zustände in den Fahrzeugen zu Schaden oder gar ums Leben gekommen sind. Es ging darum, einen skrupellosen Schleuser festzunehmen und die eingepferchten Geschleusten zu befreien."

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  • Verwendete Quelle:
  • Nachrichtenagentur dpa
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