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Tarifstreit eskaliert

Jetzt auch noch die Ärzte: Tausende Mediziner treten in Warnstreik

  • Veröffentlicht: 30.01.2024
  • 12:47 Uhr
  • Emre Bölükbasi
Mehr als 20.000 Ärzt:innen wurden zu einem ganztägigen Warnstreik am heutigen Dienstag (30. Januar) aufgerufen.
Mehr als 20.000 Ärzt:innen wurden zu einem ganztägigen Warnstreik am heutigen Dienstag (30. Januar) aufgerufen.© Bernd Wüstneck/dpa

Mal ist es der Fernverkehr, mal trifft es den Nahverkehr, seit Wochen machen auch die Bauern mit: Bundesweite Protestaktionen legen Deutschland lahm. Jetzt setzen Ärzt:innen einen drauf: Mehr als 20.000 Mediziner:innen wurden zu einem Warnstreik aufgerufen.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Der Tarifstreit zwischen der Gewerkschaft Marburger Bund und den Ländern droht zu eskalieren.

  • Nach mehreren gescheiterten Verhandlungsrunden wurden nun bundesweit Tausende Ärzt:innen zu einem ganztägigen Warnstreik am heutigen Dienstag (30. Januar) aufgerufen.

  • Die Ärzt:innen pochen weiter auf mehr Gehalt und höhere Zuschläge.

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund hat Tausende Mediziner:innen zu einem Warnstreik aufgerufen. Mehr als 20.000 Ärzt:innen der bundesweit 23 landeseigenen Unikliniken sollen wegen des aktuellen Tarifstreits mit den Ländern ihre Arbeit am heutigen Dienstag (30. Januar) niederlegen, wie aus der Pressemitteilung der Gewerkschaft hervorgeht. Ab 13:00 Uhr werde zudem in Hannover eine Warnstreik-Kundgebung auf dem Opernplatz mit Tausenden Teilnehmer:innen erwartet.

Grund für den eskalierenden Streit: die gescheiterten Tarifverhandlungen mit den Ländern. In den bisherigen drei Verhandlungsrunden mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) sei es zu keiner Übereinkunft gekommen, so die Ärztegewerkschaft. Für die Tausenden Ärzt:innen fordert der Marburger Bund unter anderem 12,5 Prozent mehr Gehalt bezogen auf ein Jahr. Zudem brauche es höhere Zuschläge für Regelarbeit in der Nacht, an Wochenenden und Feiertagen. 

Die Länder wollen nicht der Tatsache ins Auge sehen, dass die Universitätskliniken immer weiter ins Hintertreffen geraten.

Dr. Andreas Botzlar, 2. Vorsitzender des Marburger Bundes Bundesverband

Die Ärzt:innen machen die Länder für die gescheiterten Verhandlungen verantwortlich. "Die Länder wollen nicht der Tatsache ins Auge sehen, dass die Universitätskliniken immer weiter ins Hintertreffen geraten - bei den ärztlichen Gehältern wie auch bei den Arbeitsbedingungen", kritisierte Dr. Andreas Botzlar, 2. Vorsitzender des Marburger Bundes Bundesverband. "Die vielfach von den Ärztinnen und Ärzten zu leistende Dreifachbelastung aus Krankenversorgung, Forschung und Lehre erfährt nicht die Wertschätzung, die sie verdient", fügte er hinzu.

Wegen des Warnstreiks werde es "zu Einschränkungen in den bestreikten Universitätskliniken kommen", so der Marburger Bund. Die Klinikleitungen seien aber verpflichtet, "eine Notbesetzung zu gewährleisten".

Im Video: Ärzte-Streik - Das verdienen Mediziner

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