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Schweres Gewitter

Beinahe-Absturz: Boeing-Piloten verlieren bei Landung in Frankfurt die Kontrolle

  • Aktualisiert: 25.10.2023
  • 14:32 Uhr
  • Lena Glöckner
In Frankfurt am Main kam es beinahe zu einem Unglück (Symbolbild).
In Frankfurt am Main kam es beinahe zu einem Unglück (Symbolbild).© Federico Gambarini/dpa

In Frankfurt am Main haben die Piloten einer Boeing 767 aus Amsterdam kommend im letzten Moment ein Unglück abwenden können. Denn: Die Besatzung verlor kurz vor der Landung die Kontrolle über das Flugzeug.

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Wegen einer schweren Gewitterfront ist im Juni über Frankfurt am Main beinahe ein Flugzeug abgestürzt. Die Boeing 737 befand sich im Landeanflug auf die Mainmetropole als das Unwetter sie traf, geht aus dem Zwischenbericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) hervor. Demnach rüttelten starke Windböen an der Flugmaschine und in einer Höhe von 250 Metern setzte plötzlich heftiger Starkregen ein. Dadurch verschlechterte sich die Sicht rapide, was dazu führte, dass der erfahrene Pilot beschloss, die Landung zu unterbrechen und wieder durchzustarten.

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Besorgniserregende Enthüllung: Drei von vier Piloten schlafen im Cockpit ein

Die nächsten Augenblicke hätten für die Besatzungsmitglieder der LATAM Cargo 1502 tödlich ausgehen können, wie der Bericht nahelegt. Denn: die drei erfahrenen Pilot:innen verloren vorübergehend die Kontrolle über die große Boeing 767.

Laut Bericht zog die Besatzung das Flugzeug mit ausgefahrenem Hauptfahrwerk zunächst steil in die Höhe. Um 19:53 Uhr und 19 Sekunden erreichte die Maschine einen Längsneigungswinkel von 48 Grad und befand sich wieder auf einer Höhe von 830 Metern. Elf Sekunden später flog die Maschine in 900 Metern Höhe. Doch dann schrillte die Überziehungswarnung - die Strömung wurde kritisch. Ein typisches Szenario für einen Absturz bahnte sich an: Die Boeing begann zu trudeln.

In 580 Metern Höhe war die Maschine wieder unter Kontrolle

In den folgenden rund 20 Sekunden hatte die Besatzung laut BFU Schwierigkeiten, das Flugzeug zu kontrollieren. Mit einer beängstigenden Sinkgeschwindigkeit von 5.500 Fuß pro Minute (ca. 100 km/h) stürzte der Frachtjet gefährlich Richtung Boden. Doch in einer Höhe von 580 Metern gelang es den Pilot:innen, das Flugzeug wieder zu stabilisieren. Die Katastrophe wurde in letzter Sekunde abgewendet. Beim zweiten Landeanflug verlief alles glatt, und schließlich landete die Boeing um 20:29 Uhr sicher auf dem Frankfurter Flughafen.

Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung stuft den Vorfall vom 20. Juni 2023 als schwerwiegende Störung ein. Auch andere Flugzeuge waren am selben Tag am Frankfurter Flughafen gezwungen, ihre Landeanflüge abzubrechen und erneut zu versuchen – aber keines davon befand sich so nah am Abgrund wie Flug UC1502.

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