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Republikanische Revolte

Historisches Votum: US-Repräsentantenhaus setzt Kevin McCarthy ab

  • Veröffentlicht: 03.10.2023
  • 22:47 Uhr
  • Carolin Ritter
Gefallener Politiker: Der ehemalige Sprecher des Repräsentantenhauses Kevin McCarthy.
Gefallener Politiker: Der ehemalige Sprecher des Repräsentantenhauses Kevin McCarthy.© AP Photo/J. Scott Applewhite

Es ist ein historisches Ereignis in den USA: Wegen einer parteiinternen Revolte unter den Republikanern hat das Repräsentantenhaus in den USA nun seinen Vorsitzenden Kevin McCarthy abgesetzt.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Zum ersten Mal seit über hundert Jahren wurde der Sprecher des Repräsentantenhauses abgewählt.

  • Ein solches Ereignis gab es zuletzt 1910.

  • Diesen Dienstag entschied die höchste Kammer neben dem US-Senat über die Zukunft McCarthys.

Seit Langem rumort es bereits in eine der Kammern des US-amerikanischen Kongresses. Nun steht fest: Kevin McCarthy wurde als Sprecher des Repräsentantenhauses abgesetzt. Ein Vorgehen, das in der Geschichte der Kongresskammer bislang nur drei Mal vorkam. Und nur ein Mal - im Jahr 1910 - kam es bisher zu einer Abstimmung im Plenum der Kammer darüber. Noch nie hat ein Vorsitzender sein Amt auf diesem Weg verloren. Eine Mehrheit der Parlamentskammer stimmte am Dienstagabend (3. Oktober) für die Absetzung.

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Parteiinterne Revolte sorgte für Ungereimtheiten

Die Demokraten in der Kammer verzichteten darauf, McCarthy zu Hilfe zu kommen und votierten gegen ihn. Die Republikaner haben eigentlich das Sagen in der Kammer, aber nur mit ganz knappem Vorsprung. Durch die Zahl der internen Revoltierenden in den eigenen Reihen kam damit eine knappe Mehrheit gegen McCarthy zustande.

Hintergrund der historischen Absetzung war eine Revolte unter den Republikanern und ein vorausgegangener Haushaltsstreit.

Matt Gaetz: Der erzkonservative Republikaner hatte die Kampagne gegen McCarthy angeführt.
Matt Gaetz: Der erzkonservative Republikaner hatte die Kampagne gegen McCarthy angeführt.© AP Photo/Mark Schiefelbein

Der radikale republikanische Abgeordnete Matt Gaetz störte sich unter anderem daran, dass McCarthy am Wochenende mit den Stimmen von Demokraten einen drohenden Stillstand der Regierung im letzten Moment abgewendet hatte. Er wirft McCarthy aber auch Verstöße gegen fraktionsinterne Absprachen vor. Er mache gemeinsame Sache mit dem demokratischen Präsidenten Joe Biden, statt für die republikanische Fraktion zu arbeiten.

Da die Parlamentskammer ihren Vorsitzenden selbst wählt, ist sie auch das einzige Gremium, das ihn wieder aus dem Amt verdrängen kann - auf Antrag aus den Reihen der Abgeordneten.

Schwerwiegende Folgen für US-Regierung

Die Kongresskammer dürfte nun vorerst lahmgelegt werden durch die Wahl eines neuen Vorsitzenden. Bis die Personalie geklärt ist, liegt alle restliche gesetzgeberische Arbeit auf Eis. Das parlamentarische Chaos fällt mitten in eine Zeit, in der der Kongress unter anderem einen Bundeshaushalt verabschieden muss, da der Übergangshaushalt Mitte November ausläuft.

Ist bis zu der Frist kein neues Budget verabschiedet, steuern die USA einmal mehr auf einen vorübergehenden Stillstand der Regierungsgeschäfte zu, einen "Shutdown".

Das US-Parlament hat außerdem über neue Hilfen für die Ukraine zu entscheiden. In dem am Wochenende verabschiedeten Übergangshaushalt sind keine weiteren Hilfen für das von Russland angegriffene Land vorgesehen.

Das heißt nicht, dass die USA die Ukraine von jetzt auf gleich nicht mehr unterstützen. Allerdings geht das bisher genehmigte Geld zur Neige, neue Mittel müssen her. Die parteiinternen Kämpfe bei den US-Republikanern haben daher auch internationale Auswirkungen.

Gaetz hatte McCarthy vorgeworfen, er habe mit Biden Geheimabsprachen zu weiteren Ukraine-Hilfen getroffen. McCarthy wies das zurück. Gaetz gehört seit geraumer zu den erbittertsten Gegnern McCarthys.

McCarthy war im Januar erst im 15. Wahlgang ins Vorsitzenden-Amt gehievt worden und galt dadurch von Anbeginn an als stark geschwächt. Er musste der radikalen Rechten in seiner Fraktion damals weit entgegenkommen, um mit Hilfe ihrer Stimmen auf seinen Posten gewählt zu werden.

Unter anderem setzten die Hardliner in der Fraktion damals durch, dass ein einzelner Abgeordneter einen Antrag auf Absetzung des Vorsitzenden stellen kann - was Gaetz nun ausnutzte. Die radikalen Abgeordneten trieben McCarthy seit Januar unerbittlich vor sich her.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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