Die 90. Verleihung des Academy Awards – besser bekannt als Oscars - ist nicht mehr weit und in Los Angeles laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren.

Gut vorbereiten werden sich wohl auch die zwei Schauspieler Faye Dunaway (77) und Warren Beatty (80): Angeblich dürfen sie dieses Jahr erneut ihr Glück dabei versuchen, den Oscar für den besten Film zu verkünden. Letztes Jahr war das ja leider etwas in die Hose gegangen. Nachdem zunächst „La La Land“ zum besten Film gekrönt wurde, stellte sich heraus: Alles Quatsch, der wahre Sieger hieß nämlich „Moonlight“. Verantwortlich hierfür waren allerdings nicht die beiden Schauspieler, sondern Brian Cullinan, der Warren Beatty einen falschen Umschlag in die Hand drückte. Und zwar den des Oscars für die beste Hauptdarstellerin, den kurz zuvor Emma Stone für ihre Rolle in, ihr ahnt es, „La La Land“ bekommen hatte.

 

Sowohl die beiden Schauspieler, als auch das Wirtschaftsprüfungsunternehmen PricewaterhouseCoopers (PwC), das für die Sicherheit und Geheimhaltung der Oscar Gewinner zuständig ist, drücken wohl die Daumen, dass dieses Jahr auf Anhieb der richtige Film verkündet wird.

Falsche Verkündung! Die Panne im letzten Jahr sorgte für viel Aufruhe!

Wenn ihr wissen wollt, was sonst noch bei den letzten Academy Awards schiefgelaufen ist, dann lest hier: Die größten Pannen der Oscar-Verleihungen

 

In der Königsdisziplin „Bester Film“ sind dieses Jahr übrigens neun Filme nominiert, von denen viele gleich mehrfach in den „wichtigen“ Kategorien auftauchen.

Als absoluter Favorit dieses Jahr gilt der Film „The Shape of Water – das Flüstern des Wassers“, der gleich 13 Nominierungen bekommen hat und sich damit hinter „La La Land“ mit 14 vom Vorjahr, einreiht. „La La Land“ war nach „Alles über Eva“ (1950) und „Titanic“ (1997) übrigens der dritte Film, der diese Rekordzahl erhalten hat.

„The Shape of Water – das Flüstern des Wassers“ ist nicht nur Anwärter für den besten Film, sondern unter anderem auch für die "Beste Regie" (Guillermo del Toro) und "Beste Hauptdarstellerin"(Sally Hawkins). Danach kommt der Kriegsfilm „Dunkirk“ von dem britisch-amerikanischen Filmproduzenten Christoph Nolan mit acht Nominierungen. Dicht dahinter folgt die Tragikomödie «Three Billboards outside Ebbing, Missouri » von Martin McDonagh mit sieben Oscarnominierungen. "Die dunkelste Stunde“ ist sechs Mal nominiert, ebenso wie „Der seidene Faden“ von Paul Thomas Anderson.  Jordan Peeles Regiedebüt „Get Out“ ist insgesamt vier Mal nominiert.

Schauspielerin Sally Hawkins wurde als "Beste Hauptdarstellerin" nominiert.

Weitere Anwärter auf den Oscar für den besten Film sind „Die Verlegerin“ mit Meryl Streep und Tom Hanks, das romantische Drama „Call me by your name“ von Luca Guadagnino und „Lady Bird“ von der US-Amerikanerin Greta Gerwig, die als erst fünfte Frau überhaupt für die beste Regie nominiert ist.

 

Insgesamt über 120 Trophäen werden in der Nacht von Sonntag auf Montag, nach deutscher Zeit, in 24 verschiedenen Kategorien, von „bester Film“ bis „beste Nebenrolle“, vergeben.

 

Als beste Hauptdarstellerin sind dieses Jahr

Sally Hawkins für „Shape of Water – Das Flüstern des Wassers“,

Meryl Streep als Kay Graham in „Die Verlegerin“,

Frances McDormand als verzweifelte Mutter aus „Three Billboards outside Ebbing, Missouri“,

Margot Robbie in ihrer Rolle als Eiskunstläuferin in „I, Tonya“,

sowie Saoirse Ronan in „Lady Bird“ nominiert.

 

Als männliche Pendant dazu stehen

Daniel Day-Lewis („Der seidene Faden“),

Timothée Chalamet („Call me by your name“),

Daniel Kaluuya („Get out“),

Denzel Washington („Roman J. Israel, Esq. – Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit“) und

Gary Oldman („Die dunkelste Stunde“) als beste Hauptdarsteller zur Auswahl.

 

Und auch wir Deutschen haben die Chance, oder besser die Hoffnung, einen Oscar zu erhalten. Es gibt gleich drei junge Filmkünstler, die für ihre Werke möglicherweise mit einem Goldjungen belohnt werden könnten. Dazu zählen zum einen Gerd Nefzer und sein Team, die für ihre "Visual Effects" in Denis Villeneuves „Blade Runner 2049" nominiert sind. Zudem könnten Jakob Schuh und Jan Lachauer für ihren animierten Kurzfilm "Revolting Rhymes“ eine Auszeichnung erhalten, oder aber Katja Benrath holt uns mit ihrem Live-Action Kurzfilm “Watu Wote/ All of Us“, der auf wahren Begebenheiten vom 21. Dezember 2015 an der Grenze zwischen Kenia und Somalia beruht, einen Preis nach Deutschland.

 

Fatih Akin mit seinem NSU-Thriller „Aus dem Nichts“ hat es leider nicht in die Endrunde der Oscars geschafft, dafür erhielt er im Januar den Golden Globe Award als bester fremdsprachiger Film. Im letzten Jahr wurde übrigens die Deutsche Diane Kruger auf den Internationalen Filmfestspielen von Cannes als beste Darstellerin ausgezeichnet.

Stolz wie Oscar! Das sind die Gewinner aus dem letzten Jahr in der Kategorie "Hauptdarsteller" und "Nebendarsteller".

Und noch etwas erwartet uns am Wochenende auf der Preisverleihung: Es soll politisch werden! Moderator Jimmy Kimmel kündigte an, dass er auf jeden Fall die Politik des Landes ansprechen werde. Gegenüber „ABC News“ sagte der Late-Night-Moderator: „Viele Leute sind der Meinung, dass die Menschen aus dem Showgeschäft nicht über Politik sprechen sollen. Dabei haben sie doch Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt. Ich denke also, diese Argument hat sich gerade verabschiedet. (…) „Ich werde trotzdem eine Comedy-Show machen und muss witzig sein und mein Publikum unterhalten, aber ich denke auch, dass wir reif genug sind, um einen Late-Night-Talkshow-Moderator über ernste Dinges sprechen zu hören. Ich finde, dass ist derzeit notwendig.“

Moderator Jimmy Kimmel ist der Meinung, dass auch im Showgeschäft mehr über Politik geredet werden sollte.

Wir freuen uns auf die 90. Verleihung der Oscars und drücken natürlich den deutschen Nominierten ganz fest die Daumen. Was uns Jimmy Kimmel am Sonntag wohl so zu bieten hat?