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"Besorgniserregende Lage"

Natur-Katastrophe in Italien? Sorgen um Ausbruch des Supervulkans

  • Aktualisiert: 28.07.2023
  • 08:25 Uhr
  • Emre Bölükbasi

Er ist der größte Supervulkan Europas - und gibt laut Forschern wieder Anlass zur Sorge: Die Erdkruste über den Phlegräischen Feldern in Italien wird dünner. Bald könnte er nicht nur ausbrechen, sondern regelrecht explodieren.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Es brodelt unter dem größten Supervulkan in Europa: Forscher sind besorgt über die jüngsten Aktivitäten an den Phlegräischen Feldern in Italien.

  • Die Explosion eines Supervulkans könnte dabei für die gesamte Erde folgenschwere Konsequenzen haben.

  • Die letzte Explosion an den Phlegräischen Feldern ereignete sich 1538.

Ein Supervulkan am Golf von Neapel bereitet derzeit Forschern große Sorgen. Die Lage an den Phlegräischen Feldern (Italienisch: Campi Flegrei) in Süditalien sei "besorgniserregend", sagte der Vulkanologe Thomas Walter am Dienstag (26. Juli) gegenüber der "Bild". Noch sei die Situation "nicht dramatisch", so der Experte. Eine Explosion dieses Vulkanriesen könnte jedoch nicht nur Europa, sondern die gesamte Erde nachhaltig beeinflussen.

Der Hintergrund: Die Erdkruste über diesem riesigen Vulkan wird immer schwächer. Während die Ätna auf Sizilien und der Vesuv unweit von Neapel viel bekannter als die Phlegräischen Felder sind, birgt der Supervulkan eine viel größere Gefahr in sich. Supervulkane zeichnen sich durch eine besonders große Magmakammer aus. Folglich könnten die Phlegräischen Felder nicht nur ausbrechen, sondern regelrecht explodieren.

Auf die erhöhte Aktivität in dem etwa 150 Quadratkilometer großen Areal weist unter anderem eine im Juni veröffentlichte Studie von Forschern des University College London (UCL) und des italienischen Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) hin. Neben einer größeren Anfälligkeit für Risse auf der Oberfläche gibt es demnach tief unter der Erde Bewegungen, die auf aufsteigendes Gas in dem Areal hindeuten.

Angst vor verheerenden Folgen

Eine Explosion auf den Phlegräischen Feldern hätte gravierende Folgen - für die Millionenstadt Neapel, für Europa und sogar für die gesamte Welt. Bei einem Ausbruch vor rund 40.000 Jahren wurde etwa eine enorme Menge an Asche in die Atmosphäre geschleudert, die das Klima nicht nur regional, sondern auch weltweit massiv beeinflusste. Dann erneut vor 15.000 Jahren. Der letzte Ausbruch ereignete sich 1538.

Stefano Carlino, ein Autor der UCL-Studie, rief dazu auf, "auf alle Entwicklungen vorbereitet" zu sein. "Wir können noch nicht mit Sicherheit sagen, was passieren wird", so der Experte. Der Leiter des INGV-Observatoriums in Neapel, Mauro di Vito, forderte erhöhte Aufmerksamkeit. Denn die Vergangenheit habe gezeigt, dass Ausbrüche in den Phlegräischen Feldern kräftig und explosiv ausfallen können.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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