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Drähte waren gerissen

Pakistan: Happy End im Seilbahn-Drama - Alle Insassen aus Gondel gerettet

  • Aktualisiert: 23.08.2023
  • 09:28 Uhr
  • Anne Funk

Heikle Szenen spielten sich am Dienstag in Pakistan ab: Sechs Kinder und zwei Erwachsene befanden sich in der Gondel einer Seilbahn, als plötzlich das Seil riss. Am späten Abend die Entwarnung: Alle Insassen sind in Sicherheit.

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+++ Update 22. August, 20:15 Uhr: Das Seilbahn-Drama in Pakistan endet mit einem Happy-End. Am späten Dienstagabend bestätigte der Katastrophenschutz die Rettung von den zunächst in der Gondel verbliebenden Kindern und Erwachsenen. Somit sind alle acht Insassen wohl auf. 

"Mit Erleichterung habe ich erfahren, dass alle Kinder erfolgreich und sicher gerettet wurden. Großartige Teamarbeit des Militärs, der Rettungsdienste, der Bezirksverwaltung und der örtlichen Bevölkerung", schrieb der geschäftsführende Premierminister Anwaarul Haq Kakar kurz zuvor auf X, ehemals Twitter.

+++ Update 22. August, 19:51 Uhr: Bei der riskanten Rettungsmission aus der Gondel einer Seilbahn in Pakistan haben Helfer aus der Region in den Abendstunden drei weitere Kinder gerettet. In einer Mitteilung bestätigte die Armee am späten Dienstagabend (Ortszeit) die Rettung von nun insgesamt fünf Kindern. Zwei weitere Erwachsene und ein Kind warteten noch auf ihre Rettung.

Zuvor hatten Spezialkräfte der Armee bereits stundenlang versucht, die Menschen in der Gondel zu retten. Mit Einbruch der Dunkelheit war die Aktion jedoch unterbrochen worden. Am Abend hangelten sich Helfer aus der Region dann nach enger Rücksprache mit dem Militär mit Vorrichtungen an dem Draht zur Gondel vor und befreiten die drei Kinder, wie Videos in den sozialen Medien zeigten. Die Gondel hing während der Aktion nur noch an einem einzigen Stahlseil.

+++ Update 22. August, 17:31 Uhr: Kurz vor Anbruch der Dunkelheit haben Spezialkräfte die ersten Kinder aus der Gondel gerettet. Die Gondel hing während der Aktion nur noch an einem einzigen Stahlseil. Fernsehaufnahmen zeigten, wie eine erste Person aus der Gondel mit einem Rettungsseil eines Hubschraubers zum Boden gebracht wurde. Der Katastrophenschutz bestätigte die Rettung von zwei Kindern, nachdem die Polizei zunächst irrtümlicherweise über vier gerettete Kinder berichtet hatte.

Spezialkräfte der Armee hatten seit rund elf Stunden versucht, die Personen zu befreien. Hunderte Menschen, darunter auch Angehörige, versammelten sich unweit der Unglücksstelle.

Ein Augenzeuge beschrieb der Deutschen Presse-Agentur den Notfall als härtesten Tag in seinem Leben. "Mütter, Väter und andere Verwandte hatten ihre Augen auf die Gondel gerichtet, die mitten in der Luft schwebte", sagte der Anwohner. Als das erste Kind in Sicherheit gebracht wurde, brachen alle in Freude aus,. "Wir hoffen, dass sie alle bald zurückkehren werden", sagte der Mann.

22. August, 13:36 Uhr: Sie waren auf dem Weg zur Schule, als plötzlich das Seil riss: Sechs Kinder und zwei Erwachsene warten derzeit in großer Höhe auf ihre Rettung. Spezialeinheiten haben in Pakistan die höchst riskante Rettungsmission an der Seilbahn begonnen.

Fernsehaufnahmen am Dienstag (22. August) zeigten, wie sich ein Kommandosoldat aus einem Militärhubschrauber zu einer Gondel abseilte, in der die Personen in einer Höhe von mehreren Hundert Metern eingesperrt sind. Am Nachmittag (Ortszeit) kreisten mehrere Helikopter über der Schlucht im Landesnorden in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa.

Laut einem Bericht der Zeitung "Dawn" riss am früheren Morgen ein Kabel der Seilbahn, als die Kinder auf dem Weg zur Schule waren. Stundenlang warteten die Eingesperrten auf Hilfe. "Jede kleine Fehlkalkulation kann zu einer Katastrophe führen", sagte der Rettungsbeamte Bilal Faizi der Deutschen Presse-Agentur.

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Zunächst berichteten pakistanische Medien, die Gondel hinge am Drahtseil in einer Höhe von 900 Metern. Die Katastrophenschutzbehörde korrigierte die Zahl später auf etwa 300 Meter herunter. Der Vorfall ereignete sich im Distrikt Battagram an einer tiefen Schlucht. Erschwert wird die Rettungsaktion durch die Wetterbedingungen in den Bergen.

Riskante Rettung

Nur an einem Seil hing die Gondel noch, wie ein lokaler Polizeichef sagte. "Dies macht den Vorgang heikel, kompliziert und riskant". Auch die Rotorbewegungen des Militärhubschraubers könnten das Stahlseil destabilisieren. Medikamente und Wasser habe ein Soldat den Kindern zu Beginn der Rettungsaktion bereits überreicht.

Ein 20-Jähriger schilderte dem pakistanischen TV-Sender Geo TV aus der Gondel die dramatischen Stunden. "Wir haben nicht einmal Trinkwasser", klagte der junge Mann. Ein 16-Jähriger mit Herzproblemen sei zusammengebrochen und seit mehreren Stunden ohnmächtig. Der Junge sei morgens auf dem Weg in eine Klinik gewesen.

Der geschäftsführende Premierminister, Anwaarul Haq Kakar, wies die Rettungsbehörden an, alle verfügbaren Ressourcen für den Einsatz zu mobilisieren.

Das Unglück ereignete sich in Battagram, in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa im Norden Pakistans
Das Unglück ereignete sich in Battagram, in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa im Norden Pakistans© Google Maps
  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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