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Internationaler Tag gegen Homophobie

Am 17. Mai soll ein Gruppen-Coming-out im Fußball stattfinden

  • Veröffentlicht: 17.05.2024
  • 11:28 Uhr
  • Stefan Kendzia

Der diesjährige "Internationale Tag gegen Homophobie" am 17. Mai soll außergewöhnlich werden: Es wird ein Gruppen-Coming-out im Fußball erwartet und erhofft.

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Für diesen Freitag (15. Mai), den Internationalen Tag gegen Homophobie, hatte der schwule Ex-Jugendnationalspieler Marcus Urban laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) ein Gruppen-Coming-out im Profifußball angekündigt.

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Das Schweigen soll endlich gebrochen werden

Der Internationale Tag gegen Homophobie ist ein Tag, der Sichtbarkeit schaffen soll. Sichtbarkeit für alle, die eine andere Sexualität leben, als die Norm vorgibt. Besonders im Profifußball genießt das Thema Homosexualität nach wie vor keine Öffentlichkeit: In Deutschland hat noch kein aktiver männlicher Fußball-Profi seine Homosexualität öffentlich gemacht. Nur Thomas Hitzlsperger hat sich geoutet, als er bereits Ex-Profi war. Das ist zehn Jahre her.

Grund genug, um den Profi-Fußball endlich in die Moderne zu führen. Wie die "Tagesschau" berichtet, plant die Kampagne "Sports Free" für diesen besonderen Tag ein Gruppen-Coming-out im Profi-Fußball. Das Schweigen soll gebrochen werden - auch um Vorbilder im Sport zu bekommen. Auf diese Idee ist Marcus Urban gekommen, Ex-Fußballer und LGBT-Aktivist. Ein Profi zu werden, habe er sich früher nicht getraut. Denn eine Profi-Karriere hätte damals das Aus für ein selbstbestimmtes Leben bedeutet, wie er sagt. "Ich hatte Angst, mich zu blamieren, wenn ich mich oute. Ich habe mich als Fußballer extrem verleugnet und mich bis zum Erbrechen verbogen."

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Normalisierung von Homosexualität im Profi-Fußball

Jetzt will Urban mit seiner eigenen Geschichte inspirieren und ermutigen. Der heutige Tag soll der Anstoß geben für eine Normalisierung von Homosexualität im Profi-Fußball. Deshalb plant Urban eine Art digitale Bilderwand auf der Internetseite der Kampagne, wo unter anderem Spieler des Profi-Fußballs ihre Geschichten teilen können. Ob und wie viele sich an dieser Aktion beteiligen werden, sei unklar. "Die Spieler haben bis heute Angst, dass sie in Ungnade fallen könnten nach einem Coming-out. Es gibt Leute, die sehr gut an den Spielern verdienen", so Urban.

Die Idee wird auch von namhaften Fußballclubs unterstützt

Hinter der Idee stehen auch mehrere Proficlubs wie Borussia Dortmund, Union Berlin oder der FC St. Pauli. Union Berlins Präsident Dirk Zingler hat Profifußballern bei einem möglichen Coming-out seine volle Unterstützung zugesichert. "Wenn es der Mut eines Einzelnen nicht schafft, dann braucht es vielleicht den Mut einer Gruppe. Ich kann dieser Gruppe nur sagen: Seid mutig. Wer wen liebt, spielt zu 99 Prozent eigentlich gar keine Rolle auf der Arbeit", sagte Zingler in einem  veröffentlichen Instagram-Video auf dem Kanal "diversero_org".

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Der 17. Mai soll nur der Startpunkt sein für mehr Sichtbarkeit

Neben dem Initiator Urban und Zingler kam auch Vorstandsboss Alexander Wehrle vom VfB Stuttgart in dem Beitrag zu Wort. "Mit einer hohen Wahrscheinlichkeit ist es wahrscheinlich auch so, dass wir nur ein Leben haben. Und das müssen wir doch genießen", befand der 49-Jährige, der offen schwul lebt. "Natürlich war es ein Meilenstein, sich als Jugendlicher in der Familie zu outen und natürlich war die Verlobung mit meinem langjährigen Lebenspartner ein besonderer Moment", wird er zitiert.

Auf eine riesige Anzahl von Outings kommt es nach Urbans Meinung gar nicht an. Sondern allein auf die Aktion von "Sports Free", die schon für mehr Sichtbarkeit und Bewusstsein sorgt. "Der 17. Mai ist nur ein Startpunkt", sagt er. 

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Tagesschau: ""Der 17. Mai ist nur ein Startpunkt""
  • Instagram: "Diversero"
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