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Kreml-Propaganda

Russland: Neues Geschichtsbuch rühmt Angriffskrieg auf Ukraine 

  • Veröffentlicht: 08.08.2023
  • 08:25 Uhr
  • Lisa Apfel

Russland will seinen Schülern seine eigene Sicht auf den Ukraine-Krieg vermitteln. In einem neuen Schulbuch werden Moskau und der Angriffskrieg glorifiziert.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Russlands Elftklässler lernen demnächst aus einem neuen Geschichtsbuch, das den Ukraine-Krieg aus Moskaus  Sicht darstellt.

  • Die Ukraine solle durch die Invasion "entnazifiziert" werden, heißt es in dem Lehrbuch unter anderem.

  • Die vom Westen verhängten Sanktionen werden kritisiert.

Der russische Bildungsminister Sergej Krawtsow hat ein neues Geschichtsbuch vorgestellt. Darin enthalten: Die Sicht Moskaus auf den Ukraine-Konflikt. Das berichtet unter anderem das ZDF. Laut Krawtsow ist das in "knapp fünf Monaten" geschriebene Buch für Elftklässler und damit für Schüler, die etwa 17 Jahre alt sind, und deckt die Zeit von 1945 bis zum 21. Jahrhundert ab.

Russisches Militär wird gelobt

Es sei wichtig, den Schülern die Ziele der russischen Militäroperation in der Ukraine - die russische Regierung von Kreml-Herrscher Wladimir Putin spricht nach wie vor nicht von Krieg - zu vermitteln, so Krawtsow weiter. Die ziele darauf ab, die ehemalige Sowjetrepublik zu "entmilitarisieren" und zu "entnazifizieren".

Das russische Militär wird in dem neuen Schulbuch gelobt: 2014 habe es auf der Halbinsel Krim den "Frieden gerettet". Russland hatte die ukrainische Krim im Frühjahr 2014 nach einer bewaffneten Invasion völkerrechtswidrig annektiert. Putins Minister kritisierte zudem die vom Westen gegen Russland verhängten Sanktionen, die schlimmer als Napoleon seien, der 1812 in Russland einmarschiert war.

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Krim-Brücke auf Buch-Cover

Auf dem Cover des ab dem 1. September in "allen Schulen" verfügbaren Buches ist die russische Brücke zu sehen, die die annektierte Krim mit dem Festland verbindet – ein Symbol für die Herrschaft von Präsident Putin. Während des Konflikts wurde sie mehrmals angegriffen. Nach dem Ende der Offensive in der Ukraine "nach unserem Sieg", wie Krawtsow sagt, werde man dieses Buch weiter ergänzen.

Russland hat während seiner Offensive in der Ukraine ein beispielloses Vorgehen gegen Andersdenkende eingeleitet, das sich auch auf Schulen ausgeweitet hat. Im April war ein russisches Mädchen von seinem Vater weggenommen worden, nachdem es in der Schule ein Bild zur Unterstützung der Ukraine gemalt hatte.

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