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Neuigkeiten am Pfandautomat

Neue Pfandregel ab 2024: Darum sorgt sie für Ekel und Gesundheitsgefahr

  • Veröffentlicht: 06.12.2023
  • 17:25 Uhr
  • Stefan Kendzia
Ab Januar sollen nicht nur herkömmliche Flaschen am Leergutautomaten abgegeben werden, sondern auch Einweg-Flaschen von Milcherzeugnissen. Das könnte zum Himmel stinken.
Ab Januar sollen nicht nur herkömmliche Flaschen am Leergutautomaten abgegeben werden, sondern auch Einweg-Flaschen von Milcherzeugnissen. Das könnte zum Himmel stinken.© Daniel Bockwoldt/dpa/dpa-tmn

Bald könnte es in Discountern, Super- und Getränkemärkten bis zum Himmel stinken. Denn ab 1. Januar 2024 tritt eine neue Pfandregel in Kraft: Demnach soll es auch auf Einweg-Kunststoffflaschen für Milch- und Kaffeeprodukte Pfand geben. Diese Behältnisse werden - wie alle anderen Pfandflaschen auch - in Leergutautomaten entsorgt. Mit einer geruchsintensiven Nebenwirkung.

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Der Besuch eines Discounters, von Super- oder Getränkemärkten könnte bald einen bleibenden (Geruchs-)Eindruck hinterlassen. Ab 1. Januar landen dann in Pfandflaschenautomaten auch Kunststoffflaschen, in denen Milch- und Kaffeeerzeugnisse abgefüllt waren. Das kann zu enormer Geruchsbelästigung führen.

Im Video: Brauer befürchten Mangel an Pfandflaschen

Pfandregel kann auch gesundheitliche Folgen haben

Der Besuch von Leergutautomaten wird ab Januar 2024 zu einer echten Mutprobe. Ab dem neuen Jahr sollen an diesen Automaten auch Kunststoffflaschen entsorgt werden, die als Verpackung von Getränken mit einem Milchanteil von mindestens 50 Prozent dienen. Betroffen sind beliebte Getränke wie Kakao-Drinks, Kaffees mit viel Milch und andere milchhaltige Trendgetränke. Problem: "Nach dem Öffnen und Ausleeren der Verpackungen können wegen der relativ hohen Viskosität dieser fettreichen Produkte erhebliche Mengen an Lebensmittelresten in den Verpackungen verbleiben, die einen sehr guten Nährboden für Mikroorganismen darstellen", hieß es damals in einer Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung, die "Focus" online vorliegen soll. 

Es droht durch Milchreste nicht nur eine unangenehme Verunreinigung von Pfandautomaten und mögliche Geruchsbelästigung, sondern eine Kontamination könnte auch gesundheitliche Folgen haben. Laut "Focus online" sollen Mitarbeiter:innen bereits entsprechend geschult werden. Neben der Entleerung müssen sie ab Januar 2024 auch die Sauberkeit der Einwurfschächte kontrollieren. Gleichzeitig sollen Hinweisschilder Verbraucher:innen darauf hinweisen, die Milchpackungen mit dem Deckel zu verschließen und erst dann zu entsorgen.

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Zurücknehmen müssen Unternehmen solche Kunststoffflaschen, sobald sie diese verkaufen. Das könnte durchaus dazu führen, dass die betreffenden Verkaufsstellen auf den Vertrieb dieser Ware verzichten und aus dem Sortiment nehmen. Entsprechende Pfandsiegel sollen auf Milchprodukte ab Mitte Dezember aufgedruckt werden. Allerdings: "Das Gesetz sieht keine Übergangsregelung vor. Das führt zu Problemen. Denn viele Hersteller haben uns bereits mitgeteilt, dass sie das Pfandzeichen nicht abdrucken werden. Andere starten bereits ab Mitte Dezember. Diesen Flickenteppich hätte man ignorieren müssen", wie "Focus" den Einkaufschef einer großen Discounter-Kette zitiert. Problem: Stehen ab Januar noch Flaschen im Laden ohne Pfandsiegel, dürfen sie nicht verkauft werden. "Sie landen dann auf dem Müll oder werden bereits ab 30. Dezember abverkauft. Völlig irrsinnig", schimpft der Einkaufschef.

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