- Bildquelle: SAT.1 / Jens Hartmann © SAT.1 / Jens Hartmann

Die Zuschauer von „The Taste“ interessieren sich sehr für deine außergewöhnlichen Outfits. Hast du einen Stylisten oder überlegst du dir alles ganz alleine?

Angelina Kirsch: Ich habe einen Stylisten, der ganz, ganz toll ist. Er war aber vor allem dafür zuständig, meine Kleidung kamerafertig zu machen. Könnte die Bluse während des Drehs aufspringen? Ist der Ausschnitt von dem Kleid zu tief? Müssen wir etwas kürzen oder enger machen? Gemeinsam haben wir im Vorfeld Outfits ausgesucht und ich habe dann entschieden, was ich gern anziehen möchte. Wir haben immer erst am Aufzeichnungstag erfahren, welches Motto die jeweiligen Sendungen haben. Deshalb haben wir spontan entschieden. Beim Thema Thailand mussten die Farben knallen, klar.

Manchmal habe ich aber auch versucht, die Männer auf die falsche Fährte zu locken. Wenn sie Kleidung mit Früchte-Print sehen, denken sie sofort: okay, es wird auf jeden Fall exotisch. Dabei war das Thema Deutschland.

Wie würdest du deinen Stil allgemein beschreiben? Was macht Angelina Kirsch aus?

Ich bin eine lebensfrohe Person, die sich dementsprechend anzieht. Ich bin keine Frau, die sich versteckt oder kaschiert. Ich liebe Mode, warum soll ich sie nicht tragen dürfen, nur weil ich Kurven habe? Als beispielsweise mein orangefarbener Rock kritisiert wurde, habe ich mich gefragt warum?

Warum soll ich mich anders anziehen? Warum soll ich meine Beine nicht zeigen oder Ausschnitt tragen? Ja, ich habe Kurven. Aber das ist ja nichts Unnormales. Warum wird das nicht einfach gefeiert? Ich bin mehr als eine Kleidergröße! Meiner Meinung nach, sollte man eine Bühne wie die von „The Taste“ richtig zelebrieren und nicht in Sack und Asche dastehen.

Natürlich gibt es immer wieder Leute, die sich an meinem Style reiben. Das ist okay. Ich mag auch nicht immer alles, was ich bei anderen sehe. Von daher sehe ich Kritik entspannt, denn am Ende entscheide ich, worin ich mich wohl fühle und kann dann auch zu 100 Prozent dahinter stehen.

Welche Tipps hast du für Frauen im Allgemeinen und kurvige Frauen im Speziellen?

Ich sage gern: Versuch macht klug. Also probiere es einfach aus und sag‘ nicht von vornherein: nein, das kann ich nicht tragen, weil ich Kurven habe. Wer sagt, dass Mode nur für einen bestimmten Körpertypen gemacht ist? Wenn man ein Teil liebt, sollte man es anziehen. Bitte keine Eitelkeiten, wenn es um Kleidergrößen geht, denn jedes Label schneidet anders. Wichtig ist, dass es sitzt und man sich in dem Teil wohl fühlt, denn dann sieht es gleich doppelt so schön aus!

Und was für viele auch ein Aha-Effekt ist: die richtige Unterwäsche ist alles! Sitzt das "Darunter", dann passt das "Darüber" umso besser. Shapewear ist vor allem für uns Curvys der Himmel auf Erden.

Im Clip: "The Taste"-Moderatorin Angelina Kirsch - "Ein bisschen wie Disneyland

Du hast kürzlich auch deine eigene Modelinie „Rock your Curves“ auf den Markt gebracht.

Genau. Gerade, weil sich immer mehr Frauen mit Kurven gerne modisch kleiden würden, aber kaum Auswahl für sie finden. Ich habe das selbst in die Hand genommen. Seit Mitte Juli gibt es meine Kollektion in meinem eigenen Online-Shop und bei vielen Händlern zu bekommen. "Rock your Curves" ist nicht nur der Name der Kollektion, sondern meine Einstellung.

Kann eine kurvige Moderatorin bei „The Taste“ eine Lanze für die ganze Fernsehlandschaft brechen?

Klar. Ich denke, dass wir unsere Sehgewohnheiten anpassen sollten. Im wahren Leben sind doch auch die verschiedensten Menschen zu sehen. Warum soll es dann im TV immer nur den einen Stereotypen geben?! Es sollte selbstverständlich werden, dass Menschen mit unterschiedlichen Körpertypen, Hautfarben, Frisuren und so weiter im Fernsehen sind. Für mich ist es immer eine Chance, viele Menschen zu erreichen. So motiviere ich Frauen dazu zu sagen: Mensch, es ist egal, was die anderen sagen, denn wenn ich hinter dem stehe, was ich tue und an mich glaube, dann kann ich alles erreichen. Die einzige Meinung, die zählt, ist deine eigene. 

An den Reaktionen auf einige meiner Outfits sieht man, dass es noch viel Luft nach oben gibt. Ich glaube schon, dass ich da eine Lanze brechen kann. Das ist für mich aber tatsächlich nicht mit Druck verbunden, sondern vielmehr eine große Freude.

Welche Outfits erwarten die "The Taste"-Zuschauer noch?

Zum Finale setze ich dem Ganzen buchstäblich die Krone auf! Lasst euch überraschen! Für mich ist es wunderbar bei so einer grandiosen Show wie „The Taste“ dabei sein zu dürfen. Ich finde, dass man diese besondere Sendung mit ihren kreativen Kandidaten und ihren Coaches, die alles geben, jede Woche würdigen sollte, was ich auch mit meiner Kleiderwahl tue. Und auch, wenn ich in der nächsten Staffel dabei sein darf, werdet ihr keine weiten Sack-Kleider an mir sehen.

Weg von der Kleidung, hin zum zum Thema Ernährung: Kochst du selbst?

Ich kann leider gar nicht gut kochen. Vor kurzem wollte ich etwas zubereiten und habe mich dabei direkt in den Finger geschnitten. (lacht)

Wie wichtig ist dir gutes Essen, auch wenn du selbst nicht so gut kochen kannst?

Essen ist für mich Lebensqualität und nicht nur Mittel zum Zweck. Und deswegen ist für mich gutes Essen total wichtig. Aber die Definition von gutem Essen ist bei mir vielseitig. Das kann ein Gourmet-Menü sein, aber es kann auch die Currywurst sein. Oder Spaghetti mit Tomatensoße. Pasta ist bei mir hoch im Kurs – die beste Erfindung der Welt neben Schokolade. Essen ist für mich Genuss und wichtig für die Seele. Schlimm ist dann immer, wenn ich erkältet bin und nicht schmecken kann, was ich esse.

Konntest du dich in die Köche und ihre Situation gut hineinversetzen?

Ich habe von Anfang an mitgefiebert und mitgelitten, wenn sie nach Hause gehen mussten. Immerhin habe ich gesehen, wie viel Herzblut alle von ihnen in ihre Löffel gesteckt haben. Das sehen auch die Zuschauer, aber wenn man dabei ist, dann fühlt man es noch mehr, weil man noch dichter dran ist. Wir haben vier Wochen lang fast jeden Tag gedreht. Dadurch ist "The Taste" für alle Beteiligten nicht nur eine Show, sondern eine ganz eigene Welt, die man nicht verlassen möchte. 

Im Finale wurde mir vor der großen Verkündung die Wahl gelassen, ob ich schon wissen will, wer gewinnt. Ich habe abgelehnt, weil ich den Moment fühlen wollte. Das war dann auch sehr emotional.

Wie hast du das Zusammenspiel zwischen den Coaches empfunden? Sie geizen ja nicht mit harten Worten oder kleinen Sticheleien.

Ich habe gelernt, dass Köche ein ganz eigenes Volk sind. Da wird vieles nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Die Männer kamen von Anfang an gut miteinander klar. Die waren eine Einheit. Als ob sie sich gesucht und gefunden hätten. Alex Kumptner hat sich auch direkt in die Runde eingefügt, obwohl er der Neue war.

Wie hat Alexander Kumptner seine Zeit bei „The Taste“ erlebt? Welchen anderen Coach wollte er unbedingt besiegen? Das erfährst du hier im Interview.

Hattest du als Moderatorin eine besondere Strategie? Wie hast du die Männerrunde in den Griff bekommen?

Meine Strategie ist freundliche Diplomatie. Dafür war mir wichtig, dass ich immer gut vorbereitet und auf dem neuesten Stand war. Wer ist Gastjuror? Welche Fakten muss ich kennen? Wie lautet das Thema? Und so weiter. So konnte ich den Männern wunderbar begegnen und auf jedes Späßchen reagieren.

Mit welchem Outfit überrascht Angelina Kirsch im großen Finale von "The Taste"? Und wer schnappt sich eigentlich die 50.000 Euro Preisgeld und darf ein eigenes Kochbuch veröffentlichen? Das erfährst du nächsten Mittwoch um 20:15 Uhr in SAT.1 und auf Joyn.

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