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Am Montagabend

Jahrelang untergetaucht: Polizei fasst RAF-Terroristin Klette in Berlin

  • Veröffentlicht: 27.02.2024
  • 10:53 Uhr
  • Lena Glöckner
Die frühere Terroristin der Roten Armee Fraktion (RAF), Daniela Klette (65), ist in Berlin gefasst worden.
Die frühere Terroristin der Roten Armee Fraktion (RAF), Daniela Klette (65), ist in Berlin gefasst worden. © picture alliance / dpa

Polizisten stehen vor dem unauffälligen Mietshaus nahe der früheren Mauer in Berlin-Kreuzberg. Die lange gesuchte RAF-Terroristin Daniela Klette soll hier gewohnt haben. Nun erfolgte ihre Festnahme.

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Nach mehr als 30 Jahren Fahndung ist die frühere RAF-Terroristin Daniela Klette (65) in Berlin gefasst worden. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag aus Sicherheitskreisen. Zuvor hatten "Bild"-Zeitung und "B.Z." berichtet. Die Festnahme erfolgte am Montagabend (26. Februar) in Kreuzberg vor allem durch die Polizei aus Niedersachsen, die Berliner Polizei war nur als Unterstützung dabei. Nach dpa-Informationen geht sie auf Ergebnisse niedersächsischer Zielfahnder zurück.

Die seit Jahrzehnten als Terroristin der Roten Armee Fraktion (RAF) gesuchte Klette wurde nach dpa-Informationen in einem Mietshaus in der Sebastianstraße festgenommen. Am Dienstag standen uniformierte Polizisten vor dem siebengeschossigen Gebäude. Der Eingang war gesperrt. Kriminaltechniker waren vor Ort und untersuchten die betreffende Wohnung nahe der früheren Grenze zwischen West- und Ost-Berlin. Wie die "Bild" weiter berichtet, nannte Klette sich "Claudia" und bewohnte gemeinsam mit ihrem Partner und einem weißen Hund eine Wohnung im 5. Stock.

Pressekonferenz am Nachmittag

Das Landeskriminalamt Niedersachsen (LKA) wollte bei einer Pressekonferenz am frühen Nachmittag weitere Details zur Festnahme bekannt geben. In der Einladung hieß es: "Zielfahnder des LKA Niedersachsen haben gestern, am späten Montagnachmittag, eine 65-jährige Frau in Berlin festgenommen. Es könnte sich hierbei um ein gesuchtes mutmaßliches RAF-Mitglied, dem verschiedenste schwere Raubtaten zur Last gelegt werden, handeln. Ihre Identität wird aktuell noch geprüft."

Im Video: Warnung der UN - Bedrohung durch Terror wächst auch in Europa

Die Staatsanwaltschaft Verden und das Landeskriminalamt Niedersachsen fahndeten jahrzehntelang nach den RAF-Rentnern Burkhard Garweg (55), Ernst-Volker Staub (69) und Daniela Marie Luise Klette (65). Zielfahnder versuchen, das Trio seit 2015 aufzuspüren, die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes und schwerer Raubüberfälle im Zeitraum von 1999 bis 2016. Mit Fahndungsplakaten wird nach den drei Beschuldigten gesucht, neue Fahndungsaufrufe flimmern nun über digitale Anzeigetafeln etwa in Hannover.

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Belohnung von insgesamt mindestens 150.000 Euro

Nach der Sendung "Aktenzeichen XY… Ungelöst" wurden 161 neue Hinweise - davon 48 anonym - vom Landeskriminalamt Niedersachsen ausgewertet. Für Hinweise, die zur Ergreifung der Gesuchten führen, war von verschiedenen Stellen eine Belohnung von insgesamt mindestens 150.000 Euro ausgesetzt worden. Die Behörde geht davon aus, dass die Überfälle nicht politisch motiviert waren - vielmehr wollten die Beschuldigten an Geld kommen.

Klette stammt nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Karlsruhe. Die linksextremistische RAF galt in der Bundesrepublik über Jahrzehnte als Inbegriff von Terror und Mord. Insgesamt ermordete die RAF über 30 Menschen, mehr als 200 wurden verletzt. Opfer waren unter anderem Generalbundesanwalt Siegfried Buback, der Dresdner-Bank-Chef Jürgen Ponto und Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer. Die RAF löste sich 1998 auf. Staub, Klette und Garweg werden der sogenannten dritten RAF-Generation zugeordnet.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
:newstime
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