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Wer soll sich da noch konzentrieren?

Gibt es ein Recht auf Hitzefrei?

  • Veröffentlicht: 03.08.2015
  • 16:01
pixabay

40 Grad am Arbeitsplatz – das ist keine schöne Vorstellung. Und tatsächlich gibt es im Gesetz festgelegte Grenzen für Temperaturen, die bei der Arbeit nicht überschritten werden dürfen. Wir klären euch über eure Rechte auf.

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#Chef muss aktiv werden

Fest steht: In Arbeitsräumen soll eine Temperatur von 26 Grad nicht überschritten werden. Knapp darunter herrschen sogenannte Soll-Bestimmungen. Der Chef muss hier keine Maßnahmen ergreifen, trotzdem ist er angehalten, Lüftungseinrichtungen zu installieren, die den Arbeitnehmern den Tag erleichtern. Darunter fällt beispielsweise das Kühlen der Räume in der Nacht oder aber auch das Abstellen möglichst vieler elektrischer Geräte, die für zusätzliche Hitze im Raum sorgen.

#Absolute Grenze

Erreicht die Temperatur am Arbeitsplatz die 30-Grad-Grenze, MUSS der Arbeitgeber etwas unternehmen. Eine Klimaanlage ist dann notwendig oder andere Mittel, die den Raum effektiv herunterkühlen. Die absolute Obergrenze für die Lufttemperatur liegt bei 35 Grad – denn dann ist Schwitzen am Arbeitsplatz wohl das geringste Problem. Aufgrund der gesundheitlichen Gefährdung kann der Arbeitnehmer seinen Arbeitsplatz verlassen und das Gespräch mit dem Chef suchen.

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Wie der Arbeitgeber eingreift, bleibt ihm überlassen. Ein Recht auf Klimaanlagen gibt es gesetzlich nicht. Lässt sich die Raumtemperatur aber nicht auf unter 30 Grad senken, haben Arbeitnehmer das Recht, sich zur Wehr zu setzen. Idealerweise sucht ihr hierfür nochmal euren Chef auf und versucht mit ihm eine Lösung zu finden – sei es, dass ihr eure Arbeitszeiten in frühere Stunden verlegt oder ihr ein neues Büro bekommt, das nicht der Sonnenseite ausgesetzt ist.          

#Einfach zuhause bleiben?

Leider kennt das deutsche Arbeitsschutzrecht kein explizites Recht auf Hitzefrei. Es ist also nicht erlaubt, einfach und unentschuldigt dem Arbeitsplatz fernzubleiben. Habt ihr allerdings gesundheitliche Probleme, die vermehrt unter Hitze auftreten, könnt ihr euch krankschreiben lassen. Besser ist es jedoch in jedem Fall, mit dem Chef darüber zu reden und nach Lösungen zu schauen, die beiden Parteien zusagen.

Angeber-Fact: Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat untersucht, wie sich hohen Temperaturen auf die Beschäftigten auswirkt. Wird es am Arbeitsplatz heißer, steigen die Hauttemperatur und die Herzfrequenz. Trotzdem blieb die Leistungsfähigkeit relativ konstant. Bei über 30 Grad zeigte sich jedoch, dass die Bereitschaft, viel zu geben, deutlich absank. Also: Auch für die Arbeitgeber ist es eine gute Idee, Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

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