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Gaza-Protest und Buhrufe in Berlin

"Hier wird nicht gedroht": Schreie und Handgemenge bei Baerbock-Veranstaltung

  • Veröffentlicht: 27.05.2024
  • 02:35 Uhr
  • Franziska Hursach
Außenministerin Annalena Baerbock wurde im Zuge der Tumulte und ständiger Zwischenrufe im Saal ebenfalls zwischenzeitlich laut.
Außenministerin Annalena Baerbock wurde im Zuge der Tumulte und ständiger Zwischenrufe im Saal ebenfalls zwischenzeitlich laut.© Kay Nietfeld/dpa

Anti-Israel-Demonstrant:innen haben eine Fragerunde mit Annalena Baerbock beim Demokratiefest gestört. Das Publikum reagierte genervt.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Auf dem Demokratiefest in Berlin ist es bei einer Veranstaltung mit Außenministerin Annalena Baerbock zu lautstarken Demonstrationen gekommen.

  • Baerbock reagierte professionell und versuchte die Fragen ruhig zu beantworten, wurde aber im Zuge der Tumulte und ständiger Zwischenrufe ebenfalls zwischenzeitlich laut.

  • Es kam unter anderem zu einem Handgemenge zwischen den Demonstrierenden und dem Sicherheitspersonal, aus dem Publikum ertönten Buhrufe gegen die Störer.

Außenministerin Annalena Baerbock sah sich bei dem Demokratiefest in Berlin am Sonntag (26. Mai) mit lautstarken Protesten konfrontiert. Mehrere Teilnehmende störten eine Debatte der Grünen-Politikerin mit Bürger:innen. Aus Protest gegen den Umgang der Bundesregierung mit dem Gaza-Krieg hielten diese unter lauten Rufen Banner hoch und riefen mehrmals dazwischen.

Vorwurf der Korruption und Einseitigkeit

Die Störer warfen der Bundesregierung unter anderem Korruption und Einseitigkeit vor. Auch forderten sie Baerbock auf, die Waffenlieferungen an Israel sofort zu stoppen. Zwar versuchte die Außenministerin, die Fragen ruhig zu beantworten, sie wurde aber im Zuge der Tumulte und ständiger Zwischenrufe im Saal ebenfalls zwischenzeitlich laut.

"Hier wird nicht gedroht", rief sie einem Teilnehmer entgegen.

Ihr zufolge arbeite Deutschland daran, dass sowohl Israel als auch die Palästinenser in Frieden leben könnten. Man solle doch bei den Fakten bleiben, so Baerbock.

Mindestens acht Teilnehmer:innen mussten das Tipi am Kanzleramt teils unter heftigem Protest verlassen.
Mindestens acht Teilnehmer:innen mussten das Tipi am Kanzleramt teils unter heftigem Protest verlassen.© Fatima Abbas/dpa

Laut einer Reporterin der Deutschen Presse-Agentur mussten mindestens acht Teilnehmende den Veranstaltungsort beim Kanzleramt teils unter heftigem Protest verlassen. Es soll in einzelnen Fällen sogar zu einem Handgemenge und körperlichen Auseinandersetzungen mit dem Sicherheitspersonal gekommen sein.

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Laute Buhrufe aus dem Publikum

Zwei Frauen blieben jedoch trotz wiederholter Störrufe im Saal. Die Außenministerin versuchte mehrfach, auf die beiden Frauen einzugehen, und bat das Sicherheitspersonal darum, nicht gewaltsam gegen die Demonstrant:innen vorzugehen. Ein großer Teil des Publikums reagierte genervt und mit Unverständnis. Einige reagierten sogar mit lauten Buhrufen auf den Protest.

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Baerbock betonte, dass Israel ein Recht auf Selbstverteidigung habe. Sie verwies auf die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer, die betont hatte, dass es kein christliches, jüdisches oder muslimisches Blut gebe, "sondern nur menschliches Blut". Dieser Grundsatz leite auch die Bundesregierung im Gaza-Konflikt, so Baerbock.

  • Verwendete Quelle:
  • Nachrichtenagentur dpa
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