Der Völkerbund erklärte 1926 in einem internationalen Abkommen die Abschaffung der Sklaverei. Seitdem ist jede Art von Arbeit oder Dienstleistung, die von einer Person unter Androhung irgendeiner Strafe verlangt wird und für die sie sich nicht freiwillig zur Verfügung gestellt hat, in Deutschland verboten. Trotz des Abkommens ist Zwangsarbeit hierzulande ein gegenwärtiges Thema: Nicht nur im Rotlichtmilieu, auch in der Landwirtschaft, im Baugewerbe oder Haushaltsdienstleistungen sind Zwangsarbeit und Ausbeutung an der Tagesordnung. Die Notlage, hauptsächlich osteuropäischer Einwanderer, wird ausgenutzt, um sie unter falschen Versprechungen nach Deutschland zu locken und dann als billige Arbeitskräfte auszubeuten. Immer häufiger werden auch Kinder als Arbeitskräfte missbraucht, hauptsächlich um Taschendiebstähle zu begehen und die erbeuteten Wertgegenstände abzuliefern. Durch die Straffreiheit der Kinder und die vermeintliche Passivität der Drahtzieher, kommt es nur selten zu Verurteilungen. Von bundesweit 2.094.118 polizeilich registrierten Tatverdächtigen im Jahr 2012, waren 75.449 jünger als 14 Jahre alt.

Hättest du es gewusst? Im Jahr 2011 wurden in Deutschland 640 Personen zum Zweck der sexuellen Ausbeutung und 32 Personen zum Zweck der Arbeitsausbeutung polizeilich registriert. Die Dunkelziffer schätzen Experten um ein vielfaches höher ein.