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Gruselige Anekdote

Präsident Biden: Wurde sein Onkel in Zweiten Weltkrieg wirklich Opfer von Kannibalen?

  • Aktualisiert: 24.04.2024
  • 17:14 Uhr
  • Stefan Kendzia
Da könnte einem glatt der Appetit vergehen: Bidens Onkel soll einer Legende nach Opfer von Kannibalen gewesen sein.
Da könnte einem glatt der Appetit vergehen: Bidens Onkel soll einer Legende nach Opfer von Kannibalen gewesen sein. © REUTERS

Auch US-Präsident Joe Biden kann skurrilste Geschichten auftischen, wie eben bei einem Wahlkampfauftritt: Wurde sein Onkel vor Jahrzehnten verspeist?

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Inhalt

Joe Biden - ein Geschichtenerzähler? Zumindest hat es der aktuelle US-Präsident bei einem Wahlkampfauftritt geschafft, seine Zuhörer:innen mit einer Legende in den Bann zu ziehen: Einer seiner Onkel könnte im Zweiten Weltkrieg womöglich von Kannibalen verspeist worden sein. So ganz plausibel scheint die Erzählung laut NTV allerdings nicht zu sein.

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Die Kannibalen-Erzählung ist lediglich eine Legende

Bei einer Rede Bidens in Pittsburgh ist der US-Präsident nicht nur mit politischen Aussagen aufgefallen, sondern auch mit einer Geschichte, die einem den Appetit vergehen lässt, wenn sie denn stimmt.

Der Bruder von Bidens Mutter soll während des Zweiten Weltkriegs "über Neuguinea abgeschossen" worden sein. Seine Leiche habe man "nie gefunden, weil es in diesem Teil von Neuguinea wirklich viele Kannibalen gab", so Biden. Eine Erzählung, die sich wenig später als Legende erweisen sollte.

Weder Maschine noch Besatzung tauchte jemals wieder auf

Ganz anders hört sich das Drama um den Onkel an, wenn man sich die Aussagen der Pentagon-Dienstelle DPAA zu Gemüte führt - eine spezielle Abteilung, die für Nachforschungen zu Kriegsgefangenen und vermissten Soldaten zuständig ist.

So sei das Flugzeug mit Bidens Onkel Ambrose Finnegan an Bord im Jahr 1944 auf einem Kurierflug nach Neuguinea "aus unbekannten Gründen" zu einer Notlandung im Wasser gezwungen gewesen. Dabei sei der Flieger auf der Meeresoberfläche aufgeschlagen, drei Besatzungsmitglieder seien nicht mehr aufgetaucht. Spuren des Flugzeugs oder der Besatzung wurden nie aufgefunden. Fest steht nur, dass Bidens Onkel auf jeden Fall mit an Bord gewesen sein soll. 

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:newstime

Eine Geschichte, um US-Militär-Veteranen zu unterstützen?

Warum also eine derart skurrile Geschichte? Bidens Sprecherin Karine Jean-Pierre hat dafür eine Erklärung: Biden habe die Geschichte seines Onkels hervorgehoben, weil er damit seine Unterstützung für Veteranen des US-Militärs habe unterstreichen wollen.

Angeblich habe er sich damit von Trump abgrenzen wollen, der im Kampf getötete US-Soldaten als "Loser" und "Trottel" beleidigt haben soll. Das Redaktionsnetzwerk Deutschland zitiert passend dazu den Sprecher des Weißen Hauses, Andrew Bates. Dieser betonte in einer Stellungnahme zu Bidens Darstellung, der Präsident sei "stolz auf den Dienst seines Onkels in Uniform". Finnegan habe "sein Leben verloren, als das Militärflugzeug, in dem er saß, nach dem Start in der Nähe von Neuguinea im Pazifik abstürzte".

  • Verwendete Quellen:
  • NTV: "Biden tischt Publikum Kannibalen-Legende auf"
  • RND: "Falsche Angaben über Onkel: Biden-Rede sorgt für Irritationen"
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