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Mehrere Bär-Sichtungen in Bayern

Wird Bär abgeschossen? Neue Sichtung bei Traunstein

  • Aktualisiert: 09.05.2023
  • 18:53 Uhr

Der Bär ist wieder unterwegs in Bayern. Diesmal in der Gemeinde Siegsdorf im Landkreis Traunstein. Fotos einer Wildtierkamera liefern den Beweis. Wie soll mit Bären in Bayern umgegangen werden? Sollen die Tiere zum Abschuss freigegeben werden?

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Das Wichtigste in Kürze

  • In Bayern gibt es bereits zehn Hinweise auf einen oder mehrere Bären.

  • Wildtierkamera-Fotos liefern jetzt Beweis im Landkreis Traunstein.

  • Landrat von Traunstein will Tötung - Bund Naturschutz dagegen.

Bereits zehn Hinweise auf Bär

In Oberbayern häufen sich die Spuren auf einen oder mehrere Bären. In diesem Jahr gab es bereits zehn bestätigte Hinweise in der Region. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren es nur vier. Die Debatte über über den Umgang mit Bären im Freitstaat ist neu angefacht.

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Aktueller Fall im Landkreis Traunstein

So liefern die Fotos einer Wildtierkamera ganz aktuelle Beweise: Ein Braunbär war in Siegsdorf im Landkreis Traunstein unterwegs. Am Montag gab das Landesamt für Umwelt die Informationen bekannt. Schon im April hatte die Behörde über Tatzenabdrücke eines Bären im Schnee berichtet. Anschließend wurden im oberbayerischen Landkreis Rosenheim gerissene Schafe auf einer Alm entdeckt. Hier handelt es sich nach vorläufigen Erkenntnissen um einen Bärenangriff. Allerdings stehen noch abschließende DNA-Analysen aus, um dies zu bestätigen.

Landrat von Traunstein will Abschuss

Der Landrat von Traunstein, Siegfried Walch (CSU), brachte nach dem Vorfall zum Ausdruck, keinen Bär in seinem Landkreis zu akzeptieren. „Wenn ein Bär bei uns in der Region heimisch wird, ist das eine Gefahr für die Sicherheit von Mensch und Tier. Wir werden umgehend die rechtliche Situation prüfen, ob und ab wann eine Entnahme geboten ist“, so Walch laut Informationen des Landratsamts. Die „Entnahme“ bezieht sich in diesem Zusammenhang in der Regel auf die Tötung des Tieres. In Bayern gab es in der jüngeren Vergangenheit vermehrt Forderungen, die wie Braunbären streng geschützten Wölfe leichter abschießen zu dürfen.

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Bund Naturschutz ist dagegen

Walch argumentiert, dass der Bär eine Bedrohung für die landwirtschaftliche Nutztierhaltung darstellt: „Es ist schlichtweg unmöglich, dass große Raubtiere und Weidetiere nebeneinander existieren können.“ Diese Aussage wurde jedoch von einem Experten des Bundes Naturschutz in Bayern (BN) angefochten.

Dem Artenschutzreferenten des BN, Uwe Friedel, zufolge ist ein friedliches Zusammenleben von Braunbär und Weidehaltung sehr wohl möglich. Er betont, dass der Bär bisher keinerlei Verhaltensweisen gezeigt hat, die einen Abschuss aus fachlicher und rechtlicher Sicht rechtfertigen würden. Friedel weist darauf hin, dass es bereits bestehende Maßnahmen wie den Herdenschutz gibt, die Schäfern und Landwirten, die ihre Tiere im Freien halten, dienen. Für ihn ist eine „Entnahme“ des Bären nur als letztes Mittel, also als äußerste Notwendigkeit, zu betrachten.

Mehrere Hinweise auf Bär

Ein Sprecher des Umwelt-Landesamtes in Augsburg gab bekannt, dass es am Sonntag einen weiteren bestätigten Spurenhinweis auf einen Bären in der Nähe der Wildtierkamera gab. Im April allein wurden in den benachbarten Landkreisen Miesbach und Rosenheim laut der Behörde insgesamt acht Bärennachweise registriert - doppelt so viele wie im gesamten Vorjahr im südlichen Oberbayern. Es ist jedoch unklar, ob es sich bei den aktuellen Nachweisen um dasselbe Tier handelt.

  • Verwendete Quelle:
  • Nachrichtenagentur dpa
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