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Kaffee mit Gewissen

Die Wahrheit über Fairtrade-Kaffee: So "fair" ist das Konzept wirklich

  • Aktualisiert: 18.12.2023
  • 13:30 Uhr
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© Fabio - stock.adobe.com

Kaffee ist eines der weltweit am meisten konsumierten Getränke und ein wichtiger Wirtschaftszweig für viele Länder in Lateinamerika, Afrika und Asien. Der Kaffeeanbau kann jedoch von sozialen und ökologischen Herausforderungen geprägt sein. In den letzten Jahrzehnten hat sich der Fairtrade-Kaffee als Lösung präsentiert, um die Bedingungen der Kaffeebäuer:innen zu verbessern. Doch wie fair ist Fairtrade-Kaffee wirklich?

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Im Clip erfährst du alles, was du über Kaffee wissen musst

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Kaffee - ein umstrittenes Getränk

Der Kaffeegenuss wird antrainiert. Viele Kinder sehen bei ihren Eltern, dass die erste Handlung des Tages das Anschalten der Kaffeemaschine ist. Wenn sie alt genug sind, "dürfen" auch sie endlich Kakao- gegen die Kaffeetasse eintauschen. Kaum ein anderes Getränk ist dabei so umstritten wie Kaffee. Viele Jahre wurde dem starken Gebräu nachgesagt, dass es dem Körper Wasser entziehe und daher ungesund sei. Diese These wurde mittlerweile zwar widerlegt, Kaffeekritiker:innen und -befürworter:innen gehen die Argumente im Kampf um die Wirkungen des Kaffees jedoch noch lange nicht aus. 

Ob nun gesund oder gesundheitsgefährdend, ob Genuss oder bittere Brühe - Kaffee wird die Gemüter wohl auch noch in Zukunft erhitzen - und das nicht nur, was seine gesundheitliche Wirkung betrifft. 

In den letzten Jahren hat sich der Begriff "fairer Handel" immer stärker verbreitet, insbesondere wenn es um den Kauf von Kaffee geht. Was genau steckt aber hinter dieser Bezeichnung?

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  • 30.10.2023
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Fairtrade-Kaffee: Ist er wirklich so fair?

Fairtrade, fairer Kaffee oder fairer Handel, die Bezeichnungen sind verschieden, gemeint ist jedoch immer dasselbe, und zwar, dass das Geld, welches Konsumierende für ihren Kaffee bezahlen, auch wirklich bei den Kaffeebäuer:innen und Arbeiter:innen ankommen soll. Das ist ein schöner Grundgedanke, denn Fakt ist, dass viele Landwirtschaft-Betreibende und ihre Mitarbeiter:innen an der Armutsgrenze leben und große Schwierigkeiten haben, ihr tägliches Leben zu bestreiten.

Im Wesentlichen wird der Weltmarkt des Kaffeehandels durch drei große Handelskonzerne beherrscht und 25 Millionen Kaffeebäuer:innen sind dem Preisdiktat dieser Handelnden mehr oder weniger ausgeliefert. Der Fairtradehandel setzt hier an - durch die Fairtrade-Organisationen sollen Landwirtschaft Betreibende einen stabilen Preis und verschiedene Prämien erhalten. Diese Prämien sollen dabei nicht nur direkt an die Kaffeebäure:innen gehen, sondern auch dabei helfen, die Infrastruktur der Gemeinden und die dortigen Bildungsmöglichkeiten zu verbessern.

Fairtrade scheint zu funktionieren, denn wie Studien belegen konnten, erwirtschafteten Landwirtschaft-Betreibende, die den Fairtradeorganisationen angehören, höhere Einnahmen, als diejenigen, die nicht mit dem fairen Handel arbeiten. Durch den höheren Mindestpreis können sich Kleinbäuer:innen, die sich zu einer Kooperation oder zu einer Organisation zusammengeschlossen haben, bessere Gewinne erzielen und somit auch die Arbeiter:innen besser bezahlen.

Fairtrade hat jedoch nicht nur positive Eigenschaften - so sind die Produkte zum Beispiel weitaus teurer als Kaffee, der nicht aus Fairtrade stammt. Weit verbreitet ist auch die Aussage, dass das Geld der teureren Produkte nicht vollständig bei den Landwirtschaft-Betreibenden ankommt. Diese Aussage stimmt zum Teil auch, denn hinter Fairtrade stehen mehrere Organisationen, die alle etwas mitverdienen. Ebenso gibt es natürlich auch "schwarze Schafe", die mehr Geld kassieren, davon aber so gut wie nichts weitergeben.

Zu den weiteren Nachteilen gehört auch, dass die Bäuer:innen von den Fairtrade Organisationen abhängig gemacht werden und dass das Siegel "Fairtrade" auch vergeben wird, wenn nur ein Teil der Produktion auf Fairtrade basiert. Außerdem werden Landwirtschaft-Betreibende, die nicht Fairtradeorganisationen angehören, vor weitere wirtschaftliche Probleme gestellt. Hinzu kommt, dass Verbraucher:innen in der Regel billigere Produkte vorziehen. 

Wir haben die Vorteile und Herausforderungen von Fairtrade-Kaffee zusammengefasst.

Fairtrade fördert den ökologischen Anbau und verbietet den Einsatz von Gentechnik und bestimmten chemischen Substanzen.
Fairtrade fördert den ökologischen Anbau und verbietet den Einsatz von Gentechnik und bestimmten chemischen Substanzen.© Andrés Rivas - stock.adobe.com

Die positiven Aspekte des Fairtrade-Kaffees

1. Schutz vor Preisschwankungen: Der Fairtrade-Mindestpreis schützt Kaffeebäuer:innen vor den extremen Preisschwankungen auf dem Weltmarkt, die ihre Existenz bedrohen können.

2. Soziale Verantwortung: Die Fairtrade-Prämie ermöglicht Gemeinschaftsprojekte und verbessert die Lebensqualität in den Kaffeeanbauregionen.

3. Umweltschutz: Fairtrade-Zertifizierungen ermutigen zu umweltfreundlichen Anbaupraktiken und fördern nachhaltigen Kaffeeanbau.

4. Transparenz: Fairtrade-Organisationen fördern Transparenz in der Lieferkette, was den Verbraucher:innen ermöglicht, die Herkunft ihres Kaffees nachzuvollziehen.

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Die Herausforderungen von Fairtrade-Kaffee

Trotz dieser positiven Aspekte gibt es auch Kritikpunkte an Fairtrade-Kaffee:

1. Begrenzte Reichweite: Nicht alle Kaffeebäuer:innen sind in Fairtrade-Programme involviert. Diejenigen, die nicht zertifiziert sind, arbeiten weiterhin unter unfairen Bedingungen.

2. Qualitätsprobleme: Einige Kritiker:innen argumentieren, dass die Qualität des Kaffees vernachlässigt wird. Bauern haben keinen Anreiz, auf hohe Qualität zu setzen, da Fairtrade zwar die Arbeitsrechte der Arbeiter:innen schützt, jedoch nicht sicherstellt, dass der Kaffee von erstklassiger Qualität ist.

3. Abhängigkeit: Die Fairtrade-Prämien können dazu führen, dass Kaffeebäuer:innen zu sehr von der Fairtrade-Organisation abhängig werden.

4. Bürokratie und Kosten: Die Zertifizierung und Überwachung durch Fairtrade-Organisationen erfordern Zeit und Geld, was für einige kleinere Kaffeebäuer:innen eine Belastung sein kann.

Fazit zu Fairtrade-Kaffee

Fairtrade-Kaffee hat zweifellos dazu beigetragen, die Lebensbedingungen vieler Kaffeebäuer:innenn zu verbessern und Umweltschutzinitiativen zu fördern. Dennoch ist es wichtig zu beachten, dass es keine perfekte Lösung gibt. Fairtrade ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber es gibt auch Raum für Verbesserungen.

Als Verbraucher:innen können wir einen Beitrag leisten, indem wir uns über die Herkunft unseres Kaffees informieren, nachhaltige Marken unterstützen und die Bemühungen zur Verbesserung der Kaffeeindustrie verfolgen. Es liegt an uns, sicherzustellen, dass Fairtrade-Kaffee tatsächlich fairer wird und dass diejenigen, die an der Produktion beteiligt sind, gerecht entlohnt und respektiert werden.

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